Trainer Alen Velcic maßlos enttäuscht über die Leistung seiner Schützlinge in Erfurt

10.12.2018

Nichts war es für die Wiha Panthers Schwenningen mit dem erhofften dritten Auswärtssieg bei den Löwen Erfurt: 61:76 lautete am Sonntag Abend das ernüchternde Ergebnis. Trainer Alen Velcic war maßlos enttäuscht über die gezeigten Leistungen seiner Akteure.

 

Die waren zwar nicht komplett, weil Center Seid Hajric mit einer Bronchitis das Bett hüten musste, aber auch der verbliebene Neunerkader war nicht in Bestform. „Leider haben wir es auswärts wieder einmal nicht geschafft, uns gleich von Beginn an auf den Gegner einzustellen. Aus dem Training unter der Woche war klar, wie die Erfurter spielen würden“, haderte Trainer Alen Velcic mit dem Auftritt. „Im ersten Viertel und auch im weiteren Spielverlauf im dritten Viertel haben wir es nicht geschafft, den Ball vernünftig aus der eigenen Spielhälfte nach vorne zu spielen.“ Einmal mehr fehlt hier die Ruhe und Abgeklärtheit von Kapitän Kosta Karamatskos. Sein Fehlen wiegt schwer, wie auch die Mitspieler anmerken. Leon Friederici, der zusammen mit Abu Abaker die Karamatskos-Rolle Stück für Stück ausfüllen soll weiß, „dass ich ebenso wie Abu ein junger Spieler bin. Da ist es noch nicht so einfach. Kosta hat eine unglaubliche Präsenz und bestimmt unser Tempospiel“, zeigt der Ex-Schalker auf. Warum er selber zum ersten Mal im Panthers-Trikot gar keine Punkte erzielte, blieb ihm ein Rästel. „Da lief bei mir nichts zusammen. Auch Bill und Rasheed haben den Korb nicht getroffen.“

 

Immerhin bekam er am Montag Vormittag gleich wieder seinen Kopf frei. Zusammen mit Geschäftsstellenleiter Holger Rohde besuchte er am Vormittag an der Christy Brown-Schule in Villingen eine kleinere Schulklasse, die sich zusammen mit ihren Lehrern und Betreuern Fragen rund um das Basketball ausgedacht haben. „Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Kindern Zeit zu verbringen. Ich finde, es sind immer sehr wertvolle Erfahrungen im Miteinander“, so der 23-Jährige nachdenklich. Rohde findet das Thema sehr wichtig: „Inklusion in jeglicher Form in unserer Gesellschaft sollte, egal in welcher Form, immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden. Das schönste an diesem Vormittag war einfach, dass miteinander viel gelacht wurde und wir uns von den Panthers freuen, dass sich die Kinder und Jugendlichen für Basketball interessieren.“ In der kommenden Woche wird überdies das gesamte Panthers-Team samt Trainer Alen Velcic erneut in der Schule zu einem etwas aktiveren Tag vorbeischauen.“

 

Kameraschwenk auf das Parkett: Das Trio Borekambi-Moore-Friederici ist an einem guten Tag zusammen locker für über 50 Körbe gut. Moore kam im Gegensatz zum Hinspiel (38) diesmal nur auf magere acht Zähler und blieb in dieser Runde erstmals einstellig. „Insgesamt haben wir zu behäbig und schwach gespielt, zu viele Bälle verworfen und die Einstellung hat mir nicht gestimmt. Nicht so, wie man auswärts bei so einem Gegner spielen muss, wenn man gewinnen will“, kritisierte Trainer Alen Velcic. Hier ist nun ein Mix aus Seelenmassage und klarer Faktenanalyse angesagt, um auch auswärts den Weg zurück in die Erfolgsspur zu finden. Bei 6:0-Heim- sowie 2:4-Auswärtssiegen ist eine gewisse Diskrepanz zu erkennen. „Um in den PlayOffs gut dazustehen, brauchen wir noch einige Punkte, eben auch in der Fremde und später in der K.O.-Runde muss man auch mal in fremder Halle ein großes Spiel für sich entscheiden“, richtet Friederici seinen Blick nach vorne.

 

Was dennoch nicht unüblich scheint: Eine Formkurve reicht bei den meisten Profisportlern nicht über eine ganze Runde zu einem High-Dauerlevel. Die anderen Spitztenteams lassen ebenfalls Federn, inzwischen kann ganz klar jeder jeden besiegen. „Aus meiner Sicht war es wichtig zu Beginn der Saison, damit wir uns vorne platzieren. Und es wird wichtig im Frühjahr wieder in die absolute Topform zum Vorrundenende und der Play-Off-Runde zu kommen“, so Geschäftsstellenleiter Holger Rohde. „Solche blöden schlechten Spiele gibt es bei jedem Team. Unser Trainer wird mit den Spielern zusammen alles in Ruhe analysieren und dann versuchen alles es am kommenden Samstag in Rhöndorf besser zu machen.“

 

Da gehen die Panthers bereits wieder auf Reisen zum Tabellenvorletzten nach Bonn. „Auf alle Fälle müssen wir dort gewinnen und werden uns von einer viel besseren Seite zeigen“, so Leon Friederici. Der neue Teamkollege Anell Alexis verbuchte für sein persönliches Glück mit zehn Punkten erstmals einen zweistelligen Wert, hätte aber natürlich lieber mit dem Team gewonnen. Weitere Siege werden zudem notwendig, da die Mannschaften in einer sehr ausgeglichenen Liga zwischen Platz zwei und sechs oder sieben und zehn sehr eng beisammen liegen und selbst Rhöndorf und Schlusslicht RheinStars Köln in der Rückrunde noch Punktgewinne in Richtung Play Offs zuzutrauen sind.

 

FOTOS (Michael Kienzler):

Dion Braimoh beißt sich gegen den Erfurter Robert Franklin durch und erzielte in nur sieben Minuten Einsatzzeit immerhin 5 Punkte (Bild oben). Leon Friederici (unten im Bild zusammen mit dem Erfurter Topscorer der Partie, David Taylor) blieb erstmals in dieser Saison ohne Punkte und war entsprechend frustiert. Die Puntkeausbeute seiner Teamkollegen blieb gleichfalls unterdurchschnittlich.

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