Wiha Panthers gewinnen Herzschlagfinale in Vechta

03.10.2021

Die wiha Panthers haben in der noch jungen Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA bereits zum zweiten Mal einen Titelfavoriten besiegen können. Nach dem 83:81-Heimsieg über Bremerhaven holen die Doppelstädter in Vechta am Samstagabend einen 14-Punkte-Rückstand auf und siegen in einem Verlängerungs-Thriller mit 79:78.

 

Rasta Vechta – wiha Panthers Schwenningen 78:79 (19:13, 14:12, 18:17, 19:28, 8:9)

 

Nach nur drei absolvierten Spieltagen manifestiert sich bei den wiha Panthers der Ruf, ein wahrer Favoritenschreck zu sein. Sieben Tage nach dem starken Heimsieg über das Top-Team Bremerhaven gelingt der Mannschaft von Trainer Alen Velcic ein hart umkämpfter Auswärtssieg beim letztjährigen Bundesliga-Absteiger Rasta Vechta.

 

Bereits am Freitag waren die Schwarzwälder ins knapp 700 Kilometer entfernte Vechta angereist. Während Till Isemann nach überstandener Fußverletzung bereits wieder einsatzfähig ist, musste Luka Dolman noch aussetzen. Für die wiha Panthers starteten David Cohn, Lenny Larysz, Chris Frazier, Grant Sitton und Quatarrius Wilson vor 2617 Zuschauern im Rasta-Dome in die Partie. Die ersten Minuten des Spiels trumpfte Vechtas Joschka Ferner auf und erzielte 8 der ersten 11 Punkte seiner Mannschaft. Die Schwenninger gerieten früh in Rückstand, kämpften sich aber wieder heran und glichen die Partie zweieinhalb Minuten vor Ende des Viertels nach einem Treffer von Grant Sitton wieder aus (13:13). Im Schlussspurt sicherten sich die Niedersachsen die 19:13-Führung nach den ersten zehn Minuten.

 

Das zweite Viertel begann mit einer Schrecksekunde für die Schwenninger. Grant Sitton ging nach einem Zusammenstoß mit einem Gegenspieler zu Boden. Der Schwenninger Forward musste ausgewechselt werden und wurde verletzungsbedingt nicht mehr eingesetzt. Nach einem erfolgreichen Dreipunktewurf von Sheldon Eberhardt wuchs die Führung der Gastgeber erstmals in den zweistelligen Bereich (23:13). Das US-Duo Raiquan Clark und Quatarrius Wilson sorgte dafür, dass die wiha Panthers dranblieben. Doch die schlechte Trefferquote aus der Distanz (1/10 verwandelte Würfe) und zwölf zugelassene Offensivrebounds ließen den Rückstand bis zur Pause auf acht Zählern anwachsen (33:25).

 

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Rastaner ungemein treffsicher von jenseits der 6,75 Meter. Binnen vier Spielminuten versenkten die Gastgeber fünf Dreipunktewürfe und bauten ihre Führung konsequent weiter aus (48:34). Nach zwei Auszeiten von Trainer Velcic fanden die wiha Panthers bessere Lösungen und verkürzten den Rückstand sukzessive. Larysz und Wilson zeigten sich in dieser Phase als offensive Aktivposten. Vechtas Routinier Josh Young antwortete mit einem Treffer aus der Distanz und schraubte der Vorsprung seines Teams vor dem Schlussviertel wieder auf neun Punkte (51:42).

 

In den letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit trumpften die Schwenninger richtig auf. Angeführt von Spielmacher David Cohn kämpften die wiha Panthers um jeden Zentimeter auf dem Parkett und bissen sich zurück in die Partie. Dank eines 10:0-Laufs, in dem Vechta über vier Minuten ohne Zähler blieb, übernahmen die Schwenninger nach einem verwandelten Freiwurf von Kapitän Chris Frazier viereinhalb Minuten vor Ende erstmals die Führung im Spiel (58:59). Vechtas Josh Young und Preston Purifoy hielten für den letztjährigen Bundesligisten dagegen und antworteten mit einem 10:2-Lauf. Nach zwei weiteren Auszeiten von Alen Velcic läuteten die Panthers dann den Schlussspurt ein. 8,7 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit glich der überragende Spielgestalter David Cohn die Partie aus und sorgte für die Verlängerung im Rasta-Dome.

 

In der Overtime entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem am Ende erneut David Cohn seiner Mannschaft zwei Sekunden vor Ende den knappen, aber verdienten 79:78-Auswärterfolg bescherte.

 

Für die wiha Panthers spielten: David Cohn (23 Punkte, 7 Assists), Raiquan Clark (18 Punkte, 10 Rebounds), Quatarrius Wilson (14 Punkte, 15 Rebounds), Lennard Larysz (13 Punkte, 6 Assists), Chris Frazier (6), Kelvin Okundaye (3), Grant Sitton (2), Leon Hoppe, Till Isemann, Adrian Bergmann und Malik Kudic.

 

Nach der Partie betonte Panthers-Trainer Alen Velcic: „Wir haben einen speziellen Charakter in der Mannschaft entwickelt. Wir wissen, dass wir manchmal individuell nicht so viel Qualität haben wie andere Teams und machen das durch Teamkampf in der Offensive und Defensive weg. Wir sind defensiv und offensiv noch lange nicht dort, wo wir hinwollen. Ich glaube, dass es der unbändige Wille ist, als Team gewinnen zu wollen. Das haben wir als Team heute gezeigt und am Ende gute Entscheidungen getroffen, um zurückzukommen. David Cohn hat Verantwortung übernommen für die Entscheidungstreffung im Team. Und wir haben dann auch gegen die Zonenverteidigung Zugriff gefunden. Wir waren nicht vorbereitet auf eine Zonenverteidigung, was ein Fehler war. Aber in der Halbzeit und den Timeouts ist es uns gelungen, nachzujustieren und Mittel zu finden, um scoren zu können. Das war auch der Schlüssel, um das Spiel gewinnen zu können.“

 

Am kommenden Wochenende haben die Schwenninger Basketballer spielfrei und greifen erst in der Folgewoche wieder ins Spielgeschehen ein. Dann steht am Sonntag, den 17. Oktober (16:30 Uhr) mit der Partie bei den Rostock Seawolves für das Team von Trainer Alen Velcic die längste Auswärtsfahrt im deutschen Profibasketball auf dem Programm.

 

TEXT: Manuel Schust

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