Lehren aus Spiel 1 ziehen und zurückschlagen

04.03.2019

Fast alles richtig gemacht: Das 63:73 in Rist-Wedel war deswegen bitter, weil Trainer Alen Velcic einen nahezu perfekten „Matchplan“ hatte. Der beinhaltete die Vorbereitung mit der frühen Anreise am Freitag in ein typisch schmuckes norddeutsches Hotel, dessen Inhaber sich rührend um die Gäste aus dem Schwarzwald kümmerten. Auf dem Parkett hatte Velcic nach eingehender Vor-Analyse 36 Minuten alles richtig aufgebaut: Sein Team bremste die Schnelligkeit der Wedeler aus. Verhinderte über weite Strecken gut eine halbe Stunde etliche Dreierversuche. Nur die beiden Distanztreffer kurz vor der Pause, die die Acht-Punkte-Führung (45:53) zerstörten und ein Down-Under-Wurf 1:44 Minuten vor dem Ende zum 71:63 entschieden letztlich die Partie. Das Panthers-Manko ganz klar: Außer dem Dreier von Leon Friederici in den ersten 120 Sekunden fand keiner der weiteren elf Abschlussversuche sein Ziel durch den Wedeler Korbring.

 

Schwenningen agierte indes mit seiner Zonenverteidigung sehr konsequent in der Defense. Nicht anders war es zu erklären, dass man vier Minuten vor dem Ende einen Gastgeber bei 63 Punkten hielt, der in den elf Heimspielen zuvor in der Nordstaffel in der Offense siebenmal über 90 bis 100 Punkte legte und nur zweimal unter 82 Punkten blieb. „Ich habe unser Spiel bis zur Schlussphase nicht so schlecht gesehen. Nur das interessiert mich jetzt nicht mehr. Wir haben verloren und schauen jetzt schon wieder vorwärts  auf unser Heimspiel am Samstag“, so Panthers Coach Velcic.

 

Voller Einsatz mit Schmerzen: Körperlich mussten die Gäste eine Menge einstecken, hatten sich kämpferisch nichts vorzuwerfen. Bereits in der Startminute erwischte es den US-Amerikaner Rasheed Moore. Er zog Sich bei einem Zweikampf eine Nasenverletzung zu und musste einige Minuten in die Kabine zur Behandlung, ehe er trotz Fraktur wieder zurück ins Spiel kehrte und sich durchbiss. Seine 16 Punkte waren unter diesen Voraussetzungen eine respektable Ausbeute. „Es tat schon weh, aber es tand für mich außer Frage, dass ich nicht weitermachen würde und das Team niemals im Stich lassen würde“, so Moore auf die Zähne beißend. Bill Borekambi war mit 20 Zählern bester Schwenninger Werfer. Das Duo kam also genau auf seinen Schnitt von 36 bis 37 Punkten pro Saisonpartie, nur eben individell anders herum verteilt.

 

Blut und Schweiß mit Cut im Gesicht: Den zweiten schmerzvollen Auftritt hatte Kapitän Kosta Karamatskos, der sich in der Schlussphase eine tiefe Schnittwunde unter dem linken Auge zuzog, als ihn ein Gegnerischer Kopf touchierte. „Sowas passiert, der stand im Weg. Aber egal, wir müssen das alles abhaken, haben keine Zeit groß nachzukarten und konzentrieren uns auf die zweite Partie daheim.

 

Glücklicher SCW-Trainer: Felix Banobre war erleichtert über den zwölften Heimsieg im zwölften Spiel. „Wir haben gewusst, dass es schwer wird. Schwenningen eine erfahrene Mannschaft mit hoher individueller Klasse besitzt. Ich bin stolz auf unsere Leistung. Mein Team hat nie aufgegeben, vor allen Dingen in der Phase, als es nicht mehr so gut gelaufen ist. In den letzten vier Minuten haben wir dann eiskalt und konsequent gespielt und aus meiner Sicht in einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie dann auch verdient gewonnen.“ Beim SC Rist-Wedel scorten gleich vier Akteure gleichmäßig bei 14 bis 16 Punkten. Der US-Amerikaner Ryon Logan sowie Aurimas Adomaitis (beide 16) sowie Malo Valerien (15) und Rich Igbineweka (14) verteilten ihre Ausbeute. Das Trio Logan, Adomaitis und Valerien spielte zudem fast durch (36 bis 38 Minuten) und sammelte zusammen neben den Korbpunkten noch 10 Assists und 19 Rebounds.

 

Positive Lichtblicke: Auf Seiten der Panthers war einer dieser Seid Hajric. Der 35-jährige Serbo-Pole überzeugte als Center in der Zone. Mit zwölf Punkten erzielte er seinen Saisonbestwert. In den ersten 20 Minuten versenkte er alle fünf Versuche im Wedeler Korb. Insgesamt abgerundet wurde seine beste Saisonleistung mit 33 Minuten Einsatzzeit durch sieben Rebounds sowie ein sehr starkes Ballhandling unter und um den SCW-Korb herum. Darauf lässt sich für das zweite Spiel aufbauen. Mit nur einem vergebenen Freiwurf (sechs von sieben) hatten die Velcic-Jungs eine ruhige Hand. Alle weiteren Statistiken waren in etwa ausgeglichen. Nur die 7:1-Dreier (21:3-Punkte) entschieden letztlich für Rist-Wedel das Spiel.

 

Kleine Rotation: Alen Velcic vertraute taktisch geschuldet einer kleineren Rotation. Moore und Hajric bekleideten über weite Strecken die beiden Ausländerpositionen. Sergey Tsvetkov (11) füllte die Ruhepausen für Moore (35) und Hajric aus. Bei den Local-Playern stand Borekambi ebenfalls 35 Minuten auf dem Feld. Friederici 23, so dass Anell Alexis (14) und Hannes Osterwalder (6) sich die Restzeiten teilten. Der Litauer Darius Pakamanis kam nicht zum Einsatz. Bei den beiden Pointguards Karamatskos und Abu Abaker verteilte es sich auf 23:17-Minuten.

 

Kräfte mobilisieren und mitfiebern: Am Samstag um 20 Uhr heißt es nun ein zweites Mal SC Rist-Wedel. Die Gäste aus Hamburg reisen am Samstag Vormittag per Flieger via Stuttgart an, trainieren am frühen Nachmittag von 12.30 bis 14 Uhr noch in der Deutenberghalle zum akklimatisieren. Übernachten werden die Norddeutschen in Bad Dürrheim und am Sonntag Morgen wieder via Flugzeug nach Hause abreisen. Die Verantwortlichen der Panthers rechnen mit einer vollen, ausverkauften Halle: „Ich bin mir sicher, dass uns unsere Fans und die ganze Region lautstark unterstützen werden und wir 1400 Zuschauer bis auf den letzten Platz haben werden“, so Coach Alen Velcic zuversichtlich. „Win or Die“ heißt es in den USA bei den Play Offs immer. Siegen und ein drittes Spiel am 17. März in Wedel oder verlieren und die Saison ist beendet“, so Geschäftsstellenleiter Holger Rohde. „Wir freuen uns in jedem Fall auf den Samstag, daheim werden wir Rist-Wedel einen großen Kampf bieten und ich bin mir sicher, dass die Fans ihren Teil dazu beitragen werden, dass die Saison noch weitergeht“, so Geschäftsführer Markus Käshammer.

 

Vorverkauf: Die Panthers haben, da sie am Samstag, 9. März mit einem Zuschaueransturm und einer neuen Rekordzahl rechnen, „weil solche Spiele immer etwas besonderes darstellen“ und es es auch bei Käshammer schon kribbelt, zahlreiche Vorverkaufstellen eingerichtet: Im Fanshop bei PIT Werbetechnik in Villingen-Haslach, im Mobilshop von Trainer Alen Velcic in der Villinger City (Brunnenstrasse), im Salinencafe bei Geschäftsführer Frank Singer in Schwenningen, dem Lohnbuchhaltungsbüro von Panthers Finanzverwalter Michael Krivanek sowie den CleverFit-Studios in Villingen, Schwenningen und Rottweil. „Die normalen Saisondauerkarten haben nach den elf Hauptrundenspielen ihre Gültigkeit ja verloren und alle Dauerkarteninhaber müssen sich ebenfalls Tagestickets kaufen“, so Holger Rohde. „Wir werden am Samstag in jedem Fall zwei Kassen haben, da es sicher einen größeren Zuschauerandrang geben wird, egal ob durch Vorverkauf oder Abendkasse bei der Abwicklung“, zeigt Krivanek auf.

 

Parkplatzsituation: Da der Parkplatz vor der Deutenberghalle immer stark frequentiert ist, von Dauerparkern die nahegelegen wohnen, empfehlen die Panthers-Verantwortlichen indes auf den Brandenburger Ring hinter der Halle auszuweichen. Dort gibt es an der Strasse genügend Parkmöglichkeiten. Wer in der Nähe der Halle wohnt solle am besten zu Fuß kommen.

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