Unglückliche Niederlage beim Bundesliga-Absteiger

29.09.2019

Vor 1225 Zuschauern in der Stadthalle Bremerhaven schnuppern die wiha Panthers Schwenningen lange Zeit an einem Überraschungssieg beim Bundesliga-Absteiger Eisbären Bremerhaven. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten die Partie zugunsten der Gastgeber. Trotz der 98:90-Niederlage zeigen die Schwenninger Basketballer über weite Strecken eine gute Leistung und beweisen erneut ihre Konkurrenzfähigkeit in der Barmer 2. Basketball Bundesliga ProA.

 

Panthers-Trainer Alen Velcic ging mit einer veränderten Startformation ins Spiel. Neben Center Marko, Spielgestalter David Dennis, Rasheed Moore und Sean Lloyd stand erstmals Filip Kukic in der ersten Fünf. Den besseren Start in die Partie erwischten aber die Gastgeber. Dank einer aggressiven Verteidigung und starker Treffsicherheit von jenseits der Dreipunktelinie bestimmte Bremerhaven die ersten Minuten der Partie (7:2 und 19:13 Führung). Vor allem Eisbären-Forward Sid-Marlon Theis bereitete den Panthers große Probleme und erzielte 10 seiner insgesamt 15 Punkte in der Anfangsphase.
Nach einer zwischenzeitlichen 9-Punkte-Führung Bremerhavens (22:13) fanden die Panthers einen besseren Rhythmus in der Offensive. Yasin Kolo und Bill Borekambi punkteten sicher aus dem Feld und Jaren Lewis zeigte sich bei seinen vier Versuchen sicher von der Freiwurflinie. Dennoch gingen die Eisbären mit einer 5-Punkte Führung in die Viertelpause (28:23).

 

Im zweiten Viertel übernahm der im ersten Viertel punktlos gebliebene Rasheed Moore mehr Verantwortung in der Offensive der Panthers. Angeführt vom letztjährigen Topscorer und ProB-Spieler des Jahres robbten sich die Schwenninger Punkt für Punkt wieder heran. Die aggressive Defense der Eisbären gegen den Ballvortrag der Gäste resultierte zunehmend in Fouls, durch die die Panthers zu vielen Versuchen an der Freiwurflinie kamen. Und dort zeigten sich die Spieler von Alen Velcic sehr treffsicher. Nach dem Ausgleich zum 36:36 verschafften sich die Eisbären wieder etwas Luft durch einen erfolgreichen Dreier von Spielmacher Kasey Hill. Aber die Schwenninger blieben dran und glichen das Spiel schon bald wieder aus (45:45). Nur dank eines weiteres Dreiers von Anthony Canty konnte Bremerhaven mit einer knappen 51:49-Führung in die Pause gehen.

 

Dort zeigte sich weiter der bekannte Ziehharmonika-Effekt: Die Eisbären setzten sich mehrmals wieder ab, die Panthers fanden aber stets Lösungen dranzubleiben und den Vorsprung zu verkürzen. Auch einige Veränderungen in der Panthers-Verteidigung fruchteten. Durch frühes Anpressen im Halbfeld kam das Offensivspiel der Eisbären immer häufiger ins Stocken. Nach einem starken Dreier und im folgenden Angriff verwandelten Freiwürfen von Panthers-Center Marko Bacak übernahmen die Schwenninger das erste Mal die Führung im Spiel (71:73). Das dritte Viertel endete mit einem 75:75-Ausgleich.

 

Im Schlussviertel wurde die Partie deutlich zerfahrener und von Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten geprägt. Vor allem bei den Schwenningern offenbarten sich nun einige Schwächen im Abschluss. Mit einem erfolgreichen Korbleger beendete David Dennis eine fast vierminütige Durststrecke der Panthers ohne Punkte (79:77). Ein weiterer Dreier von Anthony Canty verschaffte den Gastgebern wieder etwas Luft, doch die zunehmend mit Foulproblemen konfrontierten Eisbären konnten Schwenningen weiter nicht abschütteln.
Beim Stand von 85:84 nahm das Spiel jedoch eine entscheidende Wendung. Nachdem die Schiedsrichter ein Unsportliches Foul gegen Marko Bacak gepfiffen hatten, war der Center-Hüne mit seinem fünften Foul draußen. Bremerhaven baute dank eines überragenden Kasey Hill (23 Punkte, 7 Assists) die Führung nun deutlich aus und beendete das Spiel mit einem 13:6-Lauf. Auch wenn Filip Kukic durch einen sensationellen Treffer aus der eigenen Hälfte den Schlusspunkt setzen durfte, blieben dank eines 98:90-Erfolgs die beiden Punkte in Bremerhaven.

 

Trotz der unglücklichen Niederlage war Panthers-Coach Alen Velcic insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Das war eine ordentliche Vorstellung von uns. Wir waren gut vorbereitet und haben mit einer offensiv sehr starken Mannschaft lange gut mitgehalten. Zwei Minuten vor Ende hatten wir noch gute Chancen das Spiel zu gewinnen. Dann haben wir aber drei falsche Entscheidungen getroffen, die von Bremerhaven eiskalt in Punkte umgemünzt wurden. Die ProA ist die Liga der guten und richtigen Entscheidungen. Auf diesem Level werden Spiele oft durch zwei oder drei Fehler entschieden. Wir haben letztlich das Spiel innerhalb von 90 Sekunden durch individuelle Fehler verloren. Einerseits bin ich stolz darauf, wie wir uns bei einem Bundesliga-Absteiger präsentiert haben, andererseits müssen wir unsere Verteidigung natürlich deutlich verbessern. Es ist schwer, ein Spiel zu gewinnen, wenn man 98 Punkte des Gegners zulässt. Im Pick and Roll zeigen wir noch Defizite und beim Rebound müssen wir an den eigenen Brettern einfach besser arbeiten. Wir schauen jetzt aber nach vorne und freuen uns auf das Heimspiel gegen Jena am Samstag.“

 

Eisbären Bremerhaven – wiha Panthers Schwenningen 98:90 (51:49) – 28:23, 23:26, 24:26, 23:15

 

Statistik (Spielzeit/Punkte/Assists/Rebounds):

 

Jaren Lewis (21/7/1/2), David Dennis (33/8/7/5), Filip Kukic (12/10/1/1), Sean Lloyd (21/6/1/3), Bill Borekambi (14/10/0/1), Kosta Karamatskos (7/0/1/0), Rasheed Moore (35/21/1/7), Leon Friederici (17/2/2/2), Yasin Kolo (16/10/0/3), Marko Bacak (24/16/1/5), Noah Kamdem ohne Einsatz

 

TEXT: Manuel Schust / Foto: wiha Panthers

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