Starke Verteidigung und alte Muster

23.02.2021

Nach dem wichtigen 75:64-Heimerfolg über die Karlsruhe Lions blickt man bei den wiha Panthers mit gemischten Gefühlen auf die Partie zurück. Defensiv zeigten die Schwenninger erneut eine starke Leistung, machten sich aber in der Offensive das Leben schwer.

 

Mit dem elften Saisonsieg haben die wiha Panthers einen wichtigen Schritt in Richtung Playoff-Teilnahme gemacht. Der Erfolg über die zuvor neuntplatzierten Karlsruher hat die Kluft zu den Nicht-Playoff-Rängen größer werden lassen und den Platz der Schwenninger in den Top 8 weiter gefestigt.

 

Auch im Baden-Württemberg-Duell gegen Karlsruhe konnten sich die Panthers auf ihre starke Verteidigungsarbeit verlassen. Zum zweiten Mal in Folge hielt die Mannschaft von Alen Velcic ihren Gegner in der Deutenberghalle unter der 70-Punkte-Marke. Besonders eindrucksvoll agierten die Schwenninger in der Verteidigung gegen das sonst so starke Karlsruher Big Man-Duo Adam Pechacek und Maurice Pluskota. Immer wieder wurden die beiden Top-Spieler exzellent im Teamverbund verteidigt und so ihrer Stärken beraubt. „Generell haben wir versucht, die großen Gegenspieler zur Grundlinie zu drücken, um sie mit zwei Verteidigern doppeln zu können“, verriet Panthers-Kapitän Kosta Karamatskos nach dem Spiel. Gegen Karlsruhe ging diese Strategie voll auf: Pechacek und Pluskota erzielten mit nur acht Zählern deutlich weniger als die durchschnittlichen 27 Punkte, die sie sonst für die Lions beisteuern. Ligaweit kassieren die Panthers mit 77,6 Zählern mittlerweile die wenigsten Gegenpunkte überhaupt.

 

Ganz anders sieht es aber in der Offensive aus. Mit gerade mal 79,6 erzielten Punkten stehen die Doppelstädter auf dem drittletzten Rang der 2. Liga. Auch in der Partie gegen Karlsruhe bereitete die Offensive zeitweise große Probleme. Panthers-Trainer Alen Velcic nannte im Anschluss an die Partie den offensiven Output seiner Mannschaft eine Katastrophe. Nach überwiegend guten Phasen in der 1. Halbzeit taten sich die Schwenninger vor allem im Schlussviertel sehr schwer gegen die veränderte Verteidigung der Lions. Statt den Ball laufen zu lassen und gute Wurfchancen zu erarbeiten, verhedderten sich die Panthers zu oft in Eins-gegen-Eins Situationen, die ohne Erfolg blieben.

 

„Wir haben es uns selbst schwer gemacht und hätten oft bessere Lösungen im Angriff finden müssen“, betont Shooting Guard Chris Frazier. „Leider fallen wir manchmal noch in alte Muster zurück und spielen wie zu Beginn der Saison zu viel Eins-gegen-Eins. Im Training klappt alles wunderbar, aber im Spiel ist das nochmal eine andere Situation. Wir müssen in den nächsten Wochen intensiv daran arbeiten, auch in kritischen Phasen besser zusammenzuspielen.“

 

Vor allem die Zahl der vielen unnötigen Ballverluste war im Spiel gegen Karlsruhe viel zu hoch. Mit 22 Turnovers stellten die Panthers einen neuen Negativrekord ihrer laufenden Saison auf. Nate Britt und Chris Frazier fabrizierten am Samstag zusammen mit 13 Turnover – so viele wie sonst die gesamte Mannschaft.

 

Im Schlussviertel war ein vormals 15-Punkte-Vorsprung dreieinhalb Minuten vor Spielende auf fünf Zähler zusammengeschmolzen (67:62). Manche Fans mochten sich an die unglückliche Heimniederlage gegen Trier erinnert gefühlt haben, bei der die Mannschaft Ende Dezember offensiv ähnlich ins Stocken geriet und nach guter 1. Halbzeit noch unglücklich verlor. Doch am vergangenen Samstag gelang es den Schwenningern durch zwei verwandelte Distanzwürfe von Chris Frazier, aus dem zwischenzeitlichen Tief zu kommen und den Sieg sicherzustellen. Dass er die Mannschaft mit seinen Würfen gerettet habe, wies Frazier bescheiden von sich: „Eigentlich hat uns in der Phase eher Robin (Jorch) mit zwei ganz wichtigen Rebounds gerettet.“

 

Was gegen Karlsruhe dank starker Defensivleistung nochmal gut ging, wird gegen stärkere, gefestigtere Mannschaften nicht klappen, warnt Frazier: „Unsere Offensive muss wieder stärker werden, um gegen die Top-Teams bestehen zu können. Wenn alles passt und alle gut vorne und hinten arbeiten, können wir jedes Team der Liga schlagen. Das haben wir beim Sieg gegen Heidelberg (82:67) Zuhause bewiesen.“

 

Ein solches Top-Team erwartet die Schwenninger bereits am nächsten Spieltag. Am kommenden Samstag (18:00 Uhr) treffen die Panthers im hohen Norden auf die Eisbären Bremerhaven, die von den Experten zum klaren Kreis der Meisterschaftskandidaten gezählt werden.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Miclas Haasis

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