Eine Ohrfeige aber kein Beinbruch

16.02.2021

Für die klare Auswärtsniederlage der wiha Panthers in Leverkusen übernimmt Trainer Alen Velcic die Verantwortung. Im Vorfeld der Partie habe man nicht die nötige Spannung aufgebaut und sich eine verdiente Ohrfeige abgeholt, die aber schließlich kein Beinbruch sei.

 

Beschwingt vom überzeugenden Heimsieg gegen Heidelberg (82:67) hatten sich die wiha Panthers eigentlich gute Chancen ausgerechnet, auch bei den heimstarken Leverkusenern bestehen zu können. Ein Sieg bei den Farbenstädtern hätte das Tor zum Saisonziel Playoff-Teilnahme sehr weit aufgestoßen. Doch ein schwacher erster Durchgang sollte sich als zu große Hypothek erweisen, um das Spiel beim deutschen Basketball-Rekordmeister zu seinen Gunsten gestalten zu können. „Wir sind besonders in der ersten Halbzeit in alte Muster zurückgefallen und haben mit viel zu wenig Intensität gespielt“, schildert Panthers-Trainer Alen Velcic nüchtern. „Auch die Kommunikation in der Defensive hat überhaupt nicht gepasst und wir haben gegen Leverkusen nicht so verteidigt, wie wir uns das vorgenommen haben und eigentlich können.“

 

Im Basketball spricht man oft davon, dass Rebounds in erster Linie Willenssache sind. Ein Blick auf die Statistiken der 1. Halbzeit offenbart vor allem eine große Diskrepanz in dieser Kategorie: Zwanzig Abpraller hatten sich die Bayer Giants bereits zur Halbzeit gesichert. Die Panthers kamen hier nach Durchgang 1 auf lediglich 7 nach Fehlwürfen eingesammelte Bälle. Auch gegen Heidelberg hatten die Doppelstädter zunächst einen schlechten Start hingelegt, dann aber nach fünf Minuten dem Spiel eine entscheidende Wendung geben können. In Leverkusen hingegen wirkte die Mannschaft vor allem in der Anfangsphase nicht entschlossen und fokussiert genug, um das Ruder rumreißen zu können.

 

Zur fehlenden Intensität kam dann auch noch Pech dazu. Panthers-Topscorer Courtney Stockard zog sich nach einem Foul von Leverkusens Center-Hüne Dennis Heinzmann eine Platzwunde unter dem rechten Auge zu. Während der 25-jährige Amerikaner verarztet wurde, verpasste er große Teile des 2. Viertels, in dem die Bayer Giants ihren Vorsprung weiter ausbauten. Mit einem deutlichen 13-Punkte-Rückstand (43:30) ging es in die Halbzeit.

 

Nach dem Seitenwechsel starteten die Schwenninger eine Aufholjagd, die sie im Schlussviertel sogar beinahe wieder in Schlagdistanz brachte (67:63). Doch Leverkusen antwortete auf den Lauf der Panthers durch zwei verwandelte Distanzwürfe von JJ Mann und baute die Führung wieder aus. „Wir haben uns zwar wieder gut herangekämpft und in der zweiten Halbzeit besser gespielt, aber dann in den entscheidenden Momenten zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, analysiert Alen Velcic. Am Ende leuchtete auf der Anzeigetafel ein deutliches 85:76 auf der Anzeigetafel der Leverkusener Ostermann-Arena auf. Die Panthers haben am Samstag nicht nur die Partie bei einem unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Teilnahme verloren, sondern auch den am Ende bei Punktgleichheit ausschlaggebenden direkten Vergleich.

 

Für die Niederlage in Leverkusen übernimmt der langjährige Trainer der Panthers die Verantwortung: „Es ist meine Aufgabe als Trainer, die Spannung schon unter der Woche so aufzubauen, dass die Mannschaft voll fokussiert in so ein wichtiges Spiel geht. Das ist uns in der vergangenen Woche offenbar nicht gelungen. Wir haben uns wohl alle von der Siegesserie und dem starken Auftritt gegen Heidelberg blenden lassen. Dafür haben wir eine verdiente Ohrfeige kassiert, die aber auch keinen Beinbruch darstellt. Wichtig ist jetzt aber, dass wir unsere Fehler aufarbeiten und uns bewusstmachen, dass man in dieser starken Liga nur dann siegen kann, wenn man dazu bereit ist, stets 100% zu geben.“

 

Bereits am kommenden Samstag (18:00 Uhr) haben die Schwenninger in der heimischen Deutenberghalle die Gelegenheit dazu, es wieder besser zu machen. Dann gastiert mit den PS Karlsruhe Lions eine Mannschaft in der Doppelstadt, mit der sich die Panthers schon zu Regionalligazeiten einige hart umkämpfte Partien lieferten. Aktuell belegen die Fächerstädter mit ausgeglichenem Punktekonto Platz 9 in der Tabelle und haben sich nach zuletzt drei Siegen in Folge wieder an die Playoff-Ränge herangekämpft. Bei den wiha Panthers kann dann vielleicht auch wieder Jonas Niedermanner mitmischen. Der 24-jährige Forward musste zuletzt gegen Leverkusen nach einer Bäderdehnung im Sprunggelenk aussetzen und könnte gegen Karlsruhe sein Comeback feiern.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: wiha Panthers

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