Erneut gelobt, erneut verloren

19.10.2019

Auch im fünften Spiel in Folge gelingt den wiha Panthers Schwenningen trotz zwischenzeitlicher Führung und guter Leistung kein Sieg. Beim letztjährigen Vizemeister Nürnberg Falcons setzt es eine im Ergebnis zu deutlich ausfallende 90:79-Niederlage. Dabei macht den Schwenninger Basketballern eine lange Anreise und die miserable Freiwurfquote das Leben schwer.

 

Als der Mannschaftsbus der wiha Panthers um 12:15 Uhr in Richtung Nürnberg losfuhr, konnte noch niemand erahnen, dass die üblicherweise dreieinhalbstündige Fahrt zu einer Odyssee werden sollte. Denn schon nach Ludwigsburg hingen die Schwenninger im Stau fest. Über drei Stunden lang tat sich kaum etwas, denn der Verkehr war nach einer Vollsperrung auf der A6 zum kompletten Erliegen gekommen. Nachdem die Abfahrt von der Autobahn gelungen und die Umleitung über Landstraßen erfolgt war, begann der Kampf gegen die Zeit. Denn bei einer Verspätung von mehr als 15 Minuten nach angesetztem Spielbeginn drohte den Panthers die Niederlage am grünen Tisch.

 

Schließlich kam die Mannschaft kurz nach 19 Uhr in der Halle am Airport Nürnberg an, konnte das übliche Aufwärmprogramm aber nur in deutlich reduzierter Form absolvieren. In der unterhaltsamen Startphase ließen die Panthers-Spieler zunächst keinerlei Müdigkeit erkennen und spielten munter mit. Beide Mannschaften offenbarten zunächst Nachlässigkeiten in der Verteidigung. Während die Schwenninger vor allem durch Yasin Kolo und Marko Bacak viele einfache Punkte in Korbnähe erzielen konnten, schlossen die Nürnberger mehrfach spektakulär per Dunking ab. Danke eines 10:2-Laufs setzte sich Nürnberg  zum Ende des 1. Viertels etwas ab (25:19).

 

Nach einem erfolgreichen Dreier von Sean Lloyd (25:22) verloren die Panthers den Rhythmus und gestatteten Nürnberg zu viele zweite Wurfchancen, die die Gastgeber routiniert in Punkte ummünzten (32:24). Trainer Alen Velcic verzichtete jedoch auf eine Auszeit und vertraute seiner Mannschaft weiter. Nach einigen Umstellungen in der Verteidigung bestimmten die Panthers nun das Tempo der Partie. Die Falcons punkteten in dieser Phase fast nur durch Einzelaktionen ihres überragenden Spielmachers Duane Wilson (am Ende bester Scorer mit 25 Zählern und 7 Assists). Doch Schwenningen verpasste es durch viele Fehlwürfe an der Freilinie die Führung zu übernehmen. Erst ein Dreier durch Rasheed Moore brachte die Gäste 26 Sekunden vor der Halbzeit wieder in Front. Erneut ist aber Wilson zur Stelle und sichert Nürnberg die Halbzeit-Führung (41:40).

 

Alen Velcics Mannschaft kommt gut in die zweite Halbzeit und setzt in der Defensive nun konsequent auf eine Zonenverteidigung, gegen die Nürnberg lange kein Mittel findet. Doch in der Offensive verpassen es die Panthers gegen die früh foulbelasteten Franken eine Führung herauszuspielen. Nachdem Stephan Haukohl zwei Distanzwürfe versenkt (59:56), hat sich Nürnberg auf die Verteidigung der Schwarzwälder eingestellt. Endgültig kippt das Momentum auf Seite der Falcons als Duane Wilson mit der Schlusssirene des 3. Viertels einen Dreier verwandelt (67:61).

 

Nach einem weiteren erfolgreichen Distanzwurf und Korbleger erspielen sich die Nürnberger ihre höchste Führung (76:66) und geben fortan den Ton an. Die vielen verworfenen Freiwürfe rauben den Panthers, die vor dem Spiel noch die ligaweit zweitbeste Freiwurfquote aufweisen konnten, dann jede Chance auf ein Comeback. Für jedes Aufbäumen der Schwenninger haben die Falcons nun die passende Antwort parat und siegen am Ende zu deutlich mit 90:79.

 

Geschäftsstellenleiter Holger Rohde: „Wir haben heute einfach zu viele Freiwürfe und einfache Würfe liegengelassen und uns so selbst um eine Siegchance gebracht. Uns hat natürlich sehr geärgert, dass wir uns kaum Warmmachen konnten und eiskalt in das Spiel mussten. Dass das Spiel nach unserer fast siebenstündigen Fahrt pünktlich angepfiffen wird, ist eine Entscheidung der Schiedsrichter und der Gastgeber Nürnberg, die aus unserer Sicht natürlich hart ist, die wir aber so akzeptieren müssen.“

 

Nürnberg Falcons – wiha Panthers Schwenningen 90:79 (25:19, 16:21, 26:21, 23:18)

 

Für die wiha Panthers spielten (Minuten/Punkte/Assists/Rebounds): Jaren Lewis (26/7/0/5), David Dennis (34/9/5/5), Junior Searcy (13/3/0/2), Sean Lloyd (15/10/0/3), Bill Borekambi (7/0/1/2), Kosta Karamatskos (9/2/0/0), Rasheed Moore (31/20/5/4), Leon Friederici (13/4/1/0), Yasin Kolo (16/7/1/0), Marco Bacak (31/17/8/1).

 

Nicht zum Einsatz kamen: Sergey Tsvetkov, Filip Kukic

 

Dreier: 9:7 (35:35-Prozent), Rebounds: 33:32, Ballverluste: 15:12, Fouls: 23:19, Freiwürfe: 15/20 (75% Nürnberg), 14/27 (52% Schwenningen).

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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