Die Siegesserie des Aufsteigers geht unvermindert weiter

08.10.2018

3. Spieltag: wiha Panthers Schwenningen – Dragons Rhöndorf 82:69 (20:21, 16:15, 23:15, 23:18). Die Siegesserie des Aufsteigers geht unvermindert weiter – mit dem dritten Sieg im dritten Spiel sind die Neckarstädter weiterhin an der Tabellenspitze und dürfen sich zu Recht als Überraschungsteam der Liga bezeichnen.

Einen starken Punkteauftritt legte Rasheed Moore hin, der bärenstarke 31 Punkte in 36 Minuten Spielzeit beigetragen hat. Bei den Gästen ragte der Litauer Zigymantas Riauka heraus. Ihm gelangen nicht nur 23 Punkte, sondern überragende 16 Rebounds. Der 2,05 Meter große und 107 Kilo schwere Center war von den Gastgebern in seinen rund 39 Minuten nie auszuschalten. Dafür fehlte den Panthers ihr Kapitän und Point Guard Kosta Karamatskos wegen einer Oberschenkel-Verletzung.

Es war jedoch für die 700 Zuschauer und Panthers-Fans auf dem Deutenberg erstmals seit Monaten wieder ein Spiel, bei dem ihr Team nicht locker und leicht über den Gegner hinweg spazierte, ehe die unglaubliche Siegesserie von 29. ungeschlagenen Begegnungen in über zwölf Monaten fortgesetzt wurde. Mehr eine zähe Geschichte zog sich über spannende 40 Minuten, in denen die Hausherren bis zum Ende um den Erfolg kämpfen musste und Rhöndorf mehr als nur Paroli bot. Sich als hartnäckiger Kontrahent herausstellte.

Die Zitterpartie war wiederum gar nicht nach dem Geschmack von Trainer Alen Velcic. Der hatte sich seinen 48. Geburtstag etwas anders vorgestellt – entspannter wollte er ihn verbringen: Der Sieg, ja der ging in Ordnung und war eingeplant. Doch der ehrgeizige Coach war in mehreren Spielphasen richtig sauer auf seine Mannschaft.

  1. Viertel: Nach gutem Start legten die Schwenninger nach 60 Sekunden ein 5:2 vor und bauten dies in der 4. Minute auf 9:4 aus. Dann riss plötzlich erstmals der Faden. Rhöndorf glich nicht nur zum 9:9 aus, sondern zog mit einem 10:0-Lauf auf 9:14 weg (5.). Erste Auszeit von Velcic, der seine Jungs stinkesauer wachrüttelte. Was fruchtete: Moore sorgte mit fünf Punkten in Folge für das 15:14, doch mit einer aggressiven Pressverteidigung mit drei Mann auf dem ganzen Feld machten die Dragons den Hausherren das Leben schwer – so gingen die ersten zehn Minuten mit 20:21 verloren.
  2. Viertel: Zunächst lief es bei den Panthers nicht besser. Rhöndorf zog in der 6. Minute auf 24:30 weg – die höchste Gästeführung in dieser Partie. Schwenningen bekam keinen Platz für offene Würfe, was die an diesem Tag geringe Ausbeute von nur drei Dreiern erklärte. Doch einer dieser Distanztreffer von Moore sorgte dafür, dass dieser mit erneut fünf Zählern die Partie erstmals wieder zum 33:32 (17.) drehte. Ein starker Bill Borekambi, der bis auf 23 Sekunden komplett durchspielte, unterstützte ihn mit 19 Punkten und acht Rebounds. Weil Joachim Koschade zwei Freiwürfe versemmelte, blieb es zur Halbzeit nach dem knappen 16:15 für die Panthers bei einem 36:36-Pausenstand.
  3. Viertel: Diese Spannung setzte sich zwischen der 21. und 30. Minute nahtlos bis zum 41:41 fort, ehe die Velcic-Fünf es schaffte, sich langsam abzusetzen. In dieser Phase machte auch Hannes Osterwalder wichtige Aktionen im Abschluss und in der Defense. Über seinen herrlichen Dunking zum 54:46 (28.) wurden es plötzlich sogar bis zu elf Körbe Vorsprung. Der 23:15-Zwischenspurt sorgte für eine 59:51-Führung.
  4. Viertel: Nun stellte sich die Frage, wie die Panthers reagieren, da sie in den ersten beiden Saisonspielen bis fünf Minuten vor dem Ende auf über 20 Punkte weggezogen ware. Nicht so gegen die Dragens. Riauka traf wie er wollte und so blieb es bis zum 63:59 (33.) oder 68:63 (35.) offen. Wieder nahm Velcic eine Auszeit und rüttelte seine Jungs weiter in den Wach-Modus. Mit Erfolg: Die Schlussphase spielten die Schwenninger clever aus, und gingen mit zwölf Punkten mehr aus der Partie, da bei den Gästen zu diesem Zeitpunkt gleich vier Akteure mit vier Fouls vor dem Ausschluss belastet waren. Bei den Panthers betraf dies Osterwalder und Seid Hajric durch ihre starke Defensearbeit.

 

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Stimmen zum Spiel:

Alen Velcic (Trainer Panthers): „Der Sieg heute war verdient. Wir haben bei Rhöndorf Riauka nicht in den Griff bekommen. Unsere Defense hat sehr gut gespielt. Wir haben vorne nur oftmals zu viele Bälle vergeben, wobei da auch Pech dabei war. Natürlich war ich am Anfang nicht zufrieden beim 9:14, aber heute hat man gesehen, dass uns mit Kosta Karamatskos „das Gehirn“ gefehlt hat. Jetzt freuen wir uns über drei Siege au den ersten drei Spielen und fahren ganz ohne Druck zum nächsten Spiel nach Köln.“

Thomas Adelt (Trainer Dragons): „Schwenningen hat eine wirklich gute, erfahrene Mannschaft. Wir haben heute alles versucht, es besser gemacht als in Gießen. Doch am Ende einfach zu wenig Punkte erzielt, um hier zu gewinnen. Nach den drei Niederlagen heißt es für uns jetzt Ruhe zu bewahren.

Kosta Karamatskos (Panthers-Kapitän): „Wenn man verletzt draußen ist, ist es immer schlimm. Die Jungs haben es heute aber super gelöst und am Ende verdient gewonnen.“

Rasheed Moore (Topscorer): „Es war ein schwieriges Spiel für uns, weil der Gegner aggressiv verteidigt hat. Ich freue mich über unseren Start, meine 31 Punkte waren natürlich schön, aber der Erfolg der Mannschaft zählt als Erstes. Und ich hatte noch mehrmls Pech, sonst wären da noch mehr Punkte möglich gewesen.“

Zygimantas Riauka (Dragons-Topwerfer): „Über meine persönlich gute Leistung kann ich mich nicht so freuen, weil wir verloren haben. Da haben wir zu viele Fehler gemacht und so hat Schwenningen es besser gemacht und verdient gewonnen.“

Holger Rohde (Panthers-Geschäftstsellenleiter): „Ich freue mich über den Traumstart. Vor allem heute dass unsere Jungs in der Schlussphase, als Rhöndorf auf fünf Punkte herankam, kühlen Kopf bewahrt haben.“