Hervorragende Ausgangslage für die Play-Offs

05.02.2019

Drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde gibt es ein Hauen und Stechen um die Play Off-Plätze und besten Platzierungen. Mittendrin steht Aufsteiger wiha Panthers Schwenningen. Die Neckarstädter sind das Überraschungsteam der Saison, und haben schon jetzt die Ziele ihrer Aufstiegssaison in der 2. Bundesliga längst übertroffen.

 

Lob vom Gegner: Der sympatische Bayer-Trainer Hansi Gnad war nach dem 75:61-Sieg seiner Mannschaft tief beeindruckt über die Stimmung am Deutenberg. Die fast 1200 Zuschauer feuerten die Panthers bis zur Schlusssirene an, geizten am Ende aber auch nicht mit fairem Applaus für die Leverkusener. „Eine tolle Stimmung hier in Schwenningen. Das war einem Topspiel Zweiter gegen Erster absolut würdig. Wir freuen uns natürlich, dass wir gewonnen haben. Unser großer Kader hat heute den Ausschlag gegeben.“

 

Spielmacher-Ausfälle: Alen Velcic musste auf Abu Abaker verzichten. Der zweite Pointguard nach Kapitän Kosta Karamatskos verletzte sich am Vorabend der Partie zehn Minuten vor Trainingsende. „Ich bin leider auf dem Fuß von Seid Hajric aufgekommen und umgeknickt. In Cuxhaven ist mir dies auch schon mal passiert. Aber ich denke, mein Sprunggelenk wird in 14 Tagen wieder in Ordnung sein“, so der Youngster, der seit Wochen mit starken Leistungen zu einem der Panthers-Gewinner gehört. Kapitän Karamatskos trainiert indes fleißig mit dem Team. „Ich hoffe, ich werde in Gießen die ersten Minuten spielen können und dann gegen Bayern II daheim einen Härtetest für mich bestreiten. Der Arm hält gut, ich merke es natürlich von den Bewegungsabläufen und in Sachen Fitness habe ich ja sowieso permanent was getan. Da mache ich mir keine Sorgen. Es ist allerdings ein kleines Wunder dass ich diese Runde noch spielen kann, denn damit hat nun wirklich niemand gerechnet anfangs der Verletzung.“

 

Besuch aus den USA: Ein besonderes Spiel war es für Topscorer Rasheed Moore. Der US-Boy war sichtlich aufgeregt, weil er dieser Tage Besuch aus der Heimat bekam – seine Mutter und Freundin haben den 23-Jährigen im Schwarzwald besucht. „Es gefällt uns hier wirklich sehr gut, die Gegend ist wunderschön und es ist natürlich toll, Rasheed mal live bei einem Spiel zu erleben.“ Mit 15 Punkten war er zwar nicht so erfolgreich wie sonst und wurde von der Leverkusener Defense gut aus dem Spiel genommen, aber einen haute er dann doch raus: Zwei Sekunden vor der Halbzeit hämmerte einen „Tomahawk“-Dunking durch den Korb und man musste befürchten er reißt den Ring von der Anlage ab.

 

Emotionen kochen hoch: Im dritten Viertel gab es eine mehrminütige Unterbrechung. Der Grund: Sergey Tsvetkov und sein Gegenspieler Ron Mvouika gerieten aneinander. Das bulgarisch-französische Wortgefecht endete mit zwei Ausschlüssen. Das Schiedsrichterduo Alexander Moskovic (Trier) und Frank Bleicher (Stuttgart) hatten alle Hände voll zu tun, mit dem Kampfgericht die vielen Vergehen, Fouls und Strafen richtig aufzustellen.

 

Dauergast: Er macht keinen Hehl daraus – der neue Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen, Jürgen Roth, ist Basketball-Fan. Der OB ließ es sich am Samstag nicht nehmen, das Topspiel am Deutenberg anzuschauen und feuerte die Panthers wie all die anderen Fans lautstark an. “Die Panthers sind auch für unsere Stadt ein positiver Werbeträger und erweitern ein tolles Sportangebot in der Region.”

 

Mengegelage: Tabellenführer Bayer 04 Giants Leverkusen hat mit dem 75:61 in Schwenningen eindrucksvoll seine Dominanz vorgeführt – 36:2 Punkte und 18:1-Siege machen die Rheinländer nach dem achten Sieg in Serie zum klaren Aufstiegsfavoriten. „Da wollen wir auch hin, aufstiegen in die ProA“, zeigt Trainer Hansi Gnad selbstbewußt auf. Dahinter in der Tabelle wird es an den kommenden drei Spieltage durchaus noch gewaltige Verschiebungen geben. Klar scheint nur: Mit je acht Zählern zieren die Dragons Rhöndorf und RheinStars Köln überraschend das Tabellenende und werden es selbst in der Abstiegsrunde schwer haben, den Klassenerhalt sportlich noch zu schaffen Zu groß ist der Rückstand auf die davor platzierten Teams. S. Oliver Würzburg II hat schon 16 Punkte auf der Habenseite – müsste trotzdem in die Play-Downs. Ebenso im Moment der BBC Coburg, der nach dem Sieg in Schwenningen vor 14 Tagen noch Vierter war, nun auf den neunten und somit vierten Play-Down-Platz abrutschte. Die 18 Punkte der Bayern bedeuten jedoch nur zwei Zähler Rückstand auf den Fünften scanplus Baskets Elchingen. Und schaut man sich an, dass der Dritte Gießen 46ers Rackelors mit 22 Zählern nur vier Punkte mehr hat, zeigt es wie ausgeglichen und unberechenbar die ProB Süd in diesem Jahr ist. „Es geht spannend zu, deswegen haben wir noch drei ganz schwere Spiele vor uns, zeigt Panthers-Trainer Alen Velcic auf.“ In der Tat: Ulm kämpft um den Einzug in die Play Offs. Gießen kann den Schwenningern noch den zweiten Rang wegschnappen und Bayern München II hat ebenfalls das Tickets für die Top8 noch nicht sicher in der Tasche.

 

Fan-Unterstützung: Die Verantwortlichen der wiha Panthers Schwenningen freuen sich, dass die Leistungen der Mannschaft auf dem Parkett immer mehr honoriert werden. Eine volle Halle gegen Leverkusen hatten alle erhofft, ja ein bisschen erwartet, „es zeigt uns aber auch, dass die Leute Basketball auf Profisport-Niveau in unserer Region wollen, annehmen und unterstützen“, so der Alen Velcic stolz auf die fast 1200 Besucher im Topspiel. „Ein würdiger Rahmen und für die Liga auch ein Zeichen, dass wir hier unten im Schwarzwald als Bundesliga-Standort auf der bisher weißen Landkarte etwas bewegen wollen – mittel- und langfristig, nachhaltig“, so Geschäftsstellenleiter Holger Rohde. Was sich Frank Singer hierbei immer wieder wünscht: “Es wäre toll wenn wir noch einen Fan-Club auf die Beine gestellt bekommen würden, der unsere Trommler unterstützt und die grandiose Stimmung noch mehr hochkochen lässt.” Trainer Velcic lobte einmal mehr die Wichtigkeit der Zuschauer: “Mit diesem bombastischen Publikum ist in den Play Offs wirklich einiges möglich, wenn es enge Spiele werden.” Dem pflichtete Hansi Gnad ebenfalls bei. “Hier in Schwenningen werden es die Gegner bei so einer Kulisse nicht leicht haben.”

 

Kapazität und Tickets: Gegen Bayer Leverkusen lief der Vorverkauf schon extrem gut an. „Da werden wir mit Blick auf die Play Offs sicherlich schauen, dass wir in VS, Rottweil und Bad Dürrheim dann weitere Stellen einrichten. Die Nachfrage wird in den Knockout-Spielen steigen, da bin ich mir absolut sicher und es ist für unsere Kasse dann entlastend, wenn die Fans sich die Karten schon im Vorfeld sichern können. Basketball ist In“, so Rohde. Bis zu 1400 Fans könnten in die Deutenberghalle strömen, mit Zusatztribünen hinter den Körben wären hier noch genügend Zusatzkapazitäten vorhanden. „Ich bin überzeugt dass wir einen Zuschauerrekord aufstellen werden.“

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