Viertelfinale oder Saisonaus – Entscheidung fällt am Sonntag in Wedel

16.03.2019

2. Basketball Bundesliga ProB Play Offs, Achtelfinale, Spiel 3: SC Rist-Wedel – wiha Panthers Schwenningen (Sonntag, 17 Uhr). Viertelfinale oder Saisonende – eines von beiden erwischt einen der Kontrahenten am Sonntag Abend. Mit harter Hand, gnadenlos und unwiderruflich.

 

Das sind Playoffs, Knockout-Zeiten wie beim Boxen. In Runde drei werden es die Jungs von Panthers-Trainer Alen Velcic am Sonntag besonders spüren. Das Erlebnis Entscheidungsspiele. „Das Wetter hier im Schwarzwald ist für einen wie mich zwar wirklich heftig und ich friere den ganzen Tag“, schmunzelt Anell Allexis. Fügt dann aber mit einem kühnen Lächeln an: „Zum Glück ist es in der Halle ja warm und darum: Ich will weiterkommen am Sonntag. Das Ende der Saison, nein für mnich nicht. Ich bin sicher, dass wir gewinnen und im Viertelfinale noch weitere zwei bis drei Spiele absolvieren dürfen. Mit gefällt es hier in Schwenningen. Mit dieser super Mannschaft, dem tollen Trainer und den Fans. Und ich habe ja gesamt, dass ich nach der Meisterschaft in Panama im November noch einmal so ein Erlebnis haben möchte in dieser Saison.“ Alexis scheint vorbereitet, an seinen Haaren zu sehen. Seit November hat er den Milimeterschnitt den Temperaturen im Schwarzwald über die Wintermonate angepasst.

 

Nicht anders geht es den Schwenninger Spielern, die alle in der ersten Saison an den Start gegangen sind: „Natürlich habe ich noch Lust auf einen weiteren Saisonverlauf“, so Leon Friederici, der mit 19 Punkten am vergangenen Samstag beim Sieg im zweiten Spiel (69:61) der herausragende Offensivmann war. Er tut alles dafür: „Ich möchte hier noch länger im Schwarzwald bleiben“, legt er Sonderschichten ein mit Fitnessstudio, Wurfeinheit, gesunder Ernährung und Teamtraining – mehrere Stunden jeden Tag. „Dafür bin ich Profi und richte mich auch entsprechend dafür aus.“ Pointguard Abu Abaker ist mit ihm dabei, nebenher kümmert er sich um noch sein Studium. „Ich freue mich natürlich, dass es noch einmal in meine Heimatstadt Hamburg geht und wieder viele Freunde und Bekannte in der Halle mich und natürlich mein Team anfeuern werden.“

 

Es bleibt spannend. Wer macht das Rennen. Wedel ist brutal heimstark – alle zwölf Saisonpartien haben die Rister gewonnen. Eine Festung erwartet die Panthers. „Wir kennen ihre Schwachstellen und werden gut vorbereitet sein“, bleibt ein ruhiger Bill Borekambi sachlich. Er hat wie Rasheed Moore in der Defense in Schwenningen abgeräumt, ärgert sich immer noch über das 63:73 in Wedel. „Da hätten wir die letzten vier Minuten nicht verballern dürfen. Ein zweites Mal passiert uns dies sicherlich nicht mehr.“

 

Moore sieht sich mehrfach in der Pflicht – typisch amerikanisch. Kämpfen bis nichts mehr geht, niemals aufgeben oder zweifeln. „Ich gebe alles für meine Mannschaftskollegen, für den Verein, für die Fans und daheim für meine Familie“, werden die weit entferntesten Panthers-Fans die Familie Moore bilden. Mutter Amanda erkundite sich diese Woche wieder nach dem Livestream auf Sportdeutschland.de, „na klar fiebern sie alle mit und drücken uns die Daumen. Dies gibt mir Kraft und motiviert mich. Ich darf will und werde keinen enttäuschen, vor allem erwarte ich von mir selber eine weitere Steigerung. Ich habe meine Topform vom vergangenen Herbst noch nicht, aber es ist gut wenn ich weiß dass ich nochmals zulegen kann und werde.“

 

Trainer Alen Velcic kann in einem beruhigt sein: Seine Jungs sind fokussiert. Die jungen Wilden mit ProB-Aufstiegserfahrung wie Borekambi und Friederici wollen dies wiederholen. Die erfahrenen um Kapitän Kosta Karamatskos, Sergey Tsvetkov oder Alexis ruhen mit Bedacht in sich. Diese Mischung könnte den Ausschlag geben. „Wir müssen das 40 Minuten durchziehen, unseren Plan verfolgen, dann klappt es, davon bin ich überzeugt.“ Von Angst keine Spur bei Karamatskos. Im Gegenteil: „Jede Serie ist einmal fällig, keiner bleibt ewig unbesiegt daheim“, wollen die Panthers als erstes Team die Wedeler in deren Halle knacken.

 

Den Masterplan dazu entwickelt Velcic dieser Tage. „Ich habe genau im Kopf was wir machen werden. Das Ziel bleibt gleich: Da hochfahren, gewinnen und weiterkommen. Unseren wunderbaren Fans ein weiteres Heimspiel in den Play offs schenken. Ich habe keine Lust auf eine lange Sommerpause.“

 

Sein SC-Trainerkollege Felix Banobre indes weiß, wie schwer die Aufgabe wird. „Die ersten beiden Spiele waren ausgeglichen. Beide Teams haben sich nichts geschenkt. Schwenningen ist sehr stark und erfahren. Darum waren sie im Süden lange Zeit Zweiter. Dies kommt nicht von ungefähr. Wir werden konzentriert und sehr gut spielen müssen, um sie erneut zu schlagen. Daheim haben wir den Vorteil auf unserer Seite und versuchen den zu nutzen.“ Personll haben die Wedeler wieder mehr Akteure als die nur acht Mann vom letzten Wochenende. Banobre bevorzugt ohnehin aber eine kleine Rotation, lässt fünf bis sechs Spieler häufig lange Zeiten abspulen. Velcic weiß daher, „dass ich mir wieder etwas einfallen lasse.“ Wer den Schwenninger Coach kennt, der weiß, dass er immer Plan A-B-C-D in der Tasche hat. Sich gut auf die Gegner einstellt und vor allem ein Team hat, was variabel agieren kann. Ein Schlüssel wird das Duell vom Flügel sein – Dreierwürfe. „Da müssen wir Wedel einfach eindämmen mit mehr Reaktion und Tempo, mehr Schritten. Und selber besser treffen.“ Ein erster Schritt waren die fünf Distanztreffer letzte Woche. „Wenn es uns gelingt da auch einfach nochmal auf sieben bis acht zu erhöhen, dann hilft uns dies ungemein weiter“, so Friederici. Recht hat er: In der Zone unter dem Korb sind die Schwenninger eines der Top3-Teams der gesamten ProB. Bei den Freiwürfen hatten die Velic-Jungs zuletzt stets eine ruhige Hand.

 

Ruhig Blut und Geduld bedarf es am Sonntag Abend. Die Fans daheim in der Doppelstadt und Umgebung werden mitfiebern, die die nicht den Weg nach Hamburg mitreisen können, werden am Livestream im Internet-TV bei Sportdeutschland.de ab 17 Uhr mitfiebern. Das Panthers-Team macht sich am, heutigen Samstag Morgen mit dem Bus wieder auf den Weg auf, die 800 Kilometer zurückzulegen. Übernachtet im gleichen Hotel wie vor 14 Tagen und  trainiert noch am Sonntag Morgen in der Halle. „Trotz Auswärtsspiel haben die Gäste einen eigenen Vorteil: Wir kennen die Begebenheiten, wir sind da diesmal ganz anders fokussiert und wissen was uns erwartet“, so Velcic.

 

Geschäftsstellenleiter Holger Rohde ist optimistisch: „Ich weiß was diese Jungs können, wie sie als geschlossene Mannschaft auftreten. Alle wollen und deswegen bin ich mir sicher, dass sie einen raushauen. Ich jedenfalls habe mir für die folgenden drei Wochenenden nichts vorgenommen, was mich daran hindern könnte mir Basketballspiele unseres Teams anzusehen.“

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