Panthers rüsten sich für die Play-Offs und die Zukunft

29.01.2019

Die wiha Panthers Schwenningen rüsten sich mental, körperlich und tabellarisch für die Play Off-Runde. Das Thema Klassenerhalt ist beim Aufsteiger längst erledigt. Dieser Haken wurde gesetzt, das Ziel unter die Top-Vier ist ebenfalls nahezu fix und nun scheint sogar der zweite Platz möglich. Mit dazu beigetragen hat das 75:65 im Schlagerspiel beiden Frankfurt Skyliners Juniors mit dem wichtigen vierten Auswärtssieg (Bilanz: 4:5/daheim: 8:1), was zugleich ein klares Zeichen an die Konkurrenz für die Knockout-Phase ab März darstellt.

 

Vorgeschmack: Alen Velcic hatte die richtigen Parameter gewählt, um seine Mannschaft auf die Skyliners Juniors vorzubereiten. „Zum einen ging es darum, den zweiten Platz nicht abzugeben.“ Ein wichtiges Statement, nachdem die Schwenninger diese Position nun schon seit mehreren Spieltagen aus dem Herbst heraus besetzen. „Wenn man solange dort oben mitmischt, möchte man auch da bleiben“, zeigt Forward Bill Borekambi selbstbewußt und motiviert auf. Zweiter Punkt war ganz einfach der Endspiel-Charakter: Bei einer Niederlage wäre Frankfurt vorbeigezogen, so aber haben die Schwarzwälder mit 12:6-Siegen für den Juniors (11:7) den zweiten Platz weiter gefestigt, den direkten Vergleich gesichert. Im Klartext: Bei Punktgleichheit wäre Schwenningen besser platziert, sogesehen reichen im Idealfall noch zwei Siege zum Rang hinter Leverkusen.

 

Hauen und Stechen: Velcic und seine Jungs taten gut daran bis Weihnachten Punkte zusammeln wie ein schwarzwälder Eichhörnchen. Denn jetzt auf der Zielgeraden vier Spieltage vor Schluss der Hauptrunde geht das Belauern um die Top-Acht-Ränge los. Bestes Beispiel wie eng, ausgeglichen, ja gar verrückt es derzeit abläuft: Die Gießen 46ers. Vor vier Spieltagen noch Zehnter, kletterten die Hessen mit einer Siegesserie und Ex-Nationalspieler Johannes Lischka auf den vierten Rang vor. Vom zehnten Ulm (8:10/16) bis Gießen (10:8/20) sind es allerdings nur zwei Siege. Da die Schwenninger Verfolger ab Platz fünf, Coburg, Erfurt und Elchingen mit Licht und Schatten Woche für Woche im Gleichschritt Federn lassen, sind auch die BBL-Farmteams von Bayern München II (16) und Würzburg (14) noch mit Chancen auf den achten Rang. Lediglich die Dragons Rhöndorf (8) und Rheinstars Köln (8) können und mussen sich beide schon auf die Abstiegsrunde der schwächsten vier Mannschaften einstellen, von denen dann zwei in jedem Fall sportlich absteigen.

 

Norden: Im Norden scheint die Lage noch ausgeglichener. Während Leverkusen (17:1/34) den Süden dominiert vor den Panthers, liegen in der anderen Staffel Münster und Rist-Wedel (je 12:6) vorne, dahinter Bernau-Berlin (11:7) sowie Oldenburg, Iserlohn und Sandersdorf (je 10:8) gleichauf. Kurios: Der aktuelle Play Off-Gegner wäre der Ex-Club von Kosta Karamatskos aus dem hohen Norden – die Itzehoer Eagles.

 

Rollenverteilung: Bester Mann bei den Panthers in Frankfurt war Bill Borekambi mit 23 Punkten. „In diesem Spiel war es eben an mir gelegen, von Anfang an den Ton anzugeben“, hatte der Ex-Rostocker wichtige Zähler dazu beigetragen, nachdem Topscorer Rasheed Moore in den ersten 20 Minuten nur zwei Zähler verbuchte. Sich jedoch im weiteren Verlauf immer weiter steigerte und letztlich mit 15 Punkten und neun Rebounds nur knapp an einem Double-Double vorbeischrammte. Einen starken Auftritt hatte Sergey Tsvetkov. Er lieferte mit 30 Minuten Spielzeit auf der zweiten Ausländerposition seinen Spielminuten-Bestwert für die bisherige Runde ab und verzeichnete immerhin elf Punkte. Bei den Lokal Playern kam Hannes Osterwalder in Mainhattan auf 24 Minuten Einsatzzeit – so viel am Stück hatte auch er in der laufenden Spielzeit noch nicht performt. Moore mit 21,9 pro Spiel (1.) und Borekambi (16,6/9.) stehen beide in den Top-Ten. Weniger Punkte, aber viele Assists verbucht dagegen Pointguard Abu Abaker. Zum zweiten Mal seit Dezember machte er acht Vorlagen aus der Spielmacherrolle heraus. Spielte wieder 36 Minuten wie gegen Coburg und schafft es immer mehr mit seinen schnellen Movs das Tempo zu bestimmen, wenn es bei den Schwenningern nach vorne geht.

 

Beste Abwehr: Seit dem Sieg in Frankfurt haben die Panthers die Hessen als beste Defense der Südstaffel abgelöst. Und mit 1292 fünf Zähler stabiler. Im Schnitt bedeuten dies 71,8 pro Begegnung. Und bekanntlich entscheiden gute Abwehrreihen Meisterschaften und entscheidende Spiele. „Was wir da in Frankfurt abgeliefert haben war auch absolut erste Sahne“, jubelte Velcic. Da hat alles gestimmt. Kleinigkeiten, wie erneut ein starker Block von Hannes Osterwalder, viele Rebounds und vor allem taktische Disziplin mit nur einem Akteur mit drei Fouls erwiesen sich als Schlüssel zum Erfolg.

 

Tabellenführer: Am kommenden Samstag um 20 Uhr gibt es am Deutenberg das absolute Kracherduell der Panthers beim Sponsoren-Spieltag von Badenova gegen Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen. „Mehr geht in der Liga nicht, die beiden besten Teams treffen aufeinander. Wir wollen daheim wieder einen Sieg einfahren, haben mit Leverkusen noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, wollen Revanche für die Niederlage nehmen und unseren Zuschauern einen Vorgeschmack auf die Play Offs bieten“, so ein motivierter Trainer. Er erwartet ebenso wie Geschäftsstellenleiter Holger Rohde „1000 Zuschauer. Dies haben unsere Spieler nach dem Husarenstreich in Frankfurt verdient, als weitere Motivation für die KO-Runde. Einen besseren Gegner gibt es derzeit in der ProB nicht. Zudem hat Bayer 04 nicht nur einen großen Namen, sondern ist ja auch nach wie vor deutscher Rekordmeister und ein echter Basketball-Traditionsverein in Deutschland. Wir freuen uns alle auf eine volle Halle mit guter Stimmung und wollen eine hohe Hürde und Herausforderung für die Leverkusener darstellen.“

 

Play off-Termine: Die Play-Offs über Kreuz mit den besten Acht aus dem Süden und Norden beginnt am Fasnetswochenende 2./3. März. Gespielt wird dann ab dem Achtelfinale bis zum Halbfinale im Modus „best of three“. Nur die beiden Endspiele (1. und 4. Mai) werden in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Das Achtelfinale (2./9./16. März), das Viertelfinale (23./30. März/6. April) und das Semifinale (13./20./27. April) wird jeweils nur an Wochenenden ausgetragen. „Werktagspiele wäre ja der Wahnsinn. Mit berufstätigen Spielern, übernachten, weite Anfahrten nach zum Beispiel Berlin, Oldenburg oder vor die Tore von Bremen“, so Holger Rohde zu den von den Namen her zwar lukrativen und spannenden, aber ebenso logistisch aufwendigen Duellen im Kampf um den Aufstieg in die ProA.

 

Lizensierungsverfahren: Am Montag kamen von der Liga weitere Unterlagen zur Lizensierung 2019/2020. „Da wird uns wie im Vorjahr federführend unser Experte Volker Kübler durch die Reihen führen. Dieses Jahr sind wir natürlich alle erfahrener, können frühzeitig starten und werden für die Erstellung der ganzen Rahmenbedingungen für die nächste Saison mehr Spielraum haben. 2018 mussten wir bis Anfang Mai warten, hatten dann noch Auflagen wie das Licht bis September zu erfüllen. Da können wir 2019 vorarbeiten, müssen dennoch akriebisch alles abarbeiten. Volker Kübler hat da ein wachsames und kontrollierendes Auge drauf“, so Rohde. Zum Thema ProA zeigt er ebenso wie Trainer Alen Velcic auf: „Wir werden beide Lizenzen beantragen, ProB und ProA.“ Mit klarem Hintergrund: „Wenn wir es sportlich ins Finale schaffen sollten würden wir die Option ziehen. Es wäre fahrlässig es nicht zu tun. Nächste Saison werden die Karten wieder neu gemischt. Dann ist es vielleicht schwieriger. Man sieht es am amtierenden Meister Elchingen – der läuft diese Runde hinterher und ist aktuell nur noch Siebter“, so beide unisono.

 

Kontinuität: Zudem wollen die Schwenninger unbedingt ihre Leistungsträger halten, allen voran den US-Amerikaner Rasheed Moore. Der 23-Jährige fühlt sich im Schwarzwald sehr wohl, möchte am liebsten natürlich mit dem Team aufsteigen. „Es ist immer mein Ziel am Ende Meister zu werden oder aufzusteigen.“ Über Sponsoren und ein intaktes Umfeld ist es gut denkbar, dass der Allrounder ein drittes Jahr bei den Panthers bleibt. „Da werden wir alles erdenkliche machen, dass es klappt. Rasheed ist ein Gesicht der Panthers, ein Werbeträger, sympathisch, bodenständig, bescheiden und bei den Fans einer unserer absoluten Publikumslieblinge wie Kapitän Kosta Karamatskos“, so Rohde.

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