Play Off-Teilnahme nach Sieg gegen Köln in greifbarer Nähe

14.01.2019

Die wiha Panthers Schwenningen haben mit dem 82:65 gegen Schlusslicht RheinStars Köln einen gewaltigen Schritt in Richtung Play Off-Teilnahme und guter Heimrecht-Position gemacht. Der Erfolg war trotz Personalnot nie gefährdet und souverän.

 

Schwierige Aufgabe: Auf dem Papier eine Pflichterfüllung, auf dem Parkett allerdings ein hartes Stück Arbeit. „Wir haben das in einem ekligen Spiel gegen einen sehr unangenehmen Gegner prima gelöst“, lobte Velcic seine Jungs. „Die waren nicht einfach zu spielen und haben alles gegeben. Unsere Spieler haben es ebenfalls alle gesagt, dass das nicht so im Vorbeilaufen geklappt hat. Wichtig war für mich, dass wir souverän waren. Bei Bayern München würde man sagen, es war ein glanzloses 3:1 gegen einen schwächeren Gegner. Es zeigt aber auch unsere Qualität und dass die Jungs es ernst genommen haben. Als wir zum Start 5:11 hinten waren, war ich völlig entspannt. Köln nahm dann eine Auszeit – mir hat dies in die Karten gespielt. Deren Rhythmus war weg, wir starteten einen 15:0-Lauf, besser geht es ja gar nicht.“

 

Ausfälle: „Ich habe mich im Training bei einem Sprint am hinteren Oberschenkel verletzt“, erzählte Center Seid Hajric war daher zum Zuschauen gezwungen. Dafür hatte er dann Zeit in der ersten Viertelpause das Trikot für den „Fan des Spiels“ von Umweltpartner Bad Dürrheimer Minerlabrunnen zusammen mit Hallensprecher Holger Rohde diesmal persönlich zu übergeben. „Ärgerlich ist meine Verletzung schon, aber jetzt hoffe ich, dass ich schnell wieder fit werde“, war er neben Hannes Osterwalder mit dessen Grippevirus der zweite Akteur, der ausfiel. Immerhin mischten Bill Borekambi und Darius Pakamanis wieder mit. Und wie: Borekambi war überragender und bester Mann mit einem Double-Double (26-12), der Litauer Pakamanis versenkte zwei der fünf Schwenninger Dreier.

 

Konkurrenz strauchelt: Damit war nicht zu rechnen. Während Schwenningen mit 11:5-Siegen den zweiten Platz festigte, verlor Verfolger Frankfurt II ersatzgeschwächt das Topspiel in Leverkusen. Da auch Erfurt und Coburg patzten, sind die Panthers der „Gewinner des Spieltages“. Die Rechnung ist daher einfach: Auf Frankfurt ist Schwenningen einen Sieg voraus. Gewann das Hinspiel mit +20 Punkten und kann am 26. Januar in Hessen selber im direkten Duell alles klarmachen oder zumindest den direkten Vergleich, wie auch gegen Elchingen, selbst bei einer Niederlage für sich entscheiden. Der ist relevant bei Punktgleichheit.

 

Erfolg spielt sich im Kopf ab: Gegen Köln zeigte sich einmal mehr die Breite an Qualität der Panthers-Spieler. „Meine Spieler kennen ihre Rolle, sie wissen was ich von ihnen erwarte und sie rufen es ab.“ Beispiele gab es genug: Pointguard Abu Abaker. „Er hat 38 Minuten lang zu 95 Prozent ein Klassespiel abgeliefert, lobte Velcic. „Er entwickelt sich super, er ist jung, hört im Training gut zu und lern ständig. Ich habe ihm nach der Verletzung von Kosta Karamatskos das Vertrauen geschenkt und er zahlt es immer mehr zurück. Wir haben ihm nicht ohne Grund keine Neuverpflichtung vor die Nase gesetzt.“ Acht Vorlagen und fünf Rebounds waren für Abaker Saisonbestwert.

 

Der nächste Akteur glänzte mit Effektivität und Effizienz – Kapitän Sergey Tsvetkov. „Wir kennen uns jetzt schon fünf Jahre. Er weiß was ich von ihm will. Er ist immer bereit, liefert ab, obwohl er weiß, dass er wegen der Ausländerregelung nicht so viel Spielzeit bekommt. Gegen Köln dann in 20 Minuten 19 Punkte abzuliefern zeigt wie mental stark er ist und immer alles für das Team gibt.“

 

Dritter im Bunde mit besonderem Lob war Leon Friederici: „Leon ist ein junger Spieler der noch voll in seiner Entwicklung steckt. Er hat Höhen und Tiefen, entwickelt sich jedoch immer weiter, ist selbstkritisch und darum ein wichtiger Baustein für uns.“

 

Die Leistungsschwankungen treten auch noch bei Anell Alexis auf. Die Spielweise in Deutschland ist etwas anders als in Panama. „Er hat unser System noch nicht zu hundert Prozent verinnerlicht. Aber er wird, da bin ich mir sicher, spätestens in sechs bis acht Wochen in den Play Offs wertvoll werden, wenn wir ihn bis dahin in Topform haben.“ Gegen Köln war der Forward etwas enttäuscht, wollte er doch vor heimischem Publikum eine ähnliche Leistung abliefern wie bei seinem Double-Double in Würzburg oder im Dezember in Rhöndorf. „Der Junge muss Geduld haben. Es braucht alles seine Zeit und wir führen viele Gespräche“, zeigt Velcic auf.

 

 

Ligavermarktung wird wichtig: Bei der Liga-Tagung der 2. Bundesliga mit den 40 Mannschaften aus der ProA und ProB Süd und Nord im hessischen Kassel ging es unter anderem einmal mehr darum, „wie sich die Liga insgesamt derzeit und zukünftig vermarktet. Die Erlöse aus den Verträgen mit den Ligasponsoren werfen für die Vereine immer die Fragen auf: Was bekommt jeder Club von den Erlösen. Wie ist der Mehrwert in der bundesweiten Vermarktung durch Medien, TV-Übertragungen, Internet-TV und was kann der einzelne Verein für sich vor Ort davon nutzen“, so Geschäftsstellenleiter Holger Rohde. Es geht darum, das Produkt 2. Bundesliga weiterzuentwickeln. „Wir wollen ja Basketball als Marke besser positionieren. Gerade die Ligen unter der BBL sind wichtig als Unterbau. Wir bei den Panthers haben die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg im Blick, wo wir südlich von Tübingen konkurrenzlos sind. Da sehe ich uns wie einst die Schwenninger Wild Wings im Eishockey oder im Handball über zehn Jahre die HBW Balingen. Ein riesen Einzugsgebiet in Villingen-Schwenningen, Rottweil, Tuttlingen, Blumberg bis Furtwangen im Umkreis von 40 Kilometern.“

Es fängt alleine beim Etat an: In der BBL braucht man 3 Millionen als „Eintrittskarte“. Da gehen die Etats dann schnell auf fünf oder mehr Millionen nach oben. In der ProA braucht man schon einiges, um auf 1,5 bis 2 Millionen zu klettern. Und in der ProB ist es dann folglich nicht mal so schnell aus dem Ärmel zu schütteln, um auf eine Millioen zu kommen, irgendwann zumindest.“ Zukunftsmusik für Rohde, der dennoch anmerkt: „Wir mit Schwenningen sind der beste Ansatz: Kleiner Etat, im Gegensatz zu den RheinStars Köln. Wir sind sportlich Zweiter, die sind Letzter. Unser Ansatz ist, dass wir ein seriöser Profisportverein sein wollen, der die Spieler pünktlich bezahlt und verantwortungsvoll mit den Sponsorengeldern umgeht. Doch Köln hat eine Geschäftsstelle in Müngersdorf mit viel mehr Vollzeitkräften, eine völlig andere Aufteilung in vielen Geschäftsbereichen. Da müssen auch wir irgendwann hinkommen. Dies braucht natürlich deutlich mehr Geld. Nicht nur die Mannschaft auf dem Feld entscheidet über die sportliche Entwicklung, sondern gleichermaßen die wachsenden und verbesserten Rahmenbedingungen.“ Dies gelte laut Rohde nicht nur für den Blick Richtung ProA. „In der ProB werden in zwei, drei Jahren die Standards der ProA normal sein, die ProA wird und muss sich der BBL annäheren, sonst enteilt diese auf Meilen hinweg. Also muss man sich mit weiterentwickeln oder man wird keine Chance haben.“

 

 

Wieder Heimspiel: Drei Hauptrunden-Heimspiele haben die Panthers noch. „Wir werden versuchen alle drei zu gewinnen“, so Trainer Velcic optimistisch. Gegen den BBC Coburg am kommenden Samstag um 20 Uhr heißt es „Alle Neune“ – der neunte Sieg im neunten Heimspiel ist anvisiert. „Dann folgen noch die Kracher gegen Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen und gegen den FC Bayern München II, da wollen wir uns auf die Play Offs einstimmen“, zweifelt neben dem Panthers-Trainer niemand mehr an der Teilnahme.

 

Ziele erreicht: Denn die bisherigen Ziele wurden auf der Erfolgstreppe stufenweise erreicht. „Erst wollten wir nicht absteigen, dann wollten wir unter die ersten Acht. Als Drittes stand an unter die ersten Vier in der Tabelle zu kommen – was wir denke ich schaffen, wenn wir von den sechs Partien noch drei gewinnen. Und somit bleibt Ziel Nummer vier: Den zweiten Platz festigen. Ziel fünf ist es dann in den Play Offs mit unserer Heimstärke mehr als nur ein bis zwei Runden zu überstehen“, dürfen sich die Basketball-Fans in der Region durchaus auf eine längere Saison einstellen, die gut und gerne bis Ende März und Anfang April gehen könnte.

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