Nervenstarker Frazier bringt Heimsieg

20.10.2020

Es war die spielentscheidende Szene beim Saisonauftakt der wiha Panthers Schwenningen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga: Nachdem Neuzugang Chris Frazier wenige Sekunden vor Spielende beim Dreierversuch gefoult wurde, verwandelte der 30-Jährige anschließend nervenstark seine drei Freiwürfe und wurde so zum Matchwinner für die Panthers.

 

Auch wenn das neue US-Duo Nate Britt und Shaun Willett statistisch gesehen mit 25 und 17 Punkten den größten Anteil am 79:78-Auftaktsieg der wiha Panthers über die Uni Baskets Paderborn hatte, waren am Ende der Partie alle Augen auf Chris Frazier gerichtet. Der gebürtige Mannheimer sah sich drei Sekunden vor Spielende einer Situation gegenübergestellt, in der seine Freiwürfe maßgeblich über Sieg und Niederlage seiner Mannschaft entscheiden sollten. Bei zwei Punkten Rückstand hatte die Nummer 2 der Panthers in der wohl größtmöglichen Drucksituation für einen Basketballer den Spielausgang in der Hand. Neuzugang Frazier blieb cool und verwandelte eiskalt alle drei Freiwürfe.

 

„Ich bin ja schon etwas länger dabei und kenne solche Situationen“, beschreibt der selbstbewusste Shooting Guard die Szene schmunzelnd. Schon zu High School-Zeiten und auch vor zwei Jahren im Dress der Rostock Seawolves sah sich Frazier ähnlichen Spielsituationen ausgesetzt: „Es ist wichtig, sich dann auf die Routinen zu besinnen, die man als Spieler beim Freiwurf hat. Dadurch ist man fokussierter und blendet den Druck bestmöglich aus.“

 

Frazier ist ligaweit als starker Distanzschütze und Werfer bekannt. Doch im Spiel gegen Paderborn blieb er bis in die zweite Halbzeit punktlos. Nachdem die Uni Baskets sich im zweiten Durchgang immer besser auf die Offensive der Schwarzwälder eingestellt hatte, brauchten die Panthers dringend einen Plan B in der Offensive. Alleine durch die immer schwieriger zu erzielenden Punkte von Spielmacher Britt und Forward Willett wäre es schwer geworden, das Spiel zu gewinnen. „Coach Velcic hat dann in einer Auszeit zu mir gemeint, dass ich jetzt das Spiel für die Mannschaft gewinnen würde“, plaudert Frazier aus dem Nähkästchen.

 

Und Chris Frazier sollte das in ihn gesetzte Vertrauen gleich zurückzahlen. Trotz zuvor weniger Würfe und folglich fehlendem Rhythmus verwandelte der 1,82 Meter große Guard nach Anspielen von Nate Britt auf Anhieb zwei wichtige Würfe, um seine Panthers wieder an die zu enteilen drohenden Paderborner heranzubringen. „Ich bin es gewohnt, auch ohne Rhythmus und kalt meine Würfe treffen zu können“, erzählt Frazier. „In Rostock bin ich zum Beispiel auch öfter von der Bank kommend ins Spiel geschmissen worden und musste dann auf den Punkt abliefern.“

 

Genau das setzte der erfahrenste Neuzugang der Doppelstädter dann gekonnt um. Blitzschnell verschaffte sich Frazier in der spielentscheidenden Szene den nötigen Raum, um einen seiner gefürchteten Dreipunktewürfe ansetzen zu können. Gegenspieler Daniel Mixich kam zu spät, um den Wurf zu verhindern und konnte nur auf Kosten eines Fouls eingreifen. „Beim ersten Freiwurf war ich schon etwas nervös und dann sehr erleichtert, dass ich gleich getroffen habe“, gibt Frazier zu. „Das hat mir dann die Sicherheit gegeben, die anderen beiden auch noch zu verwandeln.“

 

Es sei für die Zuschauer ein spannendes, aber aus Panthers-Sicht kein sonderlich gutes Auftaktspiel gewesen, stimmt Frazier mit Trainer Velcic überein. Doch der Matchwinner des Paderborn-Spiels ist zuversichtlich, dass man aus dem Spiel seine Lehren gezogen hat. „Wir müssen in den kommenden Wochen weiter an unserem Plan B, C und D in der Offensive arbeiten. Nate und Shaun sind hervorragende Spieler, aber wir müssen die sonst noch vorhandenen Stärken im Kader besser zum Vorschein bringen und die beiden so auch entlasten.“

 

Frazier ist optimistisch, dass der Findungsprozess der Mannschaft schnell voranschreiten wird: „Wir sind wirklich eine sehr harmonische Truppe. Ich habe es in meiner Karriere bislang noch nicht erlebt, dass in einer Mannschaft ein so großer Zusammenhalt herrscht. Wir ziehen an einem Strang und freuen uns über die individuellen Fortschritte jedes einzelnen.“

 

Den Panthers spielt in dieser Saison der Spielplan in die Karten. Da das Auswärtsspiel in Jena aufgrund einer belegten Halle verlegt werden musste, bleiben den Panthers nun zwei Wochen Vorbereitungszeit bis zum nächsten Heimspiel gegen die Artland Dragons (Sonntag, 1. November um 17 Uhr).

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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