Panthers brauchen einen Sieg

20.04.2019

2. Basketball-Bundesliga ProB, Play off-Halbfinale, Spiel 2: wiha Panthers Schwenningen – WWU Baskets Münster (Samstag, 20 Uhr, Deutenberghalle). Siegen oder Fliegen – zum dritten Mal in den Play offs 2019 stehen die Panthers mit Druck auf dem Kessel vor der entscheidenden Frage: Erzwingen sie ein drittes Spiel oder ist die Saison am heutigen Abend nach 21:30 Uhr möglicherweise beendet?

 

Schwenningen möchte gegen Münster ein drittes Spiel erzwingen/ Zusätzliche Parkmöglichkeiten/ Es gibt noch Tickets an der Abendkasse

 

Volle Distanz: Im Achtelfinale brauchte es drei Begegnungen gegen den SC Rist-Wedel, im Viertelfinale ebenfalls drei Duelle mit den Gießen 46ers Rackelos und nun im Halbfinale mit den Baskets aus Münster? Spiel 1 in Westfalen ging mit 62:75 verloren. Die Gründe waren auf Schwenninger Seite bei Trainer Alen Velcic und seinen Spielern schnell ausgemacht. Velcic ist ein Meister der Gegneranalyse, entwirft in kürzester Zeit einen Plan A, B und C, um in der weiteren Serie gegen den Nord-Ersten zu bestehen. Und der Schwenninger Coach wäre nicht er selbst, wenn er seinen Weg in der Vorbereitung auf das 14. Heimspiel in dieser Saison nicht mit Optimismus, Selbstbewusstsein und dennoch kühlem Kopf ohne Aktionismus akribisch vorbereiten würde. „Wir wissen was wir können, wir haben die Fehler in Münster ganz klar erkannt und ebenso ist mir klar wie wir diesmal spielen müssen um daheim zu gewinnen. Wir sind zweimal nach Wedel gefahren, zweimal nach Gießen und wir werden auch zweimal nach Münster müssen“, motiviert er seine Akteure und die Fans mit der Marschroute: „Die Saison ist für uns am Samstag Abend nicht vorbei, da bin ich mir absolut sicher. Und wenn doch: Wir haben in der ersten Saison alle Erwartungen weit übertroffen, daher gibt es in keiner Phase einen Grund zu jammern, zu hadern oder traurig zu sein. Im Gegenteil: Wir dürfen stolz auf das Geleistete sein. Die Motivation noch mehr zu erreichen ist jedoch bei allen Panthers-Mitstreitern ungebrochen. Man muss im Sport mitnehmen, was einem der Moment bietet.“

 

Starker Gegner: Doch die Aufgabe ist ein echter Brocken. Münster hat so etwas wie einen Lauf – die letzten 13 Partien hintereinander wurden gewonnen. In den Play offs davon alleine fünf. Pikant: Die letzte Niederlage gab es mit 95:97 am 22. Dezember bei Rist-Wedel. „Na diese Zahl 13 passt ja wie gerufen. Jede Serie endet einmal“, ist sich Kapitän Kosta Karamatskos sicher, „dass wir daheim gewinnen können und es werden.“ Geschäftsstellenleiter Holger Rohde pflichtet seinem Haudegen bei: „Wedel war daheim 13 Partien unbesiegt und wir haben sie geknackt, Gießen hatte vor dem Viertelfinale gegen uns 14:2-Siege aus 16 Partien – wir haben sie rausgeworfen. Warum soll uns dies mit Münster jetzt nicht auch gelingen? Unsere Mannschaft hat einen unglaublichen Charakter und Willen schwierige Aufgaben zu bewältigen“, hofft er auf eine dritte Partie am 27. April in Münster. „Die Atmosphäre dort mit 3000 Zuschauern ist gigantisch. So etwas möchte jeder immer wieder erleben.“

 

Starke Defense: Dazu notwendig wird für Schwenningen werden, wie man ein Rezept findet, um die bärenstarke Defense der Baskets zu knacken. Münster hat die beste Abwehr der ProB, zeigte dies beim 75:62 vor einer Woche. Der starke Amerikaner JoJo Cooper und der Brite Malcom Delpeche oder Alexander Goolsby und weitere drei, vier Akteure die in einer Partie für kurze effektive Akzente sorgen können. Fehlen wird wegen einer Handverletzung lediglich Anton Geretzki. „Wir spielen dies seit Monaten nahezu perfekt. Gegen die Panthers im ersten Spiel war unsere Defense überragend in den 40 Minuten“, freute sich Trainer Philipp Kappenstein. Er bleibt jedoch realistisch: „Schwenningen ist unser bisher bester Gegner in der ganzen Saison. Und daheim mit ihrer vollen Halle und den 1400 Fans im Rücken werden sie sicherlich öfters treffen als die 62 Punkte bei uns. Es wird ein intensives Spiel. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen, um sie in den Griff zu bekommen und selber unsere Treffer zu setzen, um früh in Führung zu gehen.“ 62, 67, 65, 64, 62 – diese Zahlenkombination macht in der Summe 320 Punkte. So wenige haben die Münsteraner in den fünf Play off Spielen gegen Erfurt, Bayern II und die Panthers bislang zugelassen. Im Schnitt 64 pro Partie. Können die Schwenninger, wie in Gießen beim 101:100, endlich wieder einmal ihre Dreierquote mit dem Gegner auf Augenhöhe stellen, dann sind die Chancen gut auf einen Sieg. In der ganzen Hauptrunde, gegen Wedel und Gießen war eindeutig: Fallen die Würfe aus „Down Under“ nicht, wurden die Partien verloren. Ist diese Quote deutlich besser, stechen bei den Schwarzwäldern die Qualitäten – mit das beste Zwei-Punkte-Team der ProB in der Zone und direkt unter dem Korb zu sein.

 

Anreise: Münster reiste am gestrigen Karfreitag Mittag um 12 Uhr los und kam Abends in VS an. Die Baskets übernachteten in einem Hotel beim SBK-Klinikum. Trainieren heute Mittag ab 12 Uhr noch in der Deutenberghalle und werden sich dort in der Nebenhalle bis zum Spiel noch zurückziehen. „Wir sind da bescheiden, wollen nur eine Ruhe- und Dösmöglichkeit für unsere Jungs“, so Manager Helge Stuckenholz.

 

Fan-Begeisterung: Die Zahl der Basketball-Enthusiasten in der Region wächst indes immer mehr. „Der Vorverkauf an unseren neun Stellen lief bis Donnerstag sehr gut. Damit sind wir zufrieden“, zeigt Geschäftsführer Markus Käshammer auf. Und er hat die frohe Kunde: „Es wird an der Abendkasse noch Tickets geben, wenn jemand ab 18 Uhr sich noch eine Eintrittskarte sichern möchte. Am Ende werden wir sicherlich mit 1404 Zuschauern wieder ausverkauft sein. Aus Münster werden in etwa 50 Fans erwartet. Eine Sitzplatzgarantie haben wir natürlich keine“, zeigt er auf, dass hier das Ticketing-System zur kommenden Saison 2019/2020 mit Online-Verkauf, Platzreservierungen via PC, Handy-App und Homeprint modernisiert wird. „Es spart uns immens Zeit und für die Fans wird es bequemer, wenngleich der gute alte Vorverkauf jetzt auch irgendwie seinen Charme hat“, so Käshammer.

 

Parken: Extra für diese Partie wird es erweiterte Parkmöglichkeiten geben. “Wir haben mir EDEKA die Möglichkeit geschaffen, dort auf dem Parkplatz, rund 300 Meter von der Halle entfernt ebenfalls zu parken”, zeigt Geschäftsführer Frank Singer auf. Neben dem üblichen Parkplatz vor der Halle gibt es weitere zahlreiche Abstellmöglichkeiten im Brandenburger Ring hinter der Halle. “Zu Fuß alles bequem und in kurzer Zeit zu erreichen.”

 

Lizenzierung: Am Montag, 15. April war Stichtag für die Lizenzanträge zur ProB und ProA. Fakt ist, dass Münster keine ProA-Lizenz beantragt hat. „Für uns kommt dies als Aufsteiger einfach ein Jahr zu früh. Das Problem sind die Rahmenbedingungen mit der Men-Power. Wir haben zwar 3000 Zuschauer, aber das Drumherum ist noch nicht reif für die nächst höhere Liga“, erklärt Manager Helge Stuckenholz. Er fügt aber wie Trainer Kappenstein an: „Ins Finale wollen wir trotzdem und die Saison sportlich erfolgreich weiterführen.“ In Köln gingen überdies nur die ProA-Bewerbungen von Bayer 04 Giants Leverkusen und den wiha Panthers Schwenningen ein. Die GmbH hat sich diese Woche noch einmal eingehend mit dem Thema befasst, das Für und Wider diskutiert, „jeder für sich durfte seine Meinung haben und sich äußern“, so Alen Velcic. Und er freute sich wie Geschäftsführer Frank Singer über den einhelligen Tenor: „Wir haben mit dem Halbfinale gezeigt, dass wir sportlich überzeugt haben. Und alle im Umfeld sind sich einig: Wenn wir in die ProA aufsteigen können, werden wir die Option wahrnehmen. Wichtig ist, dass unsere Sponsoren unsere erfolgreiche Arbeit mittragen und noch mehr fördern. Und wir wollen der Stadt-Villingen-Schwenningen und dem Gemeinderat zeigen, dass unsere Forderungen und deren Bemühungen nicht umsonst waren.“ Die Vereinsvorsitzende Gabriele Cernoch-Reich betont einmal mehr: „Wir sind sehr Dankbar für das Vertrauen unserer Kommunalpolitiker.“ Geschäftsstellenleiter Holger Rohde ist sich sicher: „In der Region freut sich doch jeder über eine weitere tolle Mannschafts-Profisportart auf diesem Niveau. Zudem sind die Panthers als Mehrwert für VS ein hervorragender Werbeträger in der ganzen Republik, so wie die Schwenninger Wild Wings. Basketball war hier unten bisher ein weißer Fleck, jetzt werden wir dann von Rostock bis Köln oder München wahrgenommen.“

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