Panthers gewinnen Krimi in der Verlängerung

12.11.2018

78:76-Zittersieg der Schwenninger gegen die Löwen Erfurt / Moore macht 38 Punkt

 

8. Spieltag, 2. Basketball Bundesliga ProB: wiha Panthers Schwenningen – Löwen Erfurt 78:76 (25:17, 13:23, 17:16, 10:9, 13:11).

 

Was für ein Krimi auf dem Deutenberg: Vor rund 700 Zuschauern machten es die Panthers gestern Abend spannend, ehe nach knapp über zwei Stunden der sechste Saisonsieg unter Dach und Fach war. Der Traum von den Play Offs rückt ein kleines Stück näher.

 

Und wie: 45 Minuten Dramatik gegen eine starken Gast aus Thüringen, der mit seiner jungen Mannschaft alles in die Waagschaale geworfen hat. Am Ende siegte der Wille und die Erfahrung der Panthers. Diese spielten mit einem Minikader: Bill Borekambi und Hannes Osterwalder fielen aus, Darius Pakamanis war angeschlagen und Kapitän Kosta Karamatskos musste bei den beiden kleinlichen Schiedsrichtern mit fünf Fouls nach 30 Minuten Spielzeit vorzeitig vom Feld. So ragte einer heraus, der die vier Viertel und die Overtime komplett durchspielte heraus. Ein überragender US-Amerikaner Rasheed Moore mit sagenhaften 38 Punkten – 50 Prozent der Ausbeute der Hausherren. Ebenso stark, ungewöhnlich für ihn in der Defense: Leon Friederici mit 13 Rebounds, die meisten unter dem eigenen Korb. Auch er hielt 44 Minuten lang durch.

 

Kameraschwenk zurück zum unglaublichen Spielverlauf mit allen Höhen und Tiefen: Schwenningen erwischte einen guten Start und lag über ein 4:0, 8:5 und 18:9 in der 7. Minute klar vorne. Moore deutete schon an, dass er am Heißlaufen war. Die Körbe fielen. Erfurt wehrte sich alllerdings mit einem 7:0-Run und kam auf 18:16 heran. Ein Dreier von Moore zum 21:18 war die passende Antwort (8.). Über ein 25:17 nach dem ersten Viertel zogen die Gastgeber zu Beginn des zweiten Abschnitts auf 30:17 weg. +13 Punkte war die höchste Führung. Doch anstatt weiter Druck zu machen und den Vorsprung zu vergrößern, konnten die Velcic-Schützlinge den Löwern den Zahn nicht vorzeitig ziehen.

 

Im Gegenteil: Plötzlich riss der Faden. Erfurt holte die Rebounds reihenweise ab, am Ende 55:38. So kippte das Spiel durch einen Dreier von Max Kuhle zum 36:36 und dem anschließenden Korb von David Taylor zum 36:38 erstmals. Gerade Taylor (24 Punkte), Robert Franklin mit einem Double-Double (20/16 Rebounds) und der starke Tobias Bode (13 Rebounds) konnten nach Belieben ihre Treffer setzen, nachsetzen und abräumen.

 

So gingen die zweiten zehn Minuten mit 13:23 klar verloren und zur Pause führte Erfurt mit 38:40. Im dritten Durchgang blieb es spannend. Die zweite Halbzeit begann mit einem Hin und Her. Zunächst zog Erfurt mit 40:47 auf seine höchste Führung mit -7 weg. Schwenningen berappelte sich, holte bis zur 30. Minute den Abschnitt mit einem 17:16 und verkürzte auf 55:56. Die Fans in der Halle kamen in Stimmung und peitschten ihr Team immer mehr nach vorne. Und es war nötig: Beim Stand von 57:56 durch Moore wechselte die Führung wieder (31.). Dann stand es 59:62 und Sergey Tsvetkov behielt die Nerven: Er verwandelte alle zum 63:62. 23 Sekunden vor dem Ende traf Abu Abaker ebenfalls mit ruhiger Hand doppelt zum 65:65 – Verlängerung. Dort kochte die Halle über. Schwenningen hatte den längeren Atem. Ab Minute 41 traf Rasheed Moore mit einem Dreier zum 72:68. Da die Löwen die Mannschaftsfouls voll hatten zogen die Gastgeber Freiwürfe. Moore und Abaker versenkten zumindest je einen zum 76:71. Dies rund 50 Sekunden vor der Sirene. Entschieden war immer noch nichts. Die Gäste noch einmal sieben Sekunden vor Schluss bis auf zwei Punkte heran, ehe die Panthers sich den Sieg nicht mehr haben nehmen lassen.

 

Mit dieser grandiosen Energieleistung haben sich die Panthers im vorderen Tabellenbereich festgesetzt und sind somit für das nächste Heimspiel bereits am kommenden Sonntag, wieder um 17.30 Uhr – diesmal im Topspiel gegen die punktgleichen Frankfurt Skyliners II (beide 12:4-Punkte/6:2-Siege).

 

Stimmen zum Spiel:

Alen Velcic (Panthers-Trainer): „Es war heute ein unglaublich spannendes Spiel. Wir mussten die ganze Woche mit einem Minikader mit sechs, sieben Mann trainieren. Wir sind bis zum 30:17 gut weggekommen, waren dann plötzlich hinten. Aber die Mannschaft hat Wille und Kampfgeist gezeigt und am Ende in der Verlängerung verdient gewonnen.“

 

Florian Gut (Trainer Erfurt): „Natürlich ist es bitter. Wir hatten hier die Möglichkeit zu gewinnen. Ich habe eine junge Mannschaft und wir wussten, dass Schwenningen mit seinen erfahrenen Leuten geduldig spielt.“

 

Holger Rohde (Geschäftsstellenleiter und Hallensprecher): „Irre, solche Spiele gehen an die Nerven aber darum liebe ich Basketball so sehr. Action bis zum Ende. Unser tolles Publikum hat heute den sechsten Mann gespielt und die Jungs in den kritischen Phasen nach vorne getrieben.“

 

Sergej Tsvetkov (Panthers-Forward): „Ich bin froh, dass die Freiwürfe in den wichtigen Momenten reingegangen sind. Auch Dank unseres tollen Publikums, ohne das wir nicht gewonnen hätten.“

 

Rasheed Moore (Panthers-Korbjäger): „Meine 38 Punkte sind der Wahnsinn, aber wichtig war der Erfolg der Mannschaft. Einer alleine kann ein Spiel nicht gewinnen. Wir haben eine tolle Moral. Ich bin aber nach 45 Minuten Durchspielen richtig müde und brauche Erholung.“

 

FOTO: Erst mal durchpusten – auch Panthers Coach Alen Velcic war nach dem umkämpften, spannenden Duell gegen die Erfurter Löwen sichtlich geschafft.

 

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