Panthers ziehen nach Herzschlagkrimi ins Viertelfinale ein!

18.03.2019

2. Basketball Bundesliga Pro B, Play Offs Achtelfinale, 3. Spiel: SC Rist-Wedel – wiha Panthers Schwenningen 85:86 (25:21, 19:25, 23:15, 18:25). Der Basketball-Wahnsinn in VS geht weiter: Gestern Abend um 19:01 Uhr haben die Panthers vor den Toren Hamburgs das Viertelfinal-Ticket gebucht – in einem Herzschlagkrimi bis zur Schlusssirene.

 

Nach dem 63:73 in Wedel und dem 69:61 daheim haben die Panthers vor 800 Zuschauern in der vollen Steinberghalle somit das Ticket für die zweite Runde der besten Acht gebucht und treffen dort auf den Süd-Ligakonkurrenten Gießen. Zugleich schafften es die Neckarstädter dem SCW nach zwölf Heimsiegen hintereinander im 13. Spiel die erste Niederlage in eigener Halle beizubringen. Erstes Spiel in Runde zwei ist nun am kommenden Sonntag, 24. März um 18 Uhr in Hessen. Spiel Nummer zwei auf dem Deutenberg ist dann am Samstag, 30. März um 20 Uhr. Ein eventuell drittes Duell wäre wieder eine Woche später am ersten 6./7. April in Gießen.

 

1. Viertel: Die Panthers-Starting Five bestand aus Kosta Karamatskos, Bill Borekambi, Darius Pakamanis, Rasheed Moore sowie Hannes Osterwalder. Wedel bot vier Akteure auf, die am Samstag Abend noch in der ProA beim Kooperationsverein Hamburg Towers vor 3500 Zuschauern auf dem Parkett standen. Die Gäste kamen dennoch gleich gut ins Spiel und gingen fast immer in Führung. Bill Borekambi machte vier Punkte, ein Dreier von Lars Kamp nach 52 Sekunden war kein Ärgerniss. Die Gäste legten nach, Osterwalder mit einem Dunking, wieder Borekambi – 6:10 (4.), danach mit drei Punkten von Osterwalder und einem starken Dreier von Moore stand es in der 6. Minute 9:16. Da fielen die drei Fouls von Darius Pakamanis nach fünf Minuten nicht wirklich ins Gewicht. Osterwalder erwischte eine starke Startphase mit sieben Punkten und drei Rebounds. Bis zum Ende des ersten Durchgangs versuchten die Rister mit Spielerwechseln neue Akzente zu setzen. Mit Erfolg: Ruck zuck stand es nach einer 11:18-Führung nur noch 16:18 für Schwenningen. Alen Velcic nahm deshalb seine erste Auszeit (7.) um die Aufholjagd der Hausherren etwas auszubremsen. Doch das Gegenteil war der Fall: Über einen Dreier von Jürgen Rich kippte die Partie zum 20:19 der Hausherren (8.) die mit einem weiteren Dreier von Jan Both 34 Sekunden vor der Sirene auf 25:21 wegzogen und somit einen 16:5-Run innerhalb von viereinhalb Minuten nutzten und den Ton angaben. Ein schönes Offensivspiel von beiden Seiten ließ erahnen, dass noch 30 packende Minuten auf die Fans warten würden.

 

2. Viertel: Rist zog auf 27:21 weg, ehe die Gäste nach 3:32 Minuten ohne eigenen Treffer durch einen Dreier von Leon Friederici die passende Antwort gaben (13.), dem Moore und Karamatskos zwei Korbleger und einen 7:0-Lauf zum 27:28 folgen ließen. Ab jetzt wurde es bereits früh ein offener Schlagabtausch – Rist stellte durch einen Hollatz-Dreier wieder auf 33:28 (15.). Velcic nahm seine zweite Auszeit. Was die Gäste nicht verhindern konnten, waren die Dreier der Hausherren, diesmal netzte der US-Amerikaner Ryan Logan von „Downunder“ und plötzlich lagen die Schwarzwälder mit neun Zählern hinten (39:30/16.). Das Verteidigen klappte noch nicht so gut wie in den ersten beiden Begegnungen. Bis zum Ende der ersten Halbzeit hielten die Velcic-Schützlinge den Rückstand allerdings auf Schlagdistanz und verkürzten immerhin auf 40:38 (18.) obwohl Moore bei sechs Versuchen zwei Freiwürfe vergab. 44 Sekunden vor der Halbzeit wurde Friederici gefoult – traf dabei zum 44:44 und bekam einen Freiwurf, den er nach der Auszeit der Hausherren jedoch nicht nutzte. Dafür sorgte er mit einem Korbleger doch für das 44:46 drei Sekunden vor der Sirene und ein mit 25:19 gewonnenes Viertel. Dennoch zum Fazit der ersten zwanzig Minuten: Wedel mit 7:2-Dreiern (21:6-Punkte) aus der Distanz entscheidend (noch) besser um im Spiel zu bleiben.

 

3. Viertel: Für die zweite Halbzeit war klar – würden die Panthers die Distanztreffer es SC verhindern können und ihre Linie durchziehen, die Defense noch kompakter stellen können, dann stünde dem Weiterkommen nichts im Wege. Gesagt, getan: Moore legt nach zum 44:48, doch Kamp kontert mit einem Dreier zum 47:48. Die Partie kippt. Eine längere Durststrecke und zu viele Aussetzer leisten sich jetzt die Gäste. Wedel erspielt sich mit einem 7:0-Lauf 15:2-Punkten in Serie nicht nur die Führung zurück (51:48/23.) sondern zieht durch Hollatz mit den neunten Team-Dreier und weiteren Treffern sogar auf elf Punkte weg (59:48). Coach Velcic zieht in der 25. Minute seine dritte Auszeit in einer richtungsweisenden Phase des Spiels. Danach wird es zunächst nicht besser. 63:50 und 13 Zähler Rückstand – das Saisonende droht nach gut 27 gespielten Minuten. Ein Dreier von Friederici zum 65:56 setzt wieder ein Aufholzeichen (28.). Mit zwei Freiwürfen und seinen Punkten 15 und 16 verkürzt er auf 65:58. Fünf Sekunden vor Ende des Abschnitts trifft Karamatskos unter dem Korb, wird gefoult und stellt auf 67:61 nach 30 Minuten.

 

4. Viertel: Alles oder Nichts heißt es nun bei den Gästen. Zehn Minuten zum das Spiel zu drehen oder die Saison ist beendet. Spannung, Dramatik, Hoffen und Bangen Kapitän Karamatskos geht voran, verkürzt mit einem Dreier auf 67:64 und hat bereits zwölf Punkte auf seinem Konto. Es bleibt eng und völlig offen. Schwenningen versucht heranzukommen, Rist-Wedel den Vorsprung nicht abzugeben und wieder auszubauen. Zwischen und vier und sechs Punkten bleibt jedoch der Rückstand vor der „Crunshtime“: Dort verkürzt Borekambi mit einem Sprungwurf erstmals wieder auf 73:71 und Karamatskos gleicht zum 73:73 aus (35.). Ausgerechnet in diese starke Phase versenkt Kamp wieder mal einen Dreier zum 76:73. Borekambi gelingt wieder der 76:76-Ausgleich (36.). Und wieder Borekambi mit seinen Zählern 17 und 18 bringt die Panthers 3:11 Minuten vor dem Ende mit 77:78 erstmals wieder in Führung. Ein Herzschlagfinale bis zum Siedepunkt bahnt sich an. Rist-Wedel nimmt ein Timneout um den 12:4-Lauf der Gäste auszublocken.

 

38. Minute: Zwei Freiwürfe für Wedel – Malo Valerien trifft zum 79:78. Kurze darauf sorgen Friederici und Moore mit einem Alley Oop Dunk für das 79:82.

 

40. Minute: 38 Sekunden vor Spielende verwirft Rich einen Freiwurf für Wedel. Zwei weitere trifft er  zum 81:82. Jetzt sind Nerven wie Drahtseile gefragt. Timeout Schwenningen. 23 Sekunden vor dem Ende versenkt Karamatskos zum 81:84 einen Korbleger. Timeout Wedel. Steal Karamatskos. Foul an Anell Alexis und zwei Freiwürfe für die Panthers. Alexis trifft den ersten zum 81:85, den zweiten nagelt er 16 Sekunden vor der Sirene zum 81:86 durch den Korb.  Doch es bleibt spannend: Hollatz per Freiwurf und Logan sechs Sekunden vor Schluss per Dreier zum 85:86 sorgen für Starkstrom-Emotionen in der Halle. Vier Sekunden noch zu spielen: Foul und zwei Freiwürfe für Friederici – er verwirft den ersten, den zweiten ebenfalls. Timeout Wedel. Weil der Ball ans Brett ging werden die vollen 2,1 Sekunden ausgespielt für Wedel. Doch Schwenningen lässt sich nicht mehr übertölpeln und darf um 19.01 Uhr jubeln.

Laden Sie sich die Panthers App herunter! Ein muss für jeden Fan.