Stotternde Offensive der Panthers sorgt für Derby-Niederlage gegen Ulm

10.02.2019

2. Basketball Bundesliga ProB Süd, 20. Spieltag: Orange Academy Ulm – wiha Panthers Schwenningen 59:55 (21:13, 10:15, 18:19, 10:8).

 

Wenn die besten Defense-Reihen aufeinandertreffen, passiert was viele Betrachter im Vorfeld erahnt haben – ein Low-Score-Game auf beiden Seiten. Nur insgesamt 114 Punkte in den 40 Minuten. Mit ein Grund für die Niederlage der Schwenninger beim BBL-Farmteam war eine zu „kurze Bank“: Abu Abaker (Schmerzen im Knöchel)  (verletzte sich am Freitag Abend wieder im Training am Oberschenkel) fiel neben Kosta Karamatskos ebenso als Spielmacher aus wie Center Seid Hajric. Zu allem Überfluss kassierte Darius Pakamanis zu früh fünf Fouls und war somit ausgefoult. Da auch Boyko Pangarov (Fieber) kurzfristig am Sonntag Vormittag absagte und nicht mit an die Donau fuhr und Mo Braimoh keine Einsatzminuten von Trainer Alen Velcic bekam, rotierte der Panthers-Coach am Ende mit lediglich sechs Spieler in einer Mini-Rotation.

 

So kamen Anell Alexis (35 Spielminuten) und der durchspielende Leon Friederici als Local Player hohe Spielphasen. Bill Borekambi und Hannes Osterwalder teilten sich den Rest der „Deutschen“-Spielzeit auf. Dennoch war die Niederlage vermeidbar und unnötig. Die Eigenfehlerquote der Gäste war einfach zu hoch. Vor allem alleine in Richtung Ulmer Korb wurden ein halbes Dutzend einfache Korbleger versemmelt. Da half letztlich nicht einmal mehr eine wie immer starke Defense, um das Spiel zu gewinnen.

 

Glück für die Panthers: Da Frankfurt wieder verloren hat, wird es jetzt am kommenden Samstag in Gießen ein kleines „Endspiel“ um den zweiten Platz geben.

 

Der Start der Panthers lief nach dem Eröffnungs-2:0 von Leon Friederici holprig. Im ersten Viertel zo Ulm über ein 7:2 und 10:4 in der 4. Minute schnell auf 20:8 mit der höchsten Führung im Spiel (+12) weg (9.). Bis zum Ende des Viertels berappelte sich Schwenningen und kam auf 21:13 etwas nöher heran. In den zweiten zehn Minuten verstärkte sich die Abwehrarbeit der Velcic-Five: Nur zehn Punkte ließen die Schwarzwälder zu. Durch einen herrlichen Dunking von Hannes Osterwalder verkürzten die Panthers in der 13. Minute auf 25:24 – durch eine insgesamt gute Phase von 16:5 über vier Minuten lang. Bis zum Ende des Abschnitts in der 20. Minute verkürzten die Gäste zwar insgesamt, doch Ulms Talentschuppen behauptete mit dem 10:15 dennoch über eine Sieben-Punkte-Führung zur Halbzeit ein 31:28.

 

Schwenningen war dran, Schwenningen bekam Oberwasser, Schwenningen drehte die Partie direkt nach dem Seitenwechsel mit einem starken Beginn in der zweiten Spielhälfte: Dem 33:28 durch einen Dunking von Till Pape (21.) folgten 120 bärenstarke Sekunden, in denen die Panthers mit einem 11:0-Lauf die Begegnung in eine 33:39-Führung verwandelten – es war der höchste Vorsprung im ganzen Spiel. Auch mit dem 36:41 (25.) blieb man noch vorne, schaffte es allerdings nicht, den Abstand zu halten oder gar zu vergrößern. Wie Durchgang zwei wurde der dritte ebenfalls gewonnen, doch Ulm arbeitete sich über seinen Routnier Nils Mittmann (spielte 33 Minuten) immer mehr heran. Über ein 41:41 und 45:45 war die Partie ausgeglichen bis die Hausherren mit einem knappen 49:47 in das letzte Viertel gingen.

 

Nochmals Wende oder die dritte Niederlage im vierten Spiel zuletzt? Letzteres. Ulm zog erst auf 51:47 weg, dann glich Schwenningen durch Anell Alexis und Sergey Tsvetkov auf 51:51 und 53:53 aus (32.). Was nun folgte, war der Knockout: Viele Fehler, kein Glück bei den Abschlüssen mit schlechten Würfen – die Panthers trafen sage und schreibe 5:51 Minuten den Ulmer Korb nicht mehr. Keine Punkte und ab der 33. Minute versagte auch bei der Orange Academy die Trefferquote vollends – so stand es weiterhin in der 37. Minute nur 56:55 mit allen Chancen auf einen Sieg per Glückswurf wie im Hinspiel. Da die Gastgeber aus dem Spiel heraus nichts mehr trafen, mussten bei vollen Mannschaftsfouls in der Schlussphase drei verwandelte Freiwürfe zum 59:58 für die Entscheidung sorgen. Der letzte Versuch über einen Dreier noch einmal heranzukommen vergab Rasheed Moore elf Sekunden vor der Schlusssirene.

 

 

Trainerstimme:

Alen Velcic: „Ich bin total sauer und völlig deprimiert. Da spielen wir gegen eine der besten Mannschaften der Liga bei denen eine starke Defense und halten die bei 59 Punkten und treffen vorne wieder nichts. Wenn man wie schon letzte Woche mit 61 nur 55 Punkte macht kann man gegen keinen Gegner in der Liga gewinnen. Wir kommen vorne nicht in die Puschen und verwerfen sage und schreibe sechs Korbleger im eins gegen null – dieses Spiel in Ulm hätten wir wirklich easy gewinnen können. Auf der anderen Seite muss ich sagen: Mit welchem Personal. Wir hatten am Ende sechs Leute gegen diesen starken Gegner, das reicht dann einfach in der Kaderbreite nicht mehr aus, wenn nicht alle ihre Topform erreichen. Da fällt es mir heute echt schwer über dieses Spiel zu sprechen. Ich muss diese Vorstellung erst einmal verdauen.“

 

 

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