Verletzungen und Foulbelastungen machten es den Panthers nicht leicht

12.11.2018

Mehr Spannung und Werbung für den Basketball-Standort Villingen-Schwenningen in Sachen Action geht nun wirklich nicht: Die Wiha Panthers Schwenningen bleiben mit dem 78:76 nach Verlängerung gegen Löwen Erfurt daheim unbesiegt.

 

Der Deutenberg ist eine Festung, wie schon in der Regionalliga. Und was viele Besucher am Sonntag besonders in den Bann zog, war der erneut unbändige Kampfgeist der Truppe von Trainer Alen Velcic. Kleiner Kader, Ausfälle, wenig Rotation, Rückstand, Nervendruck und zu guter Letzt Nachschlag in der Overtime.

 

Punktegarant: Rasheed Moore ist so etwas wie die Lebensversicherung der Panthers. Der 23-jährige US-Amerikaner haute gegen die Löwen Erfurt einen raus – 38 Punkte, er toppte somit seinen eigenen Bestwert (31) und war wieder in der Form, in der er in München (nur elf Punkte) vermisst wurde. Vor allem nach der zuletzt verheerenden Dreierbilanz wirkt er nach seinen ersten Distanztreffern fiel gelöster, probierte immer wieder mutig einen Versuch nach dem anderen. Bei den Freiwürfen hatte er eine ruhige Hand und wurde so ganz klar zum „Mann des Spiels“. „Ich freue mich darüber natürlich, dass ich heute einen so guten Tag erwischt habe. Aber die 45 Minuten durchspielen waren sehr anstregend. Der Sieg war wichtig und es hat Spaß gemacht, weil uns die Fans so super angefeuert haben.“

 

Kleine Rotation: „Unser Kader von elf Spielern ist enorm zusammengeschrumpft“, musste Trainer Alen Velcic gegen die Thüringer mit nur sieben Akteuren auskommen. Bill Borekambi und Hannes Osterwalder fehlten verletzt. Aushilfsspieler Paul Owuso-Frimpong war nicht mehr da, weil er beruflich in Hamburg und NRW terminlich gebunden ist. „So konnten wir die ganze Woche auch nur mit sechs Leuten trainieren“, musste Darius Pakamanis das Training wegen Halsschmerzen abbrechen. Er kam im Laufe der Partie ins Geschehen. Kassierte schnell drei Fouls. Noch schlimmer erwischte es Kosta Karamatskos – der Kapitän war mit fünf Fouls in der zweiten Halbzeit aus dem Spiel. So fehlten ruck zuck auf einen Schlag vier Lokal Player. Von den vier Ausländern war Moore komplett auf der Platte, sodass sich Pakamanis, Seid Hajric und Sergey Tsvetkov die Zeiten teilten. Der 30-jährige Bulgare hatte einen guten Tag, war ruhig bei den Freiwürfen, als er in der 36. Minute vier in Folge sicher zum 63:62 verwandelte und so die Partie wieder drehte.

 

Nervenkostüm: Die Fans in der Deutenberghalle waren richtig in Stimmung. Die gut 750 Besucher, „was ich am Sonntag Nachmittag angesichts der vielen Fußballspiele in VS im Stadtgebiet als sehr gut erachte“, so Geschäftsstellenleiter Holger Rohde, brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. „Es war nochmals eine Steigerung zu Würzburg.“ Dort entschied ein Wurf von Leon Friederici das Spiel drei Sekunden vor dem Ende. Diesmal wurde der vierte Heimsieg in Serie erst in der Verlängerung entschieden.

 

Freiwurfquote: Entschieden unter anderem, weil die miserable Freiwurfquote von München diesmal auf 72 Prozent im Normalbereich lag. Viele ruhige Hände auf dem Spielfeld, dafür umso mehr Lärm auf der Tribüne. Die Trommler um „Manolo“ heizten die Zuschauer an, die mit ihren Klatschpappen die Arena in den letzten sieben Spielminuten in ein Tollhaus verwandelten. Und auch Hallensprecher Rohde powerte den Panthers-Anhang zu Höchstleistungen. Velcic sprang in den letzten Minuten immer wieder auf und animierte die Fans mit den Armen zusätzlich. Es hat geholfen: Team, Verantwortliche und Fans sind auch in der 2. Bundesliga eine verschworene Einheit, wenn es Spielphasen gibt in denen es mal nicht so gut läuft.

Und da Erfurt seine Mannschaftsfouls voll hatte gab es davon in der Verlängerung reichlich Freiwürfe, für die die Spieler mentale Stärke und Sicherheit brauchten. Und das gute Gefühl von den Rängen aufnahmen. Moore und Point Guard Abu Abaker trafen in der 43. Minute von zwei Versuchen immerhin je einmal zum 76:71. Entschieden war immer noch nichts, „weil Erfurt mit seiner jungen Mannschaft ein starkes und sehr gutes Spiel ablieferte“, anerkannte Alen Velcic.

 

Topspiel: Der verwies, wie Hallensprecher Holger Rohde, bei der Pressekonferenz sogleich auf den kommenden Sonntag und das Duell gegen Frankfurt: Wieder am Deutenberg, erneut ein Heimspiel, wiederum um 17.30 Uhr. „Also beide Teams haben 6:2-Siege, 12:4-Punkte, es wird ein echtes Topspiel der ProB Süd. Da hoffen wir doch wirklich, dass wir im fünften Heimspiel an die 1000 Zuschauer herankommen.“ Die Frankfurt Skyliners II sind das Farmteam der BBL mit einigen Junioren-Auswahlspielern. Gegen Bayer 04 Leverkusen zogen sie am Samstag im Spitzenspiel allerdings mit 70:87 gegen den unbesiegten Tabellenführer (14:0) den Kürzeren.

 

FOTO: Emotionen pur im Spiel gegen Erfurt: Nicht nur bei Hallensprecher Holger Rohde und Punktegarant Rasheed Moore entlädt sich die Spannung – auch die Fans auf der Tribüne riss das Duell von den Sitzen.

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