Panthers vergeben Matchball vor Rekordkulisse – “Nachsitzen” in Gießen

01.04.2019

Es hat (noch) nicht sollen sein: Die wiha Panthers Schwenningen müssen durch die 76:81-Heimniederlage gegen die Gießen 46ers Rackelos “nachsitzen” und ein zweites Mal nach Hessen an die Lahn fahren, um den 92:86-Erfolg vom 23. März zu wiederholen.

 

Der Gegner hieße im Halbfinale Baskets Münster. Der Nord-Erste setzte sich gegen den FC Bayern München II mit 2:0-Siegen durch. Top-Favorit Bayer 04 Giants Leverkusen dagegen stolperte nach der Hinspiel-Gala gegen Oldenburg diesmal in Niedersachsen. Dagegen machte Geheimfavorit Lokomotive Bernau bei Berlin mit den Frankfurt Skyliners Juniors in zwei Begegnungen kurzen Prozess. Fast scheint es so, dass sich am Ende die besten vier Hauptrundenteams auch durchsetzen für das Halbfinale. “Esgal was wir jetzt noch erreichen. Wir spielen mit unserem kleinen Kader eine grandiose Saison, gehen immer ans körperliche Limit und sollten auch nach so einem Dämpfer bescheiden bleiben und uns nicht all zu lange darüber ärgern”, zeigte sich Panthers-Trainer Alen Velcic ungewohnt schnell wieder entspannt nach dem Samstag-Kracher. “Ich muss zugeben, mich pumpt diese Saison brutal aus, mental im Kopf. Jede Woche ist intensiv und geht niht nur den Spielern an die Substanz.” Geschäftsführer Frank Singer hielt es während der Partie nicht mehr in der Halle aus. Er suchte im Freien etwas die Ruhe an der frischen Luft. Ein Stück weit auch aus Aberglaube. “Immer wenn ich in dieser Runde mal nicht da war und zugesehen habe, haben wir immer gewonnen.”

 

Rekorde: 1404 Zuschauern besetzten die Deutenberghalle restlos bis auf den letzten Platz. „Darüber freuen wir uns riesig“, lächelten Geschäftsführer Markus Käshammer und Finanzverwalter Michael Krivanek, als sie das Schild „Ausverkauft“ noch weit vor Beginn der Partie aushängen mussten. „Dies war unser Ziel und es zeigt, dass sich  in VS langsam aber sicher etabliert hat“, jubelte Geschäftsstellenleiter und Hallensprecher Holger Rohde. Rohde gab an der Seitenlinie neben Trainer Alen Velcic wieder Vollgas. „Am Sonntag war ich aber stimmlich ein Totalschaden.“ Velcic indes war trotz des sportlichen Rückschlages überwältigt. „Es ist unglaublich, was das heute für ein Rahmen für dieses Spiel war, so was hat Schwenningen im Basketball noch nicht erlebt.“

 

Trotz wicht den langen Gesichtern: „Ich ärgere mich darüber, was wir für Fehler gemacht haben und dieses Spiel daheim vor dieser tollen Kulisse unnötig verloren haben. Jetzt muss in Gießen eben nochmals ein Sieg her“, war Rasheed Moore am Samstag Abend restlos bedient und biss mehrmals in sein Trikot. „Da hilft jetzt kein Jammern. Wir haben eine weitere Chance im dritten Spiel. Solche Tages gibt es. Das sind die Play offs, da kann jedes Mal etwas Neues passieren.“ Mit 22 Punkten war er der Punktbeste Panthers-Spieler. Übertroffen wurde er allerdings noch von Bill Borekambi, dem erneut ein Double-Double gelang (20-12). Leon Friederici (14 Punkte) sorgte dafür, dass das Trio gegenüber seinen 71 Punkten in Gießen diesmal „nur“ auf 56 Zähler kam. Die zweite Reihe der Schwenninger war nicht so erfolgreich wie die der 46ers.

 

Ausgeglichen gepunktet: Neben dem Topscorer Bjarne Kraushaar (23 Punkte/5 Dreier) hatten gleich vier weitere Spieler zwölf Punkte. Der 19-jährige Kraushaar zermürbte als Spielmacher mit vier Dreiern in der ersten Halbzeit früh das taktische Konzept von Panthers-Trainer Alen Velcic. Dazu bekamen die Gastgeber Jordan Williams zeitweise unter dem eigenen Korb wieder nicht in den Griff. 46ers-Routiner Johannes Lischka meinte: „Das war ein ganz heißes Ding. Nachdem wir auf der Hinfahrt in Frankfurt eine Stunde im Stau gestanden haben und zudem nur eine kleine Rotation mit acht Leuten gespielt haben, dachte ich echt, es könnte jetzt nochmal ganz eng werden, als Schwenningen auf 74:75 rangekommen ist. Wir haben heute aber alle Biss, Wille und Kampfgeist gezeigt und aus meiner Sicht verdient gewonnen.“

 

Statistiken: Im ersten Spiel hatten die Schwenninger 50:28-Rebounds, diesmal 36:31. Die Dreier-Quote von 6:8 war nicht einmal so schlecht wie sonst üblich. Bei den Freiwürfen war mit 20 von 26 gegenüber 26 von 29 in Gießen die Ausbeute wieder besser als bei den 46ers. Letzlich waren es Kleinigkeiten, wie es Borekambi beschrieb, in denen die Hausherren eine zu hohe Eigenfehlerquote hatten mit Fehlpässen, vergebenen Korblegern oder Fouls, die die beiden Schiedsrichter ein ums andere Mal anders auslegten, als man es hätte anders herum ebenso machen können.

 

Auswärtsstärke: In Wedel machten es die Schwenninger im entscheidenden dritten Spiel im Achtelfinale auswärts klar. Nun brauchen sie nach dem ersten Streich in Gießen im Viertelfinale einen weiteren Sieg in der Fremde. „In den Play Offs ist alles möglich. Da kommt es in jedem Spiel auf die Tagesform an“, zeigt sich Bill Borekambi angriffslustig, zuversichtlich und optimistisch zugleich. Immerhin hat er im letzten Jahr im entscheidenden dritten Spiel mit seinem damaligen Team den Rostock Seawolves die 46ers aus dem Rennen geworfen. „Dies würde ich natürlich dieses Jahr gerne wiederholen.“ Angesichts der letzten beiden weiten Reisen und den damit verbundenen Siegen können die Panthers-Spieler mit der Gewissheit nach Hessen fahren, dass die Aufgabe wiederum lösbar erscheint.

 

Neuzugang: Mit für die gute Stimmung in der Halle, nicht nur bei den zahlreichen Kindern, sorgte das erstmals aufgetretene Maskottchen „Pörcy“. Der Plüschpanther wurde mit den Twirling-Mädels vor der Partie extra vorgestellt. Und war bei Jung und Alt bis weit nach Spielende das begehrteste Selfie-Objekt an diesem Abend. Im Vorfeld hatten Holger Rohde und Stadtgeflüster-Chef Hartmut Kersten am Freitag Nachmittag zusammen mit Pörcy und Kamerafrau Sabrina Zech quer durch VS ein lustiges Video gedreht, wo sie den Panther jagten und einzufangen versuchten. „War ne lustige Sache und etliche Leute staunten nicht schlecht, wer da durch die Gegend flitzt“, schmunzelte Kersten.

Premiere: Maskottchen „Pörcy“ wird den 1400 Zuschauern in der Deutenberghalle präsentiert.

 

Wieder Fan-Bus geplant: Für den kommenden Samstag planen die Panthers wieder einen Bus nach Gießen. „Die Abläufe sind uns ja jetzt bekannt. Das Bestellen der Tickets bei den 46ers klappt über Homeprint vorab problemlos“, zeigt Geschäftsstellenleiter Holger Rohde auf. Geplant ist die Abfahrt am Samstag um 14 Uhr ab Deutenberg. Die rund viereinhalb Stunden Fahrt hin und zurück sorgen bei einem Spielbeginn um 20 Uhr dafür, dass die Anhänger der Schwarzwälder dann am frühen Sonntag Morgen um ca. 2:30 Uhr wieder zu Hause wären. „Beim ersten Spiel war die Unterstützung enorm wertvoll, weil wir mit etwas 70 Leuten den 700 in der Halle Paroli bieten konnten und dies unsere Jungs gepuscht hat.“ Anmelden können sich Interessierte über die Facebook-Seite der Panthers oder bei Holger Rohde auf whats app (0174243160).

Laden Sie sich die Panthers App herunter! Ein muss für jeden Fan.