Große Aufholjagd bleibt unbelohnt

06.10.2019

Wiha Panthers Schwenningen – Science City Jena 74:80 (10:22, 15:25, 27:20, 22:13).
Die wiha Panthers Schwenningen müssen sich nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten dem letztjährigen Bundesligisten Science City Jena knapp mit 74:80 geschlagen geben. Nachdem die Mannschaft von Alen Velcic zunächst die gesamte erste Halbzeit verschläft, folgt im zweiten Durchgang eine Aufholjagd, die trotz großem Kampf aber ohne Happy End für die Schwarzwälder bleibt.

 

Dass Jena zu einem der Topfavoriten auf den Gewinn der Meisterschaft in der 2. Basketball Bundesliga ProA gehören, stellten die Thüringer eindrucksvoll in der ersten Halbzeit in Schwenningen unter Beweis. Nachdem Kosta Karamatskos die Gastgeber mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf in der ersten Spielminute in Führung gebracht hatte, legte die Mannschaft des früheren Bundestrainers Frank Menz beeindruckend routiniert los. Angeführt von Spielmacher Brad Loesing und einem unter den Körben nicht zu stoppenden Alex Herrera zog Jena schnell davon und spielte seine Angriffe sehr diszipliniert und mit viel Übersicht heraus.

 

Bei den ohne Bill Borekambi (Rückenbeschwerden) und Sean Lloyd (Sprunggelenksbeschwerden) spielenden Schwenningern lief auch nach verschiedenen taktischen und personellen Umstellungen nicht viel zusammen. Die in Bestbesetzung auflaufenden Jenaer warteten mit einer sehr kompakten Verteidigung auf und ließen den Ball in der Offensive geschickt durch die eigenen Reihen laufen. Spielerisch leicht wuchs der Vorsprung der Thüringer stetig an, während Schwenningen gerade mal 3 von 16 Wurfversuchen im 1. Viertel (10:22) verwerten konnte.

 

Auch im 2. Viertel setzte sich der Spielverlauf fort und Science City baute die Führung auf zwischenzeitlich 26 Punkte (19:45) aus. Neben Herrera und Loesing trumpfte nun auch der Amerikaner Justin Leon auf. Während bei Jena die Scoringlast auf mehrere Schultern verteilt wurde, war bei den Panthers Rasheed Moore größtenteils auf sich alleine gestellt. Der letztjährige Topscorer und ProB Spieler des Jahres erzielte 14 der 25 Halbzeitpunkte der Panthers. Am Ende sollten 29 Punkte auf seinem Konto stehen. Mit einem 22-Punkte-Rückstand ging es in die Pause (25:47).

 

Dort muss Panthers-Coach Alen Velcic offenbar die richtigen Worte gefunden haben. Denn Schwenningen kam nun besser ins Spiel und verkürzte den Rückstand zusehends. Neben dem starken Rasheed Moore übernahm nun auch der immer wieder berherzt in die Zone ziehende David Dennis mehr Verantwortung. Jaren Lewis streute auch einige Punkte ein und die wiha Panthers kamen bis zum Ende des 3. Viertels langsam wieder in Schlagdistanz (52:67).

 

Dass die Begegnung nochmal spannend werden könnte, hätte zur Halbzeit wohl kaum mehr jemand unter den 700 Zuschauern in der Deutenberghalle für möglich gehalten. Doch tatsächlich wirkte in Durchgang zwei das Spiel der zunächst übermächtig wirkenden Gäste längst nicht mehr so entschlossen und abgeklärt wie in der ersten Halbzeit. Der Rhythmus des Spiels hatte sich nun in eine Richtung entwickelt, der dem schnellen Offensivspiel der Panthers entspricht. David Dennis offenbarte mit einigen schönen Drives zum Korb immer öfter Schwächen in Jenas Verteidigung. Spätestens nach dem der 22-jährige Spielmacher mit einem schönen Layup seine Mannschaft bis auf vier Punkte Rückstand herangebracht hatte (68:72), schien das Comeback tatsächlich greifbar nah. Unter frenetischem Jubel der Panthers-Fans fing der Favorit aus Jena zu wanken an, doch er fiel nicht. Matt Vest und Julius Wolf erhöhten den Vorsprung von Science City wieder. Und bei den Panthers schlichen sich einige Abspielfehler und Fehlwürfe von der Freiwurflinie ein, die es Jena erlaubten, den 74:80-Sieg sicherzustellen.

 

Science City Jena Head Coach Frank Menz: „Wir freuen uns riesig, dass wir das Spiel gewonnen haben. Denn es wussten, dass das ein schwieriges Spiel für uns wird. Wir hatten einige Probleme dadurch, dass Brad Loesing sich im letzten Spiel verletzt hat, unter der Woche nicht trainieren und nur angeschlagen spielen konnte. Insgesamt bin ich trotz des Sieges nicht so gut gelaunt. Ich möchte Schwenningen für eine sehr gute zweite Halbzeit gratulieren, in der die Mannschaft viel Moral bewiesen hat. Das war schwer für uns zu stoppen. Unser Spiel in der 2. Halbzeit fand ich fast schon gruselig. Wir waren sehr undiszipliniert, haben schlechte Entscheidungen getroffen und schlechte Würfe genommen. Wir haben zu nervös gespielt, obwohl wir so souverän vorne lagen. Es war ein enges Spiel, das am Ende auch anders ausgehen hätte können“

 

Wiha Panthers Schwenningen Head Coach Alen Velcic: „Wir wussten eigentlich wie Jena in das Spiel gehen würde, waren aber in der 1. Halbzeit nicht bereit im Kopf. Egal was wir ausprobiert haben taktisch in der Defensive und Offensive oder bei den Wechseln: es hat nicht gefruchtet. Es war keine Intensität im Spiel und keine gute Abstimmung in der Verteidigung. Auch wir hatten mit David Dennis jemanden, der die halbe Woche im Training gefehlt hat und viel spielen musste heute. Mit Sean Lloyd und Bill Borekambi haben uns zwei Schlüsselspieler, die ausgefallen sind. Jena war in Vollbesetzung da. Wir haben insgesamt wieder bewiesen, dass wir mithalten können, müssen aber so ein Spiel dann auch mal gewinnen. In den letzten fünf Minuten haben wir in den Schlüsselsituationen einige Fehlentscheidungen getroffen und eine erfahrene Mannschaft wie Jena nutzt das natürlich eiskalt aus. Es ärgert mich, weil wir es am Ende ganz ordentlich gemacht haben und mit dem Publikum im Rücken das Spiel gewinnen hätten können.“

 

Auf dem Spielplan stehen nun drei Auswärtsspiele in Folge für die wiha Panthers. Am Mittwoch (9.10., 19:30 Uhr) geht es zum letztjährigen Hauptrundenersten Niners Chemnitz. Anschließend stehen die Spiele in Paderborn (12.10., 19:30 Uhr) und Nürnberg (18.10., 19:30 Uhr) auf dem Programm, ehe es am 31.10. gegen das Team Ehingen Urspring zum nächsten Heimspiel kommt.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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