Niederlage resultiert aus mehreren Ursachen

01.03.2021

Beim Auswärtsspiel in Bremerhaven führten die wiha Panthers am vergangenen Samstag über weite Strecken des Spiels und kontrollierten die Partie gegen eines der Top-Teams der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Dass es am Ende dennoch eine unglückliche 85:90-Niederlage im hohen Norden setzte, hatte mehrere Ursachen.

 

Erneut bewiesen die Schwenninger Basketballer, dass sie mit den besten Teams der Liga mithalten können. Und trotzdem gelang es der Mannschaft nicht, sich in Form eines Sieges für eine überwiegend gute Leistung zu belohnen. „Natürlich nervt es, nach dem Spiel in Jena (93:95 nach Verlängerung) nun auch in Bremerhaven ein Spiel in der Schlussphase unnötig verloren zu haben“, kommentierte Panthers-Trainer Alen Velcic nach der Niederlage. „Wir haben die Partie von Ende des ersten Viertels bis Mitte des Schlussviertels komplett unter Kontrolle gehabt und müssen so ein Spiel dann auch einfach gewinnen. In der entscheidenden Phase des Spiels haben wir aber einfach keine guten Entscheidungen getroffen und Ruhe und Abgeklärtheit in unseren Aktionen vermissen lassen.“

 

Nachdem Nate Britt fünf Minuten vor Spielende die Panthers durch einen erfolgreichen Korbleger wieder mit sechs Zähler in Front gebracht hatte (72:78), schienen die Neckarstädter auf einem guten Weg zu sein, das Spiel für sich zu entscheiden. Doch dann begann den Schwenningern das Spiel langsam zu entgleiten. Zunächst vergab der in der Defensive so stark aufgetretene Kevin Bryant die Chance, durch zwei Freiwürfe die Führung weiter auszubauen. Insgesamt verwarfen die Panthers neun Freiwürfe (23/32 = 72%) in der Partie und ließen damit in der Endabrechnung wichtige Zähler liegen.

 

Im direkten Gegenangriff sammelte ausgerechnet der kleinste Spieler der Eisbären Bremerhaven, Trey Davis, einen Fehlwurf seines Mitspielers ein und verwandelte unbedrängt in unmittelbarer Korbnähe. Statt einer 8-Punkte-Führung war Bremerhaven plötzlich auf vier Zähler herangekommen. Aus sogenannten „Second Chance Points“, also Punkten aus zweiten Wurfchancen, erzielten die Seestädter am Samstag satte 17 Zähler. Ein klares Zeichen dafür, dass es bei der Reboundarbeit der Panthers nicht rund lief. Vor allem in der Schlussphase vermissten die Schwenninger ihren größten Spieler Robin Jorch. Der 2,11 Meter große Centerspieler hatte sich in der Trainingswoche eine Fußverletzung zugezogen und hatte die Reise nach Bremerhaven nicht angetreten. Da Felix Edwardsson einen rabenschwarzen Tag erwischte und als Innenspieler keinen einzigen Abpraller einsammeln konnte, fehlte den Panthers der Rückhalt unter den Brettern. Folglich konnten die Eisbären das Reboundduell deutlich mit 40:24 für sich entscheiden.

 

In der 38. Spielminute brachte Trey Davis Bremerhaven durch einen wilden Dreipunktewurf erstmals in der zweiten Halbzeit in Führung. Der Eisbären-Spielmacher nahm hierbei während eines Schnellangriffs aus vollem Lauf den schwierigen Distanzwurf und zeigte nicht nur in dieser Szene seine individuelle Klasse. Am Ende des Spiels sollte der Amerikaner 31 Punkte in seinem Arbeitsnachweis stehen haben. Ex-Panther Leon Friederici versenkte kurz darauf einen weiteren schwierigen Dreipunktewurf. Statt den wilden Aktionen der Eisbären mit Ruhe und Übersicht zu begegnen, trafen die Schwenninger Führungsspieler keine guten Entscheidungen im Angriffsspiel. „Wir haben in den Schlussminuten keine gute Figur abgegeben und sind in Hektik verfallen“, mahnte Alen Velcic nach dem Spiel. „Am Ende des Spiels haben wir dann das Phänomen entwickelt, zu spielen, um nicht zu verlieren anstatt zu spielen, um zu gewinnen. Dementsprechend gehemmt und unentschlossen haben wir dann unsere Angriffe vorgetragen und das Spiel innerhalb von zwei Minuten verloren.“

 

Die Enttäuschung über die unnötige Niederlage in Bremerhaven ist mittlerweile bei den wiha Panthers verdaut und der Blick nach vorne gerichtet. Am kommenden Sonntag (16:00 Uhr) steht für die Doppelstädter die wohl wichtigste und richtungsweisendste Partie der verbleibenden Hauptrundenspiele an. Mit den Kirchheim Knights empfangen die Panthers dann einen unmittelbaren Konkurrenten um die Playoff-Ränge in der Deutenberghalle. Die Teckstädter befinden sich aktuell auf Tabellenrang 4 knapp vor den siebtplatzierten Schwenningern. Seit Weihnachten konnten die Knights zehn der vergangenen zwölf Spiele gewinnen und zählen neben den Panthers zu den Überraschungsmannschaften der Saison. In die Partie gehen die Schwarzwälder mit einem kleinen Vorteil. Während für alle anderen Mannschaften an diesem Wochenende ein Doppelspieltag ansteht, der am Freitag eröffnet wird, haben die Schwenninger zunächst spielfrei und sind nur am Sonntag im Einsatz. Bei den wiha Panthers hofft man, dann auch wieder auf die Dienste von Robin Jorch zurückgreifen zu können.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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