Früher Weckruf für die Panthers

03.11.2020

Nach der unglücklichen 66:69-Niederlage am vergangenen Sonntag war Spielern und Trainern bei den wiha Panthers die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Die erste Saisonniederlage schmerzt vor allem deshalb, weil sie in ihrer Entstehung durchaus vermeidbar war.

 

Über fehlende Spannung konnten sich die 100 erlaubten Zuschauer in der Deutenberghalle am Sonntag nicht beschweren. Wie schon zum Saisonauftakt gegen Paderborn sollte auch das zweite Saisonspiel der Schwenninger erst mit dem letzten Angriff entschieden werden. Doch anders als vor fünfzehn Tagen sollten bei Ertönen der Schlusssirene nicht die Panthers-Spieler jubeln. Stattdessen bejubelten die Akteure der Artland Dragons den knappen 66:69 Auswärtserfolg.

 

Nicht nur in Punkto Spannung erinnerte der zweite Auftritt der Panthers an den Saisonauftakt Mitte Oktober. Auch der Spielverlauf zeigte Parallelen zum 1. Spieltag auf. „Wir haben eigentlich sehr gut angefangen“, blickt Panthers-Trainer Alen Velcic auf die Partie zurück. „Nach unseren ersten Wechseln ist aber sofort ein Bruch in unser Spiel gekommen und wir haben den Fokus verloren. Unsere Bankspieler waren nach ihrer Einwechslung mental nicht wirklich bereit.“

 

Nur gut viereinhalb Minuten brauchten die Gäste aus Quakenbrück, um mittels eines 15:2-Laufs aus einem Rückstand von sieben Punkten eine 6-Punkte Führung herauszuspielen (16:22). Die Offensive der Panthers kam anschließend nur noch schwer in Tritt. Fiel es den Doppelstädtern in den Anfangsminuten noch zunehmend leicht durch ihr schnelles, attraktives Umschaltspiel zu vielen einfachen Punkten zu kommen, mussten die Zähler fortan schwer erarbeitet werden.

 

Vor allem der individuellen Klasse der beiden Neuzugänge Rytis Pipiras und Shaun Willett war es zu verdanken, dass die immer besser ins Spiel findenden Artland Dragons ihren Vorsprung nicht noch weiter auszubauen vermochten. Besonders in der 1. Halbzeit taten sich die Panthers unter den Körben schwer. Immer wieder sicherten sich die Dragons-Spieler Abpraller und kamen durch zweite Wurfchancen zu Zählern. „Dass wir das Rebound-Duell verloren haben, schmerzt natürlich“, analysiert Velcic. „Gegen eine Mannschaft wie die Artland Dragons, die nicht unbedingt groß aufgestellt sind, dürfen wir unter den Körben nicht so viele Rebounds abgeben. Wir sind dann nicht bereit, unser Spiel durchspielen zu können, wenn wir schlecht rebounden. Wir müssen lernen, da als Team geschlossener zu agieren und die Rebounds im Verbund zu sichern.“

 

Der am 1. Spieltag noch glänzend aufgelegte Nate Britt erwischte gegen Quakenbrück keinen guten Tag. Ivan Mikulic ließ aufblitzen, warum Coach Velcic ihn nach einem durchwachsenen ersten Jahr in der Doppelstadt im Sommer zurückholte. Der Kroate erzielte 12 Punkte, traf zu wichtigen Zeitpunkten zwei Distanzwürfe und organisierte das Spiel in Abwesenheit von Britt recht ordentlich. Durch zwei verwandelte Freiwürfe brachte Mikulic die Panthers zwei Minuten vor Spielende mit vier Zähler in Front (66:62). Doch die gute Ausgangsposition für die Schlussphase verspielten die Panthers in gleich drei aufeinander folgenden Angriffen.

 

„Wir haben gegen die Artland Dragons die kleinen Dinge einfach nicht gut genug gemacht, um daraus Kapital schlagen zu können“, bilanziert Velcic. „Es ist erst das zweite Spiel und die Mannschaft befindet sich noch im Lernprozess. Wir hätten das Spiel eigentlich gewinnen können, haben aber in Entscheidungsfindung und im Spielaufbau zu viele Fehler gemacht. Das ist ein früher Weckruf für uns! Wir müssen uns jetzt als Team einfach steigern und als Mannschaft besser zusammenarbeiten.“

 

Die nächsten Gelegenheiten zur Steigerung bieten sich in dieser Woche gleich doppelt. Am Freitag spielen die Panthers in der Deutenberghalle ohne Zuschauer gegen die Eisbären Bremerhaven. Nur zwei Tage später steht das erste Auswärtsspiel der Saison gegen Karlsruhe auf dem Programm.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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