Spiel 1 verloren, nicht jedoch die Hoffnung und Motivation

16.04.2019

Lerneffekt: Spiel 1 verloren, nicht jedoch die Hoffnung und Motivation. „Wir haben zu viele Fehler gemacht und verdient verloren“. Eine einhellige Meinung bei Trainer Alen Velcic, seinen Spielern und den Verantwortlichen. Dass die imposante Kulisse von 3000 laustarken Zuschauern eine Rolle gespielt haben mag, scheint ein kleines Puzzleteil. Für einen zweiten Auftritt wären die Panthers gerüstet. Die Eigenfehlerquote die sich möglicherweise daraus entwickelt hat kann mit der Tagesform und dem spieltaktischen Verhalten jederzeit wechseln und korrigiert werden. Bessere Dreierquote, ruhige Hände bei den Freiwürfen, Vermeiden von Turnovers – klingt einfach und simple.  War alles schon einmal da, gegen Wedel und zweimal in Gießen, jeweils Druck, dem die erfahrenen Akteure um Spielführer Kosta Karamatskos Stand halten konnten, wenn sie gefordert waren.

 

Klare Analyse: „Unser Plan ist rund 37 Minuten aufgegangen. Wir haben das Spiel in etwas mehr als zwei Minuten verloren, weil wir zu viele Fehler gemacht haben“, redet Trainer Alen Velcic nicht um den heißen Brei herum. Hat aber die Quellen schnell ausgemacht. „Ich weiß was schieg gelaufen ist. Und vor allem haben wir ja noch zwei Spiele. Ich bin mir sicher, die Serie geht über drei Partien wie gegen Wedel und Gießen. Und daheim werden wir gewinnen und ausgleichen. Dann fahren wir ein zweites Mal nach Münster und dort passieren uns die Fehler die wir am Samstag gemacht haben, kein zweites Mal“, so sein entspannter Optimismus. Velcic ist dafür bekannt, dass er unbekannte Begebenheiten mit dem Blick für das Detail sehr genau ortet. Dies war in den ersten beiden Play Off-Runden bereits so. „Da heben uns viele doch auch jedes Mal schon abgeschrieben. Ich bin mir sicher, dass wir am 27. April noch ein zweites Mal nach Münster fahren müssen.“

 

Fan-Unterstützung: Die Panthers-Fans wird es freuen. Sie waren sich ebenfalls sicher, „hierher ins Münsterland kommen wir gerne nocheinmal“, meinte Stefan Caruso, dessen Sohn Fabian einer der Panthers-Trommler ist. Die Eltern unterstützen ihren Sohn mit Leib und Seele bei den Panthers. Reisten mit dem Wohnmobil nach Westphalen. Gut 40 Schwenninger Anhänger gingen mit in den Hexenkessel. Und waren dort mit ihren Fahnen und Trommeln auch in einem Tollhaus zu sehen und zu hören. Mit privaten Austos und Kleinbus ging es gen Nordwesten. „Leider gab es keinen großen Bus, aber auch so haben wir inzwischen ein tolles Netzwerk untereinander. Die Panthers sind eben eine Familie, in der wir von der GmbH, der Trainer und auch unsere Spieler auf Augenhöhe mit unseren Zuschauern sind. Dies verbindet und schafft eine Identifikation, die der Basketball schon immer hatte und auch niemals verloren gehen wird, solange Alen Velcic, Frank Singer oder auch ich sich engagieren“, freut sich Geschäftsstellenleiter Holger Rohde. Mit dabei war auch Maskottchen „Pörcy“, zwar in Zivil, dafür aber mit umso laustarker Begeisterung.

 

Von Münster nach Görwihl: Rohde und „Pörcy“ hatten ein straffes Programm am Wochenende. Samstag die 560 Kilometer rund sieben Stunden nach Westfalen, vorbei an Dortmund. Viereinhalb Stunden in der Halle am Berg Fidel, danach die Strecke wieder zurück in den Schwarzwald mit Ankunft kurz nach vier Uhr. Mit etwas wenig Schlaf um ging es am Vormittag schon wieder weiter, „weil wir am Mittag bereits ein weiteres Spiel hatten.“ Weiteres Spiel? „Genau, in Görwihl bei Waldshut an der schweizer Grenze am Rhein“, so Rohde zu weiteren zweieinhalb Stunden Fahrt in einer kurvenreichen Gegend am nächsten Tag. Er trainiert die Frauenfußballerinnen des FV Marbach in der Landesliga. Und „Pörcy“ ist seine Torjägerin und Spielführerin. Valeria Chiarelli lief halb ausgeschlafen in Kickschuhen auf, steuerte zum 11:1-Sieg dennoch zwei Tore und ein paar Vorlagen bei. „Ich war allerdings echt ziemlich KO und dachte mir am Morgen, wie ich heute noch auf dem riesigen Platz Fußball spielen soll ist mir ein Rätsel. Aber es war klar, dass ich mit nach Münster gehe. So ein Erlebnis wie vor 3000 Fans kommt nicht so schnell wieder in dieser tollen Saison der Panthers“, meinte Chiarelli. „Und es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt“, freut sich „Pörcy“ auf den Heimauftritt am Deutenberg.

 

Ausverkauf: Die Hütte wird natürlich voll sein, mit wieder knapp über 1400 Zuschauern. Der Vorverkauf läuft noch bis Gründonnerstag. Derzeit prächtig. An den zehn Stellen gibt es noch Karten, doch werden diese sicherlich weggehen wie warme Semmel. Alles was noch übrig ist oder von Münster an geblockten Gästekarten nicht weggeht, werden wir an der Abendkasse anbieten. Auch die Karten die reserviert wurden und nicht abgeholt werden“, so Geschäftsführer Markus Käshammer. Wenn sich hier etwas tut, werden die Panthers ihre Fans über Facebook aktuell auf dem Laufenden halten. Münsters Manager Helge Stuckenholz freut sich, „der Kontakt die vergangenen 14 Tage mit Schwenningen war sehr gut. Wir konnten uns in vielen Bereichen austauschen, Erfahrungen vergleichen. Zwei tolle Aufsteiger. Wir freuen uns auf die 1400 Zuschauer in Schwenningen. Wenn die Atmosphäre genauso wird wie bei uns in Münster, dann ist das echtes Play off-Feeling. Und wenn es eine dritte Partie bei uns geben sollte, immer gerne. Nochmal 3000 Zuschauer sorgen dann sicherlich für ein Spektakel. Beim ersten Spiel hätten wir auch 6000 Karten absetzen können“, wächst in Münster die Basketball-Begeisterung so an wie in Schwenningen.

 

Lizenzsierungsverfahren: Am gesterigen Montag war der Stichtag bei der Lizenzsierung. Eingang der Unterlagen in Köln bei der 2. Bundesliga AG. Das Panthers-Postpaket ist eingetroffen. Für ProB und ProA. Doch wer noch möchte in die ProA? Bayern 04 Leverkusen wie erwartet ja. Die beiden anderen Halbfinalisten Münster und Lokomotive Bernau? Nein. Keines dieser Teams hat einen ProA-Antrag abgebeben. Von den anderen Vereinen ebenfalls nicht. Es gibt sportlich zwei Aufsteiger, es gibt wirtschaftlich zwei mögliche Lizenzen. Die Schwenninger Verantwortlichen haben sich am Montag untereinander alle telefonisch schon einmal verständigt. „Jeder hat sich zu dem Thema seine Gedanken gemacht. Wir haben gemeinsam die Lizenzsierungsunterlagen mit einem Pro abgeschickt. Die Stadt unterstützt ins mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Unsere Fans wären begeistert von fünf baden-württembergischen Derbys. Und mit dem Halbfinale haben wir auch sportlich gezeigt, was wir können“, so Alen Velcic. Der Basketball-Macher steht vor dem nächsten Schritt seines Lebenstraums für die Region. „Wir werden alles genau abwägen, was wir derzeit erreicht haben, wie wir uns entwickeln, was wir für Möglichkeiten haben, was wir noch brauchen.“ Rohde ergänzt in dieser Hinsicht: „Wenn ich uns im aktuellen Ligavergleich sehe, dürfen wir vieles, wo wir selbstkritisch sind gelassener sehen, weil unser Umfeld teilweise viel weiter ist als bei anderen ProB-Vereinen. Und wenn man einen Lauf hat, dann sollte man eine Euphoriewelle in ganz VS und in der Region nicht bremsen. Wer weiß wann die nächste Gelegenheit dazu kommt. Aufsteigen kann man nie planen. Wir drehen jeden Stein um und diskutieren alle Pro und Contras zusammen und dann haben wir ja noch Zeit bis zum 7. Mai, dass wir uns ohne entstehenden Kosten entscheiden könnten, ob wir den Durchmarsch binnen zwölf Monaten mit zwei Aufstiegen in Serie stemmen können und wollen.“

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Schwenningen (Spielzeit/Punkte/Assists/Rebounds): Bill Borekambi (38/19/3/8), Rasheed Moore (30/15/0/6), Leon Friederici (23/12/2/0), Kosta Karamatskos (33/6/5/6), Sergey Tsvetkov (15/4/1/0), Darius Pakamanis (16/4/1/2), Anell Alexis (22/2/2/3),  Hannes Osterwalder (3/0/0/0), Abu Abaker (8/0/0/0), Seid Hajric (14/0/0/0), Mo Braimoh (2/0/0/0). Beste Scorer Münster: JoJo Cooper (33/21/7/3), Malcom Delpeche (26/16/6/1), Alex Goolsby (23/11/1/1).

 

Team-Statistik (Panthers zuerst genannt): Rebounds: 38:32, Assists: 13:13, Fouls: 16:23, Turnovers: 21:11, Steals: 10:4, Höchste Führung: Schwenningen 2:0 (+2), Münster: 71:56 (+15), höchster Run: beide Teams 9:0.

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