Voller Fokus auf das “Endspiel um Platz 2” in Gießen

15.02.2019

2. Basketball Bundesliga ProB Süd, 21. Spieltag: Gießen 46ers Rackelos – wiha Panthers Schwenningen (Samstag, 20 Uhr, Sporthalle Gießen-Ost). Topspiel am vorletzten Hauprundenspieltag: Die Fahrt nach Hessen hat für den Aufsteiger aus dem Schwarzwald schon Play Off-Charakter – es geht um den zweiten Tabellenplatz. Mit einem Sieg könnten die Schwenninger diesen aus eigener Kraft vorzeitig unter Dach und Fach bringen und sich wichtige Play-Off-Heimreicht-Möglichkeiten für die ersten beiden Runden sichern. Spannend bleibt die Frage: Feiert Kapitän Kosta Karamatskos nach nur drei Monaten sein Comeback?

 

Ausgangslage: Schwenningen hat nach zuletzt 2:4-Niederlagen im Jahre 2019 mit 12:8-Siegen den zweiten Rang noch in der eigenen Hand. Gießen ist jedoch das „Team der Stunde“: Die 12:9-Siege und somit Punktgleichheit mit den Panthers hat eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Das BBL-Farmteam, dessen Name „Rackelos“ vom hessischen Dialektwort abstammt und so viel heißt wie „kleine Racker“ in Anlehnung für den Unterbau mit den Nachwuchsspielern, legte beeindruckende 10:1-Siege hin und verlor dabei nur gegen Tabellenführer Bayer Giants 04 Leverkusen. 2019 sind die Hessen mit 6:0-Siegen ungeschlagen und rollten das Feld nach einem Fehlstart in die Saison (2:7) buchstäblich von hinten komplett auf. Da scheinen die Schwenninger auf den ersten Blick fast schon in der Außenseiterrolle gedrängt. Trainer Rolf Scholz (38) ist zusammen mit seinem Co Lutz Mandler (42) selbstbewusst und von seinem Team überzeugt: „Spielerisch haben wir vor allem gegen Coburg zuletzt überzeugt. Und eine tolle Leistung gezeigt. Mit Schwenningen wartet nun ein starker Gegner mit individueller Qualität, Erfahrung und einer der stärksten Abwehrreihen der Liga.“ In der Tat: Es trifft die zweitbeste Offense auf die zweitbeste Defense der Liga. Daheim sind die Depant 46ers mit 8:2-Siegen sehr stark. Auswärts haben sie wie Schwenningen (4:6) in der Runde Probleme bekommen. Da der direkte Vergleich ebenfalls noch eine Rolle spielen könnte, wenn Gießen gewinnen sollte, aber am letzten Spieltag nach Elchingen muss, möchte Velcic aus dem 87:71-Sieg am ersten Spieltag doppelt Kapital schlagen.

 

Panthers-Taktik: Zunächst stellt Trainer Alen Velcic klar fest: „Wir müssen vorne wieder besser und mehr treffen. Mit unter 70 oder 60 Punkten gewinnst Du gegen keinen Gegner der Liga. Gießen hat die Chance auf den zweiten Platz und wird dies daheim nutzen wollen. Wir müssen dagegenhalten“, fordert er den fünften Sieg in der Fremde und möchte den zweiten Rang sichern. „Wir können es aus eigener Kraft schaffen, was immer ein großer Vorteil ist.“ Der Schwenninger Trainer hielt zu Beginn der Woche eine beeindruckende Ansprache im Training – an einen kompletten Kader. Alle zwölf Mann waren an Bord. „Jungs, ihr müsst diese Woche wie echte Profis denken und so leben. 24/7 Gießen. Beschäftigt euch in Eurer Freizeit mit den Gegenspielern, wie Gießen agiert, schaut auch die Videos an. Lebt es und schaltet mal alles andere aus. Ich mache dies ebenfalls. Ich beschäftige mich in jeder freien Minute mit diesem Spiel. Dann wisst ihr was auch euch zukommt und seid auf alles vorbereitet“, war es mehr Motivation und ein flammender Appell an die Chance, die dahintersteckt, als an Druck und strenger Zeigefinger.

 

Die Antwort ließ nicht lange auch sich warten: Im Trainingsspiel, in den Übungen, ging es mit Tempo und körperlich hartem Einsatz untereinander zur Sache. Motivation, Einsatz, Leidenschaft, Konzentration war zu sehen. Auch Selbstkritik bei Fehlern. Das Team lebt und brennt darauf wie in Frankfurt ein schweres Auswärtsspiel mit taktischer Disziplin erfolgreich zu bewältigen. Während Center Seid Hajric (Oberschenkel) und Pointguard Abu Abaker (Knöchel) am Ende indivuell weitertrainierten, stand einer mit Leidenschaft wieder auf dem Parkett: Kosta Karamatskos. Der Kapitän ist an Bord und will in Gießen sein Comeback feiern. „Wär hätte dies gedacht, nachdem ich mich im November (18.) gegen Frankfurt verletzt habe, operiert wurde, dass ich jetzt wieder fit bin und spielen kann“, freut er sich, „dass ich der Mannschaft in der wichtigen Saisonphase wieder helfen kann.“ Die Ruhe, Übersicht und Passgenauigkeit des Spielmachers dürfte die anderen Jungs mit mehr Sicherheit auf ein besseres Level hieven als zuletzt.

 

Gegner: Gießen hat eine sehr junge Mannschaft, deren Anführer jedoch Ex-Nationalspieler und Haudegen Johannes Lischka (31) ist. Mit 17,9 Punkten pro Partie ist der der viertbeste Scorer der Liga. Rasheed Moore (2.) kommt auf 21,1 Punkte pro Begegnung. Mit seinen 6,6 Rebounds und 1,1 Blocks pro Partie rundet der US-Amerikaner seine gute Gesamtausbeute ab. Derweil ist Lischka ein sicherer Freiwurfschütze für die 46ers, zudem der US-Amerikaner Jeston Lewis, der im Hinspiel in Schwenningen fehlte, mit 5,3 Assist ein starker Vorlagengeber. Bjarne Kraushaar mit 4,9 steht ihm in nichts nach. Karamatskos hatte vor seiner Verletzung 5 Vorlagen im Schnitt. Bei den Hausherren ist Jacob Knauf zudem ein starker Blocker (1,4) wie Hannes Osterwalder (1,1). Bill Borekambi (15,9) und Leon Friedrici (11,1) hoffen, dass sie mit Unterstützung von Karamatskos und auch dem in guter Form immer besser werdenden Abaker vor seiner Verletzung Entlastung haben, die das Trio an einem guten Tag zusammen auf einen Wert von 50 bis 60 Punkte bringen kann. Diesen brauchen die Panthers in Gießen auch – mit einer stabilen Defense alleine wird nichts zu holen sein.

 

Dies zeigten die 46ers gegen Coburg beim 91:68 letzte Woche: Lischka war mit 23 Punkten der beste Werfer von vier Akteuren im zweistelligen Bereich. Zudem schafften die 46ers das Kunststück alle 17 Freiwürfe zu verwandeln und mit ihren acht Dreiern ihren Schnitt von zehn Distanztreffern pro Spiel im Rahmen zu halten.

Laden Sie sich die Panthers App herunter! Ein muss für jeden Fan.