Trainier zufrieden über die Leistung

15.10.2018

Der Montag nach dem Köln-Trip war für Panthers-Trainer Alen Velcic entspannend wie das sonnige Herbstwetter. „Natürlich habe ich gute Laune. Wir haben vier Spiele gewonnen. Der Start in der 2. Bundesliga ist gelungen, wir sind in der ProB angekommen.“ Wie Recht der Trainer hat. Er hat seinen Beitrag dazu geleistet. Von Mai bis Juli beim Aufstellen und Erfüllen der Rahmenbedingungen. In Personalunion auf drei Positionen. Trainer, sportlicher Leiter sowie im Sponsoring-Bereich. Während andere Trainerkollegen in der Liga nur zwölf Monate als Coaches arbeiten wie der RheinStars-Head Matt Dodson, arbeitet Velcic außerhalb des Basketball-Courts noch als Selbstständiger mit einem Ladengeschäft. „Nun haben wir hier in Schwenningen etwas andere Voraussetzungen, ich bin aus der Stadt, ich haben hier die Wurzeln und ich bezeichne die Panther als mein Baby.“ Welches er hegt und pflegt.

Sportlich gedeiht das zarte Pflänzchen Basketball-Profisport in der Doppelstadt mit kräftigen Wurzeln. Vier Siege in vier Spielen, nur Bayer Leverkusen und die Skyliners Frankfurt II haben ebenfalls einen 8:0-Traumstart hingelegt. „Gehofft habe ich es, aber dass es wirklich gelingt, war nicht selbstverständlich.“

Der Coach lobt sein Team, „weil sie hungrig sind, weil sie kämpfen, weil sie als Team auftreten und alles zurückgeben, was wir gemeinsam seit Sommer investiert haben.“ Da denkt der akriebische Trainer bei allem ehrgeiz immer realistisch nach und bemerkt eine kleine lose Mutter im Stellschräubchen: „Unser Kader ist extrem klein.“ In der Tat: Schwenningen hat den kleinsten Spielerkader mit nur zehn Akteuren. Die Konkurrenz startete mit zwölf, teilweise bis zu vierzehn Akteuren. 14 Lizenzen sind über die Saison übrigens Pflicht. Die möchte Velcic aber nicht einfach auf dem Papier besetzten. „Dies ist auch gut so“, sagt Geschäftsstellenleiter Holger Rohde mit einem süffisanten Schmunzeln. „Ich kann mir ja keinen Pass machen. Ich bin Fußballer und zu alt“, lacht er zwar, weiß aber hinter des Trainers Gedankenspiele ersthafte Überlegungen.

„Man hat gesehen welches Potential wir haben. Aber auch was passiert wenn Leistungsträger wie Kosta Karamatskos auffallen.“ Der Kapitän ist unersetzbar. Abu Abaker muss mit seinen 21 Jahren erst noch in die Rolle des Spielmachers hineinwachsen. Zweimal schon konnten in den ersten Spielen Bill Borekambi (Knie) und Leon Friederici (Zeh) Blessuren rechtzeitig auskurieren.

Nicht auszudenken was passieren würde, wenn ein oder zwei Topleute mal ausfallen, „was ja immer passieren kann, wenn jemand krank wird oder sich eben verletzt.“ Gerade mit nur sechs deutschen Spielern wird die Lokal Player-Regelung schnell zum Systemkiller. Schwenningen hat vier Ausländer, da wechselt Velcic in der Regel zum gesetzten Topscorer Rasheed Moore je nach Spielverlauf Darius Pakamanis und Seid Hajric in der Defense zu oder Sergej Tsvetkov für die Offense.

Apropos Hajric und Tsvetkov: Der Pole ist ein ungewöhnlicher Center – keiner der in Massen Punkte sammelt, dafür mit seinem 117-Kilo Gewicht seinen ganzen Körper in der Defense einbringt und dabei etliche Rebounds abräumt. „Natürlich würde ich gerne vorne mehr Punkte machen, aber jeder im Team hat seine Rolle die er für den Erfolg erfüllen muss“, spielte der 35-jährige Hüne in Köln immerhin fast 22 Minuten.

Dafür hat der Bulgare Tsvetkov effektiv und effizient die Rolle des „Jockers“ unter dem gegnerischen Korb übernommen. Wie in der Domstadt: Er kam für den Starting-Five-Spieler Bill Borekambi, machte in nur 48 Sekunden gleich fünf Punkte und sammelte in nur zwölf Minuten Einsatzzeit neun Körbe.

Was dass Panthers-Team im Rheinland besonders auszeichnete: „Man sieht wie erfahren wir sind. Wo unsere Spieler schon überall gespielt haben. Die erschreckt so leicht nichts“, war Trainer Velcic von der Kulisse in Köln beeindruckt. „Die 700 bis 800 Fans waren mega laut, haben echt Stimmung gemacht.“ Leon Friederici kennt solche Situationen aus der ProB: „Mir macht es Spaß, es spornt mich auswärts sogar noch mehr an, wenn wir alle gegen uns haben.“ Lieber sind ihm dann doch die Zuschauer am heimischen Deutenberg. Die müssen jetzt noch weitere 14 Tage warten bis zum nächsten Heimspiel gegen TG s.Oliver Würzburg II. „Davor fahren wir ganz entspannt und ohne Druck nach Elchingen und schauen im Derby beim Meister was geht“, so Velcic mit einem Augenzwinkern. Wer ihn kennt der weiß: Der Coach will den fünften Sieg hintereinander, „dann müssen die Leute in VS am 27. Oktober gegen Würzburg kommen, mehr als immer weiterhin siegen und siegen geht als Aufsteiger beim besten Willen nicht.“

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