Schöne Bescherung – Panthers werfen sich mit einem Sieg gegen Elchingen zu „Fröhliche Weihmachten“

24.12.2018

BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Süd

14. Spieltag: wiha Panthers Schwenningen – scanplus baskets Elchingen 80:67 (20:10, 12:20, 35:5), 13:32)

 

Was für ein Jahresabschluss am Samstag Abend auf dem Schwenninger Deutenberg: Der Aufsteiger besiegt den Meister vor fast 1200 Zuschauern in der proppe vollen Halle und feiert Weihnachten auf dem zweiten Tabellenplatz.

 

Sieben Heimspiele, sieben Siege, 10:4-Erfolge nach knapp zwei Dritteln der Hauptrunde. Der Traum Play Offs ist sehr nahe gerückt, die Basketball-Euphorie im Schwarzwald steigt immer weiter an. Das 80:67 im Derby gegen den schwäbischen Rivalen aus dem Raum Ulm war auch ein Sieg für das Prestige, das Selbstbewusstsein und die Zielstrebigkeit der VS-Basketballer.

 

Und was das Team den begeisterten Zuschauern, die in mehreren Phasen Standing Ovations spendeten, zeigte, war schier unglaublich. Allem voran das dritte Viertel nach dem Seitenwechsel – das beste in dieser laufenden Saison. Das mit Abstand beste im ganzen Kalenderjahr 2018 in der Festung Deutenberg, in der die Schwenninger seit 2017 über 18 Monate ungeschlagen sind. Und dies bekamen zwischen der 21. und 30. Minute die Elchinger zu spüren.

 

32:30 stand es zur Pause. Dem starken Beginn mit 20:10 in den ersten zehn Minuten über eine sehr stabile Defense und schlechten Freiwürfen der Gäste, folgte ein aufstrebendes Elchinger Team, was eine Schwächephase der Hausherren mit einem 12:20 zum Verkürzen verhalf. Nur zwei Punkte Vorsprung bei Halbzeit – enge Spielstände schocken weder die Schwenninger Spieler, noch das Publikum. Ist man gewohnt. Geduld und Gelassenheit sind auf und neben dem Feld längst eine verschworene Einheit.

 

Was dann allerdings folgte im dritten Abschnitt, riss die Zuschauer nicht nur von den Sitzen und sorgte hochgradig für Herzinfarktgefahr, sondern sorgte bei vielen für einen offenen Mund auf der Tribüne. Zehn Minuten, in denen die Panthers auf den Gast zurollten, wie eine Dampflock mit ICE-Antrieb. Die Lawine wurde angeführt von einem herausragenden Rasheed Moore, der kurzzeitig nicht mehr zu bremsen war. Sage und schreibe 35:5-Punkte legten die Hausherren bis zur 30. Minute. Lagen in der 32. Minute mit 71:37 sogar mit 34 Punkten vorne. Und wie: Moore lief heiß wie eine New Yorker Frittenbude und die Dreier krachten durch den Ring – fünf waren es am Ende insgesamt. Dunkings wie von ihm selbst, Hannes Osterwalder oder Leon Friederici, der sich leider im Schlussabschnitt etwas schwerer am Knöchel verletzte, als er umknickte, folgten. Die Stimmung schwappte über. Elchingens erfahrene Meisterspieler schüttelten samt Trainer Boris Kurkovic nur noch den Kopf. Die Gäste waren zu Statisten degradiert und wurden vorgeführt. Nach diesem atemberaubenden Zwischenspurt zum 67:35 ging es in den letzten Abschnitt.

 

Alen Velcic wußte, dieses Tempo würde nicht zu halten sein. Er reizte die Auszeiten aus, er gab allen Spielern Spielpraxis und er zollte dem körperbetonten, bisweilen erwartend harten Elchinger Auftreten Tribut. Es gab massig Fouls und auf beiden Seiten waren zwei Akteure ausgefoult: Bill Borekambi und Hannes Osterwalder waren mit fünf Fouls frühzeitig draußen, bei den Gästen Brian Butler und Marko Kristanovic. Mit Abu Abaker und Seid Hejric hatten zwei Schwenninger sogar noch vier Fouls. Doch alles dies ließ einen Hänger verschmerzen: Elchingen gab noch einmal alles und wollte sich nicht abschlachten lassen. Die Panthers schalteten zwei Gänge zurück und wurden unkonzentriert. Und es folgte, was im Basketball auch hohe Abstände schnell zur Makulatur und zusammenschmelzen lässt. Mit einem 2:18-Run verkürzten die Gäste Punkt um Punkt und kamen beim Stand von 77:62 in der 38. Minute sogar noch einmal bis auf zwölf Zähler heran. Den Sieg freilich ließen sich die Schwenninger im Überschwang der Jubelgefühle mit ihrem Anhang in der Schlussphase jedoch nicht mehr nehmen.

 

Stimmen zum Spiel

Alen Velcic (Trainer Panthers):
„Heute freuen wir uns einfach
über den überragenden Derbysieg. Das tolle Publikum mit fast
1200 Zuschauern. Hier in
Schwenningen kann etwas Großes im Profisport wachsen im
Basketball. Diese Atmosphäre
heute war der Wahnsinn. Die
Jungs und das ganze Team drumherum haben bisher in dieser
Saison tolles geleistet. Wir stehen als Aufsteiger nach 14 Spieltagen auf dem zweiten Platz –
mehr geht doch nun wirklich
nicht. Die Pause haben wir uns
jetzt alle verdient, ehe es am 29.
Dezember schon wieder mit dem
Training weitergeht, weil wir am
6. Januar in Würzburg unser erstes Spiel 2019 haben.“

Kosta Karamatskos (verletzter
Panthers-Kapitän): „Ein wunderbarer Abend, eine tolle Leistung.
Geile Zuschauer. Wir freuen uns
alle und sind glücklich, schöner
kann man nicht in das Weihnachtsfest gehen.“

Rasheed Moore (Topscorer): „Natürlich zählt zu erst die Mannschaft. Wir wollten diesen Sieg.
Er war verdient und wir haben eine super Leistung gezeigt. Ich bin
überwältigt über unsere Fans,
diese volle Halle und die Stimmung haben mich heute zu meiner Leistung getragen. Ich bin
überglücklich dass mir 37 Punkte
gelungen sind und ich freue mich
jetzt, weil es in der Nacht direkt
heim Richtung New York geht
und ichmeine Familie für ein paar
Tage sehen kann.“
Bill Borekambi (Panthers Foreward): „Ich bin glücklich und
freue mich riesig. Es war bisher
eine super tolle Zeit in Schwenningen. Und daran wollen wir
nach Weihnachten anknüpfen.
Danke an alle die uns so tatkräftig unterstützen.“

Holger Rohde (Geschäftsstellenleiter): „Ich hatte im ganzen Spiel
Gänsehaut und freue mich wie
Bolle – sieben Heimspiele, sieben
Siege, dieses tolle Fan-Potential
in der Region. Das war erneut
Werbung für den BasketballBundesliga-Standort VillingenSchwenningen. Da wollen und
werden wir 2019 weiter intensiv
daran arbeiten. Diese Hinserie
von Alen Velcic und seinem
Team war keine Eintagsfliege, es
war seit August gut geplant, noch
besser vorbereitet und einfach
sensationell umgesetzt. Zehn
Siege aus 14 Spiele ist der Hammer und hat meine Erwartungen
einfach übertroffen.“

 

FOTOS (Michael Kienzler):

Einmal mehr in überragender Form: Schwenningens Rasheed Moore erzielte im Weihnachtsspiel gegen Elchingen 37 Punkte.

 

Alen Velcic wurde von Geschäftsstellenleiter Holger Rohde für 500 Spiele an der Seitenlinie der Panthers geehrt.

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