Ein Hauch von Real und Barca unter den Füßen

02.11.2018

Die wiha Panthers Schwenningen spielen am morgigen Samstag im Münchner Audi-Dome gegen die Meister-Reserve des FC Bayern München.

2. Basketball Bundesliga ProB Süd 7. Spieltag: FC Bayern München II – wiha Panthers Schwenningen, Samstag, 19 Uhr.

Schwere Aufgabe für die Panthers an der Isar: Im Topspiel und Verfolgerduell Fünfter gegen Dritter geht es morgen um richtungsweisende Punkte. Können die Schwenninger sich weiter hinter den beiden Führenden Leverkusen (12:0) und Frankfurt (12:0) mit ihren 10:2-Punkten festsetzen und die Mittelfeldverfolger auf Distanz halten, oder rücken die kleinen Bayern näher heran? Alles scheint hier möglich zu sein.

Internationales Flair: Wenn die Schwenninger am Samstagabend im Audi-Dome in München antreten, schnuppern sie ein klein wenig die große deutsche und internationale Basketball-Welt: 6700 Zuschauer fasst die Halle des amtierenden deutschen Meisters. „Na, bei der Reserve kommen natürlich weniger Fans, aber der FC Bayern Baskets hat mit seinem Namen vom Fußball natürlich Strahlkraft. Da Uli Hoeneß diese Sportart liebt und hinter ihr steht, erfährt sie in München die Unterstützung, die es braucht, um mit den Bayern in der Liga Werbung zu machen. Dieser Name zieht natürlich auch für uns in einer kleinen Stadt wie Schwenningen“, zeigt Geschäftsstellenleiter Holger Rohde auf. „Wir freuen uns schon riesig auf Februar 2019, wenn sie am letzten Hauptrundenspieltag auf den Deutenberg kommen.“ Zuvor dürfen die Jungs von Trainer Alen Velcic aber auf das Parkett am Münchner WestparkOst, einen Hauch von Euroleague einatmen. Auf jener Spielfläche, auf der sich Woche für Woche Top-Teams wie ALBA Berlin, Real Madrid, FC Barcelona oder ZSKAMoskau die Ehre geben.

Starke Gegner: Die kleinere ProB-Welt fordert die Schwarzwälder nicht minder heraus – Bayern II hat eine starke, junge Mannschaft. Der große Kader bietet Trainer Demond Greene viele Alternativen. Die eigenen Talente aus der NBBL sollen an die höheren Aufgaben herangeführt werden. Nachdem die Münchner in der letzten Saison den steinigen Weg über die Abstiegsrunde zum Klassenerhalt gehen mussten, haben sie sich mit nur drei Neuzugängen von Lokomotive Bernau Berlin (Rijad Avdic, Jacok Knauf) sowie Rhöndorf (Viktor Frankl-Maus) diesmal die sicheren Play-Offs vorgenommen. Der Start mit 3:3 Siegen ist hier durchaus gelungen. Zuletzt stolperte der FC Bayern II allerdings in Köln (74:81). Die Münchner hatten indes von allen Teams das schwierigste Auftaktprogramm, bei dem sie gegen die ungeschlagenen Teams aus Leverkusen (92:98) und Frankfurt (78:83) den Kürzeren zogen, dafür die Duelle mit Meister Elchingen (74:70), Absteiger Ulm (67:57) sowie das Derby gegen Würzburg (89:78) klar für sich entschieden. „Es wartet eine ganz schwere Aufgabe auf uns. Wir fahren ohne Druck nach München. Das Ziel ist – nach unserem Traumstart mit 5:1 Siegen – dass wir versuchen, den sechsten Sieg einzufahren, weil danach zwei Heimspiele folgen“, zeigt Panthers Coach Velcic optimistisch und zielstrebig auf. „Dafür muss alles passen und wir einen Top-Tag erwischen“, baut er auf das zurückgekehrte Nervenkostüm. „Natürlich muss unsere katastrophale Dreierquote wieder besser werden. Daran arbeiten wir in jedem Training.“ Velcic schaut weniger auf die aktuelle Tabelle, sondern „mein Ziel ist am 23. Februar mindestens der achte Platz für die Playoffs. Dazu brauchen wir aus 22 Spielen in der Regel zehn oder elf Siege. Also sind wir erst auf dem halben Weg. Und je schneller wir bis Weihnachten in den ersten 14 Partien in der Hinrunde und zum Start der Rückrunde dieses Ziel erreichen, umso besser können wir schon in die Zukunft schauen und die kommende Saison vorplanen.“

Angeschlagener Kapitän: Ob es in München allerdings gegen die junge Rasselbande der Bayern zu einem Sieg reicht, bleibt abzuwarten. Bayern II spielt ohne US-Amerikaner auf der Ausländerposition, hat in seinem 16er-Kader zwölf LocalPlayer und vier Europäer. Gleich sieben Spieler sind über zwei Meter groß. Allerdings bringt nur Center Nemanja Markovic mit 110 Kilo über zwei Zentner auf die Waage. Körperlich und in Sachen Erfahrung dürften die Schwenninger mit ihrer „Bärenstärke“ hier durchaus ein Plus haben. „Auch denke ich, dass uns das 68:66 gegen Würzburg kurz vor dem Ende als Team noch mehr zusammenschweißt und darin bestärkt, in schwierigen Situationen nie aufzugeben, an uns zu glauben und auch bei einem hohen Rückstand zu wissen, zu was wir in der Lage sind“, zeigt Kapitän Kosta Karamatskos auf. Hinter dem Point Guard steht wieder ein Fragezeichen. „Sein Einsatz ist gefährdet, mal sehen ob er spielt oder nicht“, muss Velcic abwarten. Dieser Ausfall wäre schwerwiegend, ebenso der von Bill Borekambi. Der Power Forward ist mit 17,5 Punkten pro Spiel zweitbester Scorer nach Rasheed Moore (22,3). Während Moore die Nummer eins der ProB Süd ist, rangiert Borekambi auf dem siebten Platz. Eine Position vor seinem Cousin Nelsen Weidemann (16,7), dem besten Münchner.

Explosives Familientreffen: Das Familientreffen birgt eine gewisse Spannung mit besonderer Randnote im Profi-Sport. „Nelson ist mit seinen 17 Jahren ein Riesentalent, einer der besten Nachwuchsspieler in Deutschland auf seiner Position“, lobt ihn der neun Jahre ältere Borekambi. Der hofft, dass er rechtzeitig wieder fit wird. Ihn plagten zu Beginn der Woche Rückenschmerzen. „Ich hoffe, er wird spielen können. Bill ist wichtig für unser Team, das hat man gegen Würzburg gesehen“, drückt Teamkollege Moore die Daumen. Der US-Amerikaner ist froh, nicht der Alleinunterhalter zu sein. „Ist doch toll, wie letzte Woche: Bill hat 28 Punkte gemacht, mir gelangen die beiden wichtigen Freiwürfe zur Führung, Leon Friederici entschied die Partie.“ Wer letztlich in München der Matchwinner werden könnte, ist Velcic egal: „Wir haben ein gut aufgestelltes Team. Sollten alle fit werden, können wir auch bei den Bayern bestehen. Dort zu gewinnen wäre ein Riesending.Wir können bei den Fans weiter anheizen für die Heimspiele. Doch eines muss allen auch bewusst sein: Wir sind keine Übermannschaft, wir werden nicht immer gewinnen und die Erwartungshaltung muss auf dem Teppich bleiben. In derProB ist jedes Spiel schwer und man muss sich 40 Minuten konzentrieren.“

 

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Ein dickes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Panthers-Kapitän Kosta Karamatskos im Spiel gegen Bayern München.

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