Nach der Saison ist vor der Saison

21.04.2022

Bei den wiha Panthers sind nach einer turbulenten, dritten ProA-Saison Fehler analysiert und die Weichen für die neue Saison 2022/2023 gestellt worden.

 

Schwere Wochen und Monate liegen hinter den wiha Panthers. Angetreten mit dem personell stärksten Kader in der Vereinsgeschichte wollten die Schwenninger Basketballer den größten Erfolg ihrer Historie wiederholen und erneut die Playoffs in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA erreichen. Doch nach gutem Start mit fünf Siegen aus den ersten sieben Pflichtspielen verlor das Team durch mehrere Krankheits- und Verletzungsfälle den Faden und konnte das vorhandene Potenzial nur noch in einzelnen Spielen abrufen. In den letzten Saisonspielen war Abstiegskampf pur angesagt. Mit den Auswärtssiegen gegen Leverkusen und Itzehoe gelang es einer Panthers-Rumpftruppe, auf der Zielgeraden das Minimalziel Klassenerhalt sicherzustellen.

 

„Wir haben in diesem Jahr einfach zu viele Egoisten in der Mannschaft gehabt“, wird Head Coach Alen Velcic deutlich. „Dabei hatten wir genügend Talent, um wieder die Playoffs erreichen zu können. Aber eine Gruppe von Spielern hat nicht an das Team geglaubt und uns so jeder Möglichkeit beraubt, als Mannschaft zu wachsen und konstant erfolgreich zu spielen.“ Über Monate hinweg immer wieder die gleichen defensiven Zuordnungen erklären zu müssen und in den Spielen einfachste Fehler korrigieren zu müssen, sei an die Substanz des gesamten Trainerteams gegangen, gibt Velcic zu und spricht vom „schwierigsten Jahr meiner Laufbahn“.

 

Am Ende sei das aus Alen Velcic, Sasa Nadjfeji und Boyko Pangarov sen. bestehende Trainer-Trio nur noch froh gewesen, unter den harten Bedingungen den Klassenerhalt geschafft zu haben. Zwei Dinge wirft Velcic sich rückblickend vor: „Ich hätte mich nicht so lange davor scheuen dürfen, hart durchzugreifen und einzelne Spieler zu entlassen. Zu lange habe ich gehofft, dass wir doch noch die Kurve kriegen. Und in der Zusammenstellung des Teams habe ich mich von den Lobpreisungen der Agenten und dem Potenzial der Spieler täuschen lassen und zu wenig auf die charakterliche Eignung geachtet.“

 

Nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison. Denn auch wenn die Spielzeit 2022/2023 für die Playoff-Teams noch bis Mitte Mai läuft, haben bei den wiha Panthers die Planungen für den nächstjährigen Kader längst begonnen. Die erforderlichen Lizenzierungsunterlagen für die ProA-Saison 2022/2023 sind fristgerecht im Kölner Ligabüro eingereicht worden. Der Trainingsstart im dann neu eröffneten Trainingszentrum ist für den August terminiert.

 

Mit Vertragsunterschriften ist vor endgültigem Abschluss der Saison nicht zu rechnen. Doch in den Grundzügen hat sich Alen Velcic sein neues Team bereits ausgemalt. Dabei gelten vom Vorjahreskader Kapitän Chris Frazier, Malik Kudic und Kelvin Okundaye als erste Ansprechpartner des Trainers. „Ansonsten streben wir für die kommende Saison an, mehr deutsche Qualitätsspieler im Kader zu haben“, lässt sich der Architekt des Schwenninger Basketballs entlocken. „Vielleicht verpflichten wir sogar nur drei oder vier Ausländer. Generell gilt aber, dass wir uns viel genauer mit den Werdegängen der Spieler beschäftigen werden. Denn Spieler, die für uns auflaufen wollen, müssen charakterlich gefestigt und Willens sein, unsere Vorstellungen von Basketball zu teilen.“

 

Wer zum Kreis jener Spieler gehören wird, dürfte spätestens am ersten Oktoberwochenende 2022 feststehen. Denn dann beginnt für die wiha Panthers Schwenningen die vierte Spielzeit in Deutschlands zweithöchster Spielklasse.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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