MHP Riesen zeigen Panthers die Grenzen auf

01.09.2021

Es war eine Lehrstunde für die Panthers beim letztjährigen Hauptrundensieger der BBL, den MHP Riesen Ludwigsburg. Das Team von John Patrick ließ vor allem zu Spielbeginn die Muskeln spielen, ehe die Panthers sich ins Spiel hineinarbeiteten. Neben dem Klassenunterschied merkte man deutlich, dass die Riesen weitgehend unverändert in die neue Spielzeit gehen, während die Raubkatzen zehn Neuzugänge integrieren müssen.

 

Ohne den verhinderten Cheftrainer Alen Velcic starteten die Panthers mit der Starting Five Lamonte Bearden, Chris Frazier, Raiquan Clark, Grant Sitton und Till Isemann. Die Gastgeber starteten mit fünf Spielern, die auch im BBL-Playoff-Halbfinale auf dem Parkett standen: Jordan Hulls, Jonah Radebaugh, Yorman Polas Bartolo, Oscar da Silva und Jonas Wohlfahrt-Bottermann und zeigten den Panthers deutlich ihre Grenzen auf. Nach Eröffnung von Wohlfahrt-Bottermann legte Polas Bartolo 8 Punkte in Serie auf, danach trafen zwei Mal Jordan Hulls und einmal Jonah Radebaugh Dreier zum 19:0, ehe die Panthers durch Raiquan Clark erstmals punkten konnten.

 

Nachdem beide Teams zu wechseln begannen, konnten die Panthers vor allem defensiv besser dagegenhalten, taten sich offensiv jedoch extrem schwer gegen die körperlich deutlich robusteren BBL-Spieler Land zu sehen. Raiquan Clark waren zwei weitere Punkte vergönnt, am Ende des Viertels stand ein extrem deutliches 28:4.

 

Ausgeglichener gestaltete sich das zweite Viertel, das nur mit 12:11 verloren ging. Defensiv bekamen die Panthers nun besseren Zugriff und zwangen die Riesen zu schwierigeren Würfen, die zu Beginn exzellente Wurfquote der Gastgeber ließ nunmehr nach. Offensiv taten sich die Panthers weiterhin sehr schwer: das Setplay war mit wenigen Ausnahmen nicht flüssig, die Panthers versuchten es oft über Einzelaktionen, die sie gegen die körperlich starken Ludwigsburger selten erfolgreich gestalten konnten. Lichtblicke war ein starkes Anspiel von Quattarius Wilson zu Till Isemann zum zwischenzeitlichen 30:7 sowie eine tolle Staffette von Lamonte Bearden und Quattarius Wilson zu Raiquan Clark, dessen Dreipunktversuch dann auf dem Ring tanzte und – sinnbildlich – wieder heraussprang. Sinnbildlich auch die Turnover-Bilanz zur Pause: 17 Ballverlusten bei den Panthers standen nur drei bei den Gastgebern gegenüber.

 

Ähnlich stark wie im ersten Viertel kamen die Riesen auch nach der Pause zurück aufs Parkett, die Gastgeber eröffnen mit einem 12:0-Lauf, ehe Aleksandar Nadjfeji eine Auszeit nahm. Die Panthers blieben erneut 7 Minuten ohne Punkt, Ludwigsburg erhöhte den Lauf auf 19:0, ehe Grant Sitton die Panthers per Floater erlöste. Ludwigsburg antwortete mit vier Dreiern in Folge von Radebaugh (2), Johannes Patrick und da Silva, ehe Till Isemann mit einem Dunk die Panthers nochmals aufs Scoreboard brachte. 71:19 der ernüchternde Spielstand nach dem dritten Viertel.

 

Auch im Schlussviertel fanden die Panthers kein Rezept gegen die Ludwigsburger Distanzschützen, die ersten drei Dreier der Hausherren saßen erneut, die Panthers konnten sich immerhin in Person von Till Isemann auszeichnen, 80:21 stand es acht Minuten vor Schluss, als Nadjfeji eine weitere Auszeit nahm, um das Spiel neu zu ordnen. Die Panthers kamen nun wieder besser in die Partie und durch Sitton und Clark zu weiteren Punkten, die Riesen bestraften insbesondere in Person von Jonah Radebaugh die Nachlässigkeiten der Panthers-Defense ohne Gnade. Am offensiven Ende verschaffte sich Adrian Bergmann dann Respekt, als er vier Minuten vor Schluss den ersten und einzigen Dreier der Partie für die Panthers traf und anschließend einen Drive erfolgreich per Layup abschloss. Johannes Patrick stellte den Punktestand 2 ½ Minuten vor Schluss auf 101:31 und durchbrach damit die neuralgische Grenze. Am Ende stand ein ernüchterndes 105:32, das aufzeigte, das noch viel Arbeit bis zum Saisonauftakt vor den Panthers liegt.

 

Unter dem Strich stand eine zu erwartende Reboundunterlegenheit (34:49), aber insbesondere auch schwache Wurfquoten: aus dem 2-Punkt-Bereich waren nur 10 von 26 Würfen erfolgreich (38 %), jenseits der Dreipunktlinie sogar nur 1 von 15 (7 %). Auch die Freiwurfquote (9 von 18 = 50 %) war nicht zufriedenstellend. 8 Vorlagen standen am Ende 36 Ballverluste gegenüber. Till Isemann war mit 8 Punkten und 9 Rebounds ein Lichtblick im Team der Panthers, Topscorer war Raiquan Clark mit 9 Punkten.

 

Am Ende war das BBL-Spitzenteam mindestens eine Nummer zu groß für die Schwarzwälder. Wo das Team leistungstechnisch steht, wird sich am kommenden Samstag weisen, wenn der Ligakonkurrent VfL Kirchheim Knights in der Deutenberghalle zum ersten Heimspiel vor Fans seit knapp einem Jahr gastiert.

 

Für die Panthers spielten: Grant Sitton (4 Punkte), Lamonte Bearden (1), Quatarrius Wilson (4), Luka Dolman (1), Leon Hoppe, Adrian Bergmann (5), Kelvin Okundaye, Till Isemann (8), Raiquan Clark (9), Lennard Larysz, Chris Frazier.

 

TEXT: Matthias Busse / FOTO: Miclas Haasis

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