Erneutes Entscheidungsspiel – Panthers wieder als Party-Crasher?

24.04.2019

Mit dem 100:82-Sieg gegen die Baskets Münster haben die wiha Panthers Schwenningen im Halbfinale ausgeglichen. Das Team von Trainer Alen Velcic absolvierte am Samstag vor ausverkauftem Haus bereits sein achtes Play-off-Spiel. Kein anderes Team hat in dieser Saison so viele Spiele absolviert.

 

Dauerbrenner: Seit acht Wochen laufen die Play-off. Nach den 22. Hauptrundenpartien haben die Schwenninger nun bereits über die drei KO-Runden insgesamt 30 Spiele absolviert. Nummer 31 folgt in Münster. “Wir sind es ja gewohnt drei Runden zu spielen, Wedel, Gießen, jetzt Münster. Und jedes Mal hatten wir auswärts den Druck im entscheidenden Spiel. Ich bin mir sicher, dass wir diesem standhalten können und werden”, zeigt sich Velcic zuversichtlich. Der Sieg gegen Münster polierte die Heimbilanz auf 10:4. In den Play-offs haben die Panthers jetzt 5:3-Siege stehen.

 

Party-Crasher: Zudem sind Rasheed Moore und Co auswärts gefürchtete “Spielverderber”: Wedel knackten sie nach deren 13:0-Heimserie. Gießen bekam nach 9:0-Heimerfolgen gleich zweimal einen eingeschenkt und Münster rammten sie nach insgesamt 14 Siegen in Serie vom Feld. Nun gilt es die 12:0-Heimerfolge der Westfalen (seit dem 76:77 am 6. Oktober gegen Itzehoe) jäh zu unterbrechen.

 

Taktisches Konzept: Alen Velcic änderte seine Starting Five und brachte mit seinen körperbetont spielenden Akteuren um Routinier Darius Pakamanis, Hannes Osterwalder, Sergey Tsvetkov sowie Kosta Karamatskos und Bill Borekambi Härte, Erfahrung, Cleverness und Wille auf das Feld. Dies war wichtig um Münster in Schach zu halten. Denn die Gäste versuchten in der ersten Phase gleich mit ihren Dreiern Punkte zusammeln. Bis zur Pause ging dieses Konzept der Baskets mit 48:48 auf, danach überrollten die Schwenninger den Gegner mit Wendigkeit, Frische und ständiger Rotation regelrecht.

 

Zweite Reihe: Die hatte ihren maßgeblichen Anteil. Rasheed Moore war mit seiner Fingerverletzung angeschlagen, spielte nur 50 Prozent der Zeit wie er normal abliefert. Dafür glänzten andere: Sergey Tsvetkov. Der 30-jährige Bulgare ist „Mister Effektiv“ – in 17 Minuten 15 Punkte. Nicht zum ersten Mal in dieser Runde nahm er seine Tages-Rolle glänzend an. Darius Pakamanis spielte 20 Minuten, holte neben 15 Zählern auch fünf Assists und ließ drei Dreier durch den Ring krachen.

 

Kapitän geht voran: Kosta Karamatskos erwischte in seinen 31 Minuten einen Sahnetag. 14 Punkte, darunter zwei Dreier, sieben Assists und drei Rebounds – der Pointguard machte sein bestes Spiel in 2019.

 

Zuverlässigkeit: Er ist in Topform, seit Wochen. Die Play-offs laufen nun seit Fasnets, Bill Borekambi liefert und liefert. Dem Berliner Jung ist anzumerken, dass er diese Saisonphase liebt. Mit Nürnberg und Rostock stieg er schon zweimal in die ProA auf. „Was ich derzeit hier in Schwenningen erlebe ist einfach der Wahnsinn. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Wir spielen und spielen und ich bin mir sicher, die Saison geht noch weiter und jetzt wollen wir auch ins Finale einziehen“, so der 26-Jährige in einer Mischung aus überweltigt und motiviert sein.

 

Guter Eindruck: Den hinterließen die Schwenningen einmal mehr in Köln. Spielleiter Hendrik Fronda kam extra in den Schwarzwald. Zum einen, um sich die Begebenheiten der Halle und bei den Panthers mal aus der Nähe anzusehen. Zum anderen aber suchte er den ganzen Abend in vielen Gesprächen den Austausch mit der Stadt Villingen-Schwenningen, unter anderem mit Bürgermeister Jürgen Roth, ebenso mit Tobias Reuter, der die Panthers bei den zahlreichen Auflagen seit 2018 mit gegleitet. „Ich habe selten eine so offene Kommune erlebt. Da gibt es leider ganz andere Beispiele, wie Städte Vereine nicht unterstützen, wenn es um solche sportlichen Entwicklungen geht“, lobte Fronda. Einmal mehr holte er sich viel Input bei Geschäftsführer Markus Käshammer und Geschäftsstellenleiter Holger Rohde und in Bezug auf das aktuelle Lizenzsierungsverfahren von Volker Kübler. Von der Atmosphäre der Zuschauer war er begeistert. „Sportlich haben die Panthers mit dem Sieg heute ebenfalls gezeigt, dass sie zu Recht unter den letzten Vier stehen und da auch in Richtung ProA jederzeit mithalten können.“ Ein Wink mit dem Zaunpfahl? Die meist gestellteste Frage am Samstag war rund um das Spiel: Wer hat eine ProA-Lizenz beantragt? Fronda hielt sich aus sport-juristischen Gründen bedeckt. „Da darf ich keine Aussagen machen.“ Fakt ist: Leverkusen will in die ProA, ist als Finalist sportlich auch qualifiziert. Schwenningen hat ebenfalls den Antrag gestellt. Münster nicht. Und ob Bernau die Lizenz möchte, wollten die dortigen Verantwortlichen vor Ende der Runde aus Motivationsgründen nicht preisgeben. Da dürfte diese Woche mehr zu erfahren sein.

 

Finalspiele: Die Meisterschaft in der ProB wird nur in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Terminiert ist der 1. und 4. Mai. Spielleiter Fronda teilte Münster und Schwenningen nun im Vorfeld mit, „dass Leverkusen Probleme hat. „Am 4. Mai haben sie ihre Halle nicht, d.h. das ihnen zustehende Rückspiel kann dort nicht stattfinden.“ Angedachter Vorschlag von Bayer und von der Liga als gut empfunden: „Das Heimreicht könnte gedreht werden, dann würde am 1. Mai in Leverkusen gespielt und das Saisonende fände in Schwenningen statt, so die Panthers ins Finale einziehen“, zeigt Fronda auf. Geschäftsstellenleiter Holger Rohde ist von der Idee positiv angetan: „Das letzte Spiel daheim, mit unseren Fans zu feiern wäre ein grandioser Abschluss und ist für unsere Spieler nun sicherlich ein noch zusätzlicher Ansporn.“

 

Allerdings könnte die Deutenberghalle dann wirklich an ihre Grenzen stoßen. „Die Euphorie ist in den letzten acht Wochen mit jeder Runde gestiegen. Nicht auszudenken, wenn wir in Münster gewinnen, dann wollen sicherlich nicht nur 1400 sondern 2000 oder 3000 Leute das Endspiel sehen“, so Käshammer und Rohde unisono.

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