Gedämpfte Freude trotz Derbysieg

22.12.2020

Das Südwest-Derby zwischen den wiha Panthers und den Tigers Tübingen war am Samstag kaum an Spannung und Dramatik zu überbieten. Trotz des Happy Ends beim 99:90 Sieg in Verlängerung zeigte sich Panthers-Trainer Alen Velcic insgesamt enttäuscht über den Auftritt seiner Mannschaft.

 

Für die Zuschauer, die Pandemie-bedingt das Spiel nur an den TV-Geräten verfolgen konnten, bot die Partie zwischen Schwenningen und Tübingen alle Zutaten, die ein heißumkämpftes Derby ausmachen. Mehrfache Führungswechsel, spektakuläre Abschlüsse, ein Herzschlagfinale und schließlich eine Verlängerung sorgten für ein spannendes Schwabenderby.

 

Nachdem die Gäste den besseren Start erwischt hatten und mit einer Führung das erste Viertel abschlossen, zeigten sich die Panthers im zweiten Durchgang überlegen und gingen mit einer 38:32-Führung in die Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich jedoch ein völlig verändertes Spiel. Die Tübinger kamen nun richtig ins Laufen und erzielten im dritten Viertel mit 31 Punkten fast genauso viele Zähler wie in der gesamten ersten Halbzeit. Die Doppelstädter fanden in dieser Phase defensiv kein Mittel, um die offensivstarken Tiger zu bändigen. Immer wieder offenbarten die Panthers Defizite in der Verteidigung und kamen offensiv überwiegend nur dank guter Einzelleistungen zu Körben.

 

Nach dem Spiel fand Panthers-Trainer Alen Velcic deutliche Worte: „Natürlich sind wir froh darüber, das Spiel gewonnen zu haben. Im Lauf einer langen Saison ist es auch mal wichtig, Siege einfahren zu können, wenn man einen schlechten Tag hat. Aber die Art und Weise, wie wir uns heute insgesamt präsentiert haben, hat wenig mit dem Basketball zu tun, den wir eigentlich spielen wollen. Defensiv war das eine unserer schlechtesten Saisonleistungen. Und offensiv haben wir uns zu sehr auf die individuelle Klasse einzelner Spieler verlassen.“

 

Ein Blick auf die Spielstatistik offenbart ein deutliches Ungleichgewicht in der Verteilung der Punkte. Mit Shaun Willett, Nate Britt und Rytis Pipiras erzielten drei Akteure zusammen 78 der 99 Zähler. Es spricht für das Trio, in einem schwächeren Spiel die Mannschaft tragen zu können. Doch vom zuletzt so gut funktionierenden Teamspiel der Schwenninger war am vergangenen Samstag wenig zu sehen.

 

Nachdem die Panthers im Schlussviertel sich eigentlich in eine gute Ausgangsposition gebracht hatten und vier Minuten vor Ende mit sieben Punkten führten, drehten die Tigers das Spiel nochmal. Das finnische Talent Elias Valtonen brachte die Tübinger in der Schlussminute in Führung. Rytis Pipiras, der mit 24 Zählern seine Saisonbestleistung zeigte, glich die Partie mit einem verwandelten Freiwurf drei Sekunden vor Ende wieder aus. Doch Tübingen hatte im letzten Angriff gleich zwei gute Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen. Zuerst scheiterte besagter Valtonen mit seinem Zug zum Korb, ehe Enosch Wolf mit der Schlusssirene die große Chance vergab, mit einem einfachen Korbleger seiner Mannschaft den Sieg zu bringen.

 

In der Verlängerung entschieden die Panthers dann schnell das Spiel zu ihren Gunsten. Spielmacher Nate Britt kontrollierte das Tempo nun geschickt und spielte seine Erfahrung gut aus. „Wir haben uns in der Verlängerung gute Wurfpositionen erarbeiten können und viele einfache Punkte durch Korbleger und Freiwürfe erzielen können“, beschreibt Britt. „Als wir dann einige Angriffe der Tübinger stoppen konnten, haben wir unsere Führung ausbauen und das Spiel souverän für uns entscheiden können.“

 

Mit einer der spektakulärsten Aktionen der gesamten Zweitligasaison machten die Schwenninger zwei Minuten vor Ende der Verlängerung den Sack zu. Nach einem Fehlwurf von Nate Britt schraubte sich Shaun Willett mit all seiner Athletik hoch, schnappte sich den Ball in der Luft stehend mit einer Hand und beförderte ihn per Putback-Dunk scheppernd durch die Reusen. Am Ende leuchtete ein 99:90-Erfolg der Panthers auf der Anzeigetafel, der dank der guten Leistung in der Verlängerung auch absolut verdient gewesen ist.

 

Da das für Mittwoch angesetzte Heimspiel der Panthers aufgrund eines Corona-Falls bei Gegner Heidelberg ausfallen muss, bestreiten die Schwenninger ihr nächstes Spiel am 30. Dezember gegen die Gladiators Trier.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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