Kleine Fehler summieren sich zur Niederlage in Spiel 1

14.04.2019

2. Basketball Bundesliga ProB, Play Off Halbfinale, Spiel 1: WWU Baskets Münster – wiha Panthers Schwenningen 75:62 (20:1415:1313:19, 27:16). Alles lautstarke Anfeuern half nichts: Vor einem Tollhaus von 3000 Zuschauern, darunter rund 40 Schwenninger Fans, unterlagen die Panthers den Westfalen verdient. Münster geht 1:0 in Führung und kann am kommenden Ostersamstag um 20 Uhrin der Deutenberghalle den Finaleinzug schon klarmachen. Im zweiten Duell gewann Bayer 04 Leverkusen deutlich mit 88:71 gegen Lokomative Bernau.

 

Am Ende hat es nicht gereicht. Enttäuschung in den Spielergesichtern, beim Staff und den Fans auf der Tribüne – die Leistung reichte nicht aus, um die gigantische Serie der Münsteraner zu brechen. Die Baskets sind nun seit 14 Spielen ungeschlagen und wurden ihrer Favoritenrolle im ersten Aufsteigerduell gerecht. „Wenn man hier vor der tollen Kulisse zu viele Fehler macht und auswärts nur 62 Punkte erzielt kann man nicht gewinnen. Unsere Defense stand über 35 Minuten sehr gut, wir haben da nicht so viel zugelssen. Aber letztlich entscheiden solche Dinge ein Spiel und wir haben verdient gewonnen“, resümierte Panthers-Trainer Alen Velcic. Sein WWU-Kollege Philipp Kappenstein sah es ähnlich. „Die Partie war lange Zeit wirklich offen. Letztlich haben wir unsere Würfe im letzten Viertel deutlich besser getroffen. Der Sieg war absolut verdient. Jetzt können wir in Schwenningen schon alles klarmachen.“

 

Bis dahin ist noch ein weiter Weg. Teil in der Halle am Berg Fidel war es bereits. Schwenningen hatte einen guten Start und lag bis zum 5:6 am Anfang durch sechs Punkte von Bill Borekambi knapp vorne. Ab dem 6:6 gingen die Hausherren in Führung. Und bauten diese nach den ersten zehn Minuten in ein 20:14 aus. Die Gäste kamen stark aus der Kabine und drehten einen 25:17-Rückstand mit acht Zählern durch einen 9:0-Run in eine 25:26-Führung. Doch dann riss bei den Schwarzwäldern der Faden und Münster konnterte diesen Lauf selber mit 9:0 auf ein 35:25, was nach 20 Minuten und einem abermals gewonnenen Viertel mit 15:13 eine Low-Score-Pausenführung von 35:27 einbrachte.

 

Gut analysiert, was in der ersten Hälfte schief gelaufen war, kamen die Schwenninger besser aus der Kabine. Was waren die Mankos: Wieder einmal die Dreier, 4:0 für Münster zur Pause. Zu viele Turnovers, 21 waren es letztlich. Und die Distanztreffer entschieden das Spiel über die 40 Minuten gesehen: 9:1-Treffer durch fünf verschiedene “Down Under”-Schützen, macht 27:3-Punkte aus den offenen Versuchen. Dazu in der wichtigen Phase viele vergebene Panthers-Freiwürfe wie in der ersten Halbzeit kurz vor der Sirene vier Versuche in Serie von Kosta Karamatskos und Seid Hajric. Offenbar flatterten die Nerven. „Die Halle ist so eng, die Zuschauer so laut, es ist eine intensive Atmosphäre, ganz anders als sonst“, gab Hannes Osterwalder seine Eindrücke preis. Dies mag letztlich ein kleiner Grund gewesen sein, warum die Eigenfehlerquote viel zu hoch gewesen ist. Unnötige Ballverluste, viele einfache Fehler und neben dem Top-Trio Borekambi-Moore-Friederic (zusammen 46 Punkte) kam die zweite Reihe gar nicht zum Zug. Münster spielte derweil nicht überragend, machte ebenfalls viele Fehler im Abschluss.

 

Immer wieder raunten die Zuschauer. Jubelten dann bei jedem Treffer ihrer Mannschaft, als Würde das Hallendach wegfliegen. „Einfach gigantisch diese Stimmung, wenn Du da unten am Spielfeld bist in der Arena und da sind 3000 von vier Seiten, die ihr Team vorwärts peitschen ist das einfach imposant“, hatten Geschäftsführer Markus Käshammer und Geschäftsstellenleiter Holger Rohde immer wieder Gänsehaut.

 

Grund waren immer wieder die Heimakteure: Schwenningen kam über ein starkes drittes Viertel in der zweiten Halbzeit bis zur 30. Minute nicht nur immer näher heran, sondern drehte das Spiel und führte sogar mit 45:46 wieder, eher ein krachender Dreier durch den Korb sauste und die Zuschauer ausrasteten. Im letzten Abschnitt blieb das Spiel bis in die Crunshtime offen, spannend. Immer wieder kam Schwenningen auf bis zu zwei Punkte heran, witterte die Chance auf den nächsten Auswärtscoup. Die Gastgeber hatten jedoch für jede Bemühung der Panthers eine passende Antwort parat. Alen Velcic blieb nur das Schulterzucken in der Schlussphase: Seine Jungs vergaben Freiwurf um Freiwurf, gleich drei von vier durch Moore. Statt durch den US-Amerikaner noch einmal auf drei oder vier Punkte zu verkürzen, ballerte Münster weitere Dreier durch seine überragenden Akteure JoJo Cooper und Malcom Delpeche in den Korb und bauten so ab der 36. Minute den Abstand innerhalb kürzester Zeit auf zeitweise sogar 15 Zähler aus. Zu viel für die erfahrenen Schwenninger, die sich  nun auf die Analyse der ersten Partie konzentrieren, um für Spiel 2 gewappnet zu sein.

 

Weitere Stimmen:

Kosta Karamatskos (Kapitän-Panthers): „Noch ist nichts passiert, wir haben zweimal eine Serie mit 2:1 gewonnen, können mit Druck umgehen und wissen jetzt, was wir besser machen können und müssen.“

 

Rasheed Moore (Panthers-Forward): „Natürlich bin ich mit mir nicht zufrieden. Ich war aber verletzt und am Ende gehandicapt. Dies soll und darf keine Entschuldigung sein. Unsere Ausbeute in der Offense war zu schlecht.“

 

Schwenningen (Spielzeit/Punkte/Assists/Rebounds):

Bill Borekambi (38/19/3/8), Rasheed Moore (30/15/0/6), Leon Friederici (23/12/2/0), Kosta Karamatskos (33/6/5/6), Sergey Tsvetkov (15/4/1/0), Darius Pakamanis (16/4/1/2), Anell Alexis (22/2/2/3),  Hannes Osterwalder (3/0/0/0), Abu Abaker (8/0/0/0), Seid Hajric (14/0/0/0), Mo Braimoh (2/0/0/0). Beste Scorer Münster: JoJo Cooper (33/21/7/3), Malcom Delpeche (26/16/6/1), Alex Goolsby (23/11/1/1).

 

Team-Statistik (Panthers zuerst genannt):

Rebounds: 38:32, Assists: 13:13, Fouls: 16:23, Turnovers: 21:11, Steals: 10:4, Höchste Führung: Schwenningen 2:0 (+2), Münster: 71:56 (+15), höchster Run: beide Teams 9:0.

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