Play Offs rücken frühzeitig in den Fokus

20.11.2018

Wer hätte dies gedacht: Neun Spiele sind in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Süd erst gespielt und schon dürfen die Wiha Panthers Schwenningen bereits von den Play Offs träumen. Sieben Siege haben sie bereits auf dem Konto und noch 13 Partien bis Ende Februar stehen an.

 

Normalerweise benötigt man für das Erreichen der Play Off-Runde auf mindestens Platz acht zehn bis elf Siege. Dann geht es in die erste KO-Runde gegen die besten Acht aus dem Norden. „Wir haben schon sieben Siege unter Dach und Fach, bis Weihnachten noch fünf Spiele, davon zwei daheim. Wenn wir es schaffen, davon drei bis vier zu gewinnen, sieht es für die acht Partien Anfang kommenden Jahres wirklich gut aus“, zeigt Alen Velcic auf. „Je früher, desto besser. Dies gäbe uns sportliche Planungssicherheit. Für die weitere Runde, aber auch mit Blick auf die nächste Saison natürlich. Da beginnen wir schon im Januar und nicht erst im Mai/Juni wie in diesem Jahre nach der Lizenzerteilung. Fünf oder sechs Monate mehr Zeit sind im Profisport sportlich, wirtschaftlich und strukturell Gold wert“, so Geschäftsstellenleiter Holger Rohde.

 

Es ist überdies ein Fingerzeig des Trainers – in alle Richtungen. „Zum einen war unser Ziel, eine Begeisterung in VS, im Schwarzwald-Baar-Kreis und auch rüber bis Tuttlingen und Rottweil für Basketball zu wecken. Ich finde, dies ist uns mit guten Leistungen gelungen.“ Das 68:48 gegen die BBL-Farmtruppe der Frankfurt Skyliners Juniors war ganz nach dem Geschmack von Velcic, der mit seinem Team alle fünf Bundesliga-Heimpartien gewonnen hat. „Endlich wieder mal ein Spiel, bei dem wir nicht zittern mussten und es einfacher war zu gewinnen.“ Keinesfalls Überschwang spricht da aus dem Mund des erfahrenen Panthers-Bändiger. „Ich hole meine Jungs immer wieder auf den Boden zurück. Basketball ist kein Zufallssport. Wir haben heute so ein- und umgestellt, dass wir die Frankfurt 40 Minuten lang im Griff hatten.“ In der Tat: Ab dem Blitzstart mit 9:0 lag Schwenningen die ganze Zeit über immer in Führung. So entstanden der +20 Punkte Abstand und eine herausragende Defenseleistung. Mit dazu beigetragen hat Center Seid Hajric. Der spielte so lange wie in dieser Runde noch nicht: Fast 27 Minuten stand er auf dem Feld und holte neben sieben Punkten noch acht Rebounds gegen die langen Frankfurter Kerle. Dafür kam Darius Pakamanis nur zu einem Kurzeinsatz (sechs Minuten).

 

Trotz des klaren Sieges haben die Panthers einiges liegen lassen. Da waren locker noch 20 Punkte mehr drin. „Man hat aber schon gesehen wie gut wir zusammenspielen können, wenn wir komplett sind“, analysierte Leon Friederici.

 

Kompletter Kader ist das Stichwort für Trainer Velcic: Die vergangenen Wochen waren nicht einfach. Bill Borekambi wurde arg vermisst, feierte unter Schmerzen allerdings sein kurzes Comeback. Hannes Osterwalder musste mit einer geschwollenen Hand noch pausieren. Paul Owusu-Frimpong war nur zeitlich befristet verpflichtet, weil er beruflich in NRW und Hamburg eingespannt ist. „Im Training sind wir da natürlich unterbesetzt“, zeigt Velcic auf. Immer wieder helfen zwar Milen Dimitrov aus oder Nachwuchs-Talent Dominik Herrmann. Der zog sich im Training allerdings einen Bänderriss im Sprungelenk zu, feuerte jedoch von der Bank aus mit an. Auf eine lange Saison betrachtet und mit der Liga-Vorgabe, dass jeder Club mindestens 14 Spielerlizenzen beantragen muss und die Schwenninger bisher erst elf gezogen haben, sind auf alle Fälle noch drei Spielerlizenzen zu ordern. Wer Velcic kennt weiß, dies macht er nicht nur um das Papier zu beschriften. „Natürlich macht man sich immer Gedanken. Wo gibt es Spieler, welchen Typ können wir noch brauchen, wer bringt uns weiter und nicht zuletzt was kostet so ein Akteur und ist er finanzierbar?“

 

Als Tabellenzweiter sind die Panthers nicht in Not, brauchen keinen Aktionismus, können also in Ruhe den Markt sondieren. Geschäftsstellenleiter Holger Rohde pflichtet seinem Trainer bei: „Ziel ist immer das Maximum herauszuholen. Sportlich macht unser Team dies gerade. Wir spielen eine kleine Rotation und man sieht wie schnell es geht, wenn Spieler sich verletzen, wie eng es dann wird. Gerade bei den Lokal Playern.“ Rohde spielt auf die Frankfurt-Partie an. Erst fiel Sergey Tsvetkov mit einer Platzwunde am Kopf für eine Viertelstunde aus und musste mit einem Turban versehen werden, ehe er im letzten Viertel wieder auf das Spielfeld zurückkehrte. Dann erwischte es, fast unbemerkt vom Publikum auf der Tribüne, Kosta Karamatskos. Der Kapitän erhielt von einem Gegenspieler einen Schlag auf den Arm, so dass der Bizeps ziemlich angeschwollen war – ohne dass der Fitnesstrainer irgendwelche Hanteln in die Höhe stemmte. Der Deutsch-Grieche biss 33 Minuten auf die Zähne.

 

Knaller-Partie vor der Brust: Und jetzt wartet Bayer 04 Giants Leverkusen. „Die sind ungeschlagen mit 18:0-Punkten, der deutsche Rekordmeister, ein Traditionsverein mit Ex-Nationalspieler und Europameister-Legende Hansi Gnad als Trainer. Da fahren wir ohne Druck hin und schauen was möglich ist. Vielleicht sind wir die Ersten, die ihnen eine Niederlage beifügen“, reisen die Panthers bereits am Samstag nach NRW, übernachten in Leverkusen, trainieren dort noch vor Ort und freuen sich dann auf das Duell Erster gegen Zweiter.

 

FOTO (Michael Kienzler):

Center Seid Hajric spielte so lange wie in dieser Runde noch nicht: Fast 27 Minuten stand er auf dem Feld und holte neben sieben Punkten noch acht Rebounds gegen die langen Frankfurter Kerle.

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