Panthers gelingt Traumstart

24.09.2018

Schwenninger Premiere in der 2. Bundesliga ProB endet vor 850 Zuschauern mit einem 87:71-Sieg gegen Gießen

Bundesliga ProB Süd, 1. Spieltag:

Wiha Panthers Schwenningen – DEPANT Gießen 46ers Rackelors 87:71 (23:12, 18:11, 28:24, 18:24). Traumstart für die wiha Panthers in der 2. Basbetball-Bundesliga: Am gut besetzten Premiere-Auftakt in der Deutenberhalle vor rund 900 Besuchern kannte die Begeisterung nach der Schlusssirene keine Grenzen. Einen hoch verdienten Sieg landete die Velcic-Fünf gegen den letztjährigen Play-Off-Halbfinalisten.

 

Viertel: Dabei agierten die Panthers nach nervösem Beginn, dem 0:2 nach 17 Sekunden, und klaren Worten an der Außenlinie vom Trainer als „Wake up-Call“ schnell diszipliniert, konzentriert und zielstrebig. Mit einem, der seinen ersten Auftritt im neuen Trikot kaum erwarten konnte: Leon Frederici drehte unglaublich auf, machte in den ersten drei Minuten alle Punkte zum 8:4. Über ein 11:4, 15:8 in der 6. Minute zogen die Panthers schnell weiter weg auf 21:10, ehe Bill Borekambi mit einem Dunking zum 23:10 kurz vor Ende der ersten zehn Minuten für Jubelstimmung auf den Rängen sorgte. Das 23:12 von Johannes Lischka mit der Siren sorgte etwas für Diskussion. Der Ex-Nationalspieler der Hessen war übrigens deren bester Mann. Nicht nur wegen der 21 Punkte. Er wurde oft gefoultversenkte 83 Prozent seiner Freiwürfe (10 von 12) und führte seinen jungen Nebenleute mit fast 39 Minuten Spielzeit über das komplette Spiel.

 

Viertel: Lischka freilich konnte die Niederlage nicht verhindern. Recht schnell merkte man bei den Gießenern das Fehlen des US-Amerikaners Adam Klie und Bjaren Kraushaar an. Schwenningen nutzte dies mit schnellem Spiel und mehrere Spieler steigerten sich in Phasen des Spiels zu herrlichen Abschlüssen. Mit 25:14, 29:17 bis zum 31:19 (24.) durch Sergej Tsvetkov, dem starke elf Punkte gelangen in nur neun Minuten Spielzeit, zogen die Hausherren in 25. Minute auf 35:19 weg. Mit einer weiterhin starken Defense, allen voran Center Seid Hajric, wurde der zweite Durchgang mit 18:11 gewonnen und eine komfortable Pausenführung von 41:23 erzielt. Einziges Manko in Hälfte eins: Alleine fünf Freiwürde wurden vergeben. Bei der ruhigen Hand mit nur 64 Prozent Trefferquote bei 16 von 25 Versuchen besteht noch Nachholbedarf.

 

Viertel: Die +18 Punkte bauten die Panthers nach dem Seitenwechsel druckvoll weiter aus. Langsam wuchs der Abstand auf über 20 Körbe an. Mit einem 45:23 (22.), 51:28 (24.) und dem toll erkämpften Ball von Moore am Boden liegend unter dem eigenen Korb mit herrlichem Fastbreak von Friederici zum 58:35 (25.) wurden es mit einem 28:24 und erneut siegreichen Zehn-Minuten-Abschnitt in der 30. Minute auf 69:47 gestellte +22 Punkte.

 

Viertel: Jetzt war die Frage bei den Fans in der Halle: Würden die Panthers nachlassen, der Trainer durchwechseln? Ersteres zunächst nicht, zweiteres der Coach rotierte. Mit 74:49 (31.) und dem ersten Punkt von Hannes Osterwalder zum 76:50 waren es erstmals +26 Zähler und die höchste Führung in der 33. Minute. Diese lag nach einem Dreier von Tsvetkov und den letzten Punkten von Frederici mit 87:66 133 Sekunden vor Ende immer noch bei über 20 Punkten. Nur die letzten anderthalb Minuten ließen die Hausherren, zur Verägerung von Velcic schleifen, was Gießen noch zur Ergebniskosmetik nutzte.

 

 

Statistik:

Schwenningen: Tsvetkov (11/1 Dreier/1 Aissist), Dion Braimoh (3/1/0), Bill Borekambi (18/0/1/2 von 2 Freiwürfen), Kosta Karamatskos (4/0/7 Assists), Rasheed Moore (24/1/5/9 von 11), Leon Friederici (20/2/0/2 von 5), Darius Pakamanis (2/0/0/0), Hannes Osterwalder (3/0/1/0 von 1), Abu Abaker (2/0/0/2 von 4), Seid Hajric (0/0/2/0).

Gießen: Tim Köpple (9 Punkte), Daniel Thurau (0), Alen Pjanic (11), Leon Bahner (1), Leon Okpara (17), Johannes Lischka (21), Thomas Thsikaya (7), Jannis Hahn (5).

Stimmen zum Spiel:

Alen Velcic (Trainer Schwenningen): „Wir sind sehr glücklich, dass wir heute das erste Spiel gewonnen haben. Gießen hatte sicherlich nicht ihre besten Leute dabei. Und deswegen haben es deren junge Spieler auch nicht schlecht gemacht. Wir wissen was wir können und es war für uns die erste Bestätigung der sehr guten Vorbereitung. Ich weiß ja was für top Spieler ich verpflichtet habe, da hat mich unser Erfolg natürlich nicht verwundert. Mit dem ersten Viertel war ich sehr zufrieden. Über das letzte bin ich allerdings stocksauer, weil ich es nicht mag, wenn man mit 25, 26 Punkten klar führt und dann nachläßt. Da erwarte ich auch bei der Rotation bis zum Ende volle Konzentration.“

Rolf Scholz (Trainer Gießen): „Uns sind heute leider wichtige Spieler ausgefallen. Wir hatten einen kleinen Kader mit vielen jungen Spielern, die in so einer Atmosphäre noch nicht aufgelaufen sind. Schwenningen hat verdient gewinnen. Auch wenn wir die ersten drei Viertel verloren haben, man hofft immer auf einen Umschwung und die Aufholjagd. Der Panthers-Sieg war jedoch absolut verdient. Sie haben sehr starke ProB-Spieler, eine gute Mannschaft, die weit kommen kann in dieser Saison. Die Einkaufspolitik war für einen Aufsteiger sehr gut.“

Holger Rohde (Geschäftsstellenleiter Panthers): „Herrlicher kann ein Saisonstart nicht beginnen. Die erste Halbzeit war ganz stark. Leon Friederici hatte einen sensationellen Auftakt. Mich hat unser Team voll überzeugt. Die Defense ließ da nur 23 Punkte zu, was für ein Wert. Ich spüre, Alen hat etwas zusammengestellt, was noch zu einem ganz großen Ganzen zusammenwachsen wird. Aber: Es war nur ein Spiel. Eine lange Saison steht bevor. Mit den 850 Zuschauern war ich zufrieden. Ich denke wir haben uns positiv verkauft, weiteres Interesse geweckt, dass Basketball in VS mit jedem weiteren Sieg In wird und noch mehr neue Fans auf den Deutenberg kommen werden.“

Leon Friedrici: „Ich freue mich natürlich wie es gelaufen ist. Damit habe ich nicht gerechnet, dass ich gleich am Anfang so punkten konnte. Wichtig ist jedoch nicht der einzelne Spieler, sondern der Teamerfolg. Ich bin von den Fans begeistert, eine tolle Atmosphäre.“

Sergey Tsvetkov: „Ein toller Auftakt. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Ich bin jetzt die fünfte Saison hier. Toll auch was die Leute drum herum im Verein für das erste Spiel geleistet haben. Das ganze Panthers-Team hat einen tollen Job abgeliefert für unser Publikum.“