Die Reise geht weiter – wiha Panthers rüsten sich für das Viertelfinale

18.03.2019

Der Aufsteiger aus Schwenningen knackt die Festung Rist-Wedel und belohnt sich für 44 Stunden Busfahrt und 1600 Reisekilometer

Erste Hürde geschafft: Der Aufsteiger rockt weiter die ProB. Das Motto „Siegen oder Fliegen“ hat bei den wiha Panthers Schwenningen positive Kräfte freigesetzt. Nach dem Husarenstück am Sonntag Abend beim SC Rist-Wedel geht die Saison weiter. „Ich kann nur sagen, es ist einfach unglaublich. Am Ende haben wir es noch einmal spannend gemacht, doch die Gesamtleistung der Mannschaft war einfach fanatstisch“, lobte Kapitän Kosta Karamatsko seine Kollegen und zurecht sich selber.

 

Punktegaranten: Sensationalle 16 Punkte steuerte der Point Guard bei seinem 34-Minuten-Auftritt am Ende zum Sieg bei. War einer von vier Schwenninger Spielern im zweistelligen Bereich. Rasheed Moore (17), Bill Borekambi (17) und Leon Friederici (18) überzeugten wieder als Korbjäger-Trio mit 52 Punkten, was ihrem gemeinsamen Schnitt im 50-iger-Bereich in dieser Saison entspricht. Wie beim zweiten Spiel in Schwenningen ballerten die Leistungsträger eine Energieleistung heraus.

 

Charakterteam: Das Spiel in Wedel offenbarte alle Stärken der Panthers-Spieler. Geduld, Beharrlichkeit, Kampfgeist und Nervenstärke. Trotz 13-Punkte-Rückstand beim 50:63 gab keiner auf, behielten sie ihre Linie. Waren aufnahmefähig bei den Auszeiten von Coach Alen Velcic. Und fünf, sechs Spieler leisteten einen im Spielverlauf immer wieder wichtigen Beitrag mit erfolgreichen Aktionen zum ganzen Gelingen. 44 Stunden Busfahrt über 1600 Kilometer, da meinte Bill Borekambi lapidar: „Wenn wir schon diesen Aufwand betreiben mussten, dann aber bitte mit dem Weiterkommen. Die Rückfahrt war einfach nur entspannend. Ich bin stolz hier in Schwenningen spielen zu können. Es ist ein ganz anderer Verein als Rostock, Nürnberg, Karlsruhe. Die Stadt ist natürlich nicht mit meiner Heimat Berlin zu vergleichen. Aber es macht mir Spaß, ich freue mich auf unsere Fans wenn es gegen Gießen geht, die werden den Deutenberg für uns zu einem Hexenkessel machen.“

 

Rollenverteilung: Trainer Alen Velcic hat seinen Matchplan perfekt vorbereitet. Beim Warm-Up schwörte er seine Jungs noch einmal eindringlich darauf ein. „Wenn heute jeder seine Rolle im Team annimmt und sich diszipliniert verhält, dann werden wir dieses Spiel gewinnen“. Die Spieler vertrauten ihm. Zogen auf und neben dem Parkett mit. Gerade wegen der Local-Player-Rolle in Schwenningen für den Coach nicht immer einfach. Er hat neben US-Star Rasheed Moore noch drei weitere Ausländer. Sergey Tsvetkov, Darius Pakamanis sowie Seid Hajric spielten zusammen nur 28 Minuten, nahmen dies aber klaglos hin. Wie auch Abu Abaker, der diesmal Kapitän Karamatskos den Vortritt lassen musste. Die „deutschen“ Akteure waren in der zweiten Reihe dennoch sehr wichtig. Am Anfang ragte Hannes Osterwalder mit sieben Punkten und drei seiner vier Rebounds heraus. Später sammelte Anell Alexis sechs Rebounds und hatte 16 Sekunden vor dem Ende eine ruhige Hand, als er zwei Freiwürfe zum 86:81 verwandelte.

 

Süden besser: Fünf der acht Tickets für die zweite KO-Runde gingen an den Süden. Ist dieser Stärker? Fakt ist, die jeweils besten zwei der Staffeln haben sich durchgesetzt. Schwenningen ist die einzige Mannschaft, die trotz zweier Auswärtsspiele weitergekommen ist. Von vielen Fachleuten in der 2. Bundesliga jedoch kam dies nicht unerwartet. Wedels Trainer Felix Banobre stellte nüchtern fest: „Sie waren nicht umsonst bis zum 20. Spieltag Zweiter im Süden. Dies kommt nicht von ungefähr. Im dritten Spiel hat man es am Ende gesehen. Die Panthers haben mit ihrer Erfahrung das Weiterkommen erreicht und waren uns in den Kleinigkeiten einen Schritt voraus. Es ist bitter mit der einzigen Heimniederlage der gesamten Saison auszuscheiden.“

 

Play offs, Achtelfinale, die Übersicht: SC Rist-Wedel – wiha Panthers Schwenningen 85:86, 61:69, 73:63, Stand: 1:2, Schwenningen im Viertelfinale, Baskets Oldenburg Juniors – scanplus Elchingen 81:74, Stand: 2:1, Oldenburg im Viertelfinale, Gießen 46ers Rackelos – Itzehoer Eagles 78:71, Stand: 2:1, Gießen im Viertelfinale, FC Bayern München II – Iserlohn Kangaroos 88:83, Stand: 2:1, Bayern im Viertelfinale, Lokomotive Bernau – Orange Academy Ulm 79:65, Stand: 2:1, Bernau im Viertelfinale, Skyliners Frankfurt Juniors – VfL Bochum 2:0, Bayer 04 Giants Leverkusen – Baskets Schwelm 2:0, Baskets Münster – Löwen Erfurt 2:0.

 

Viertelfinale, 1. Runde: Samstag, 23. März: Lokomotive Bernau – Frankfurt Skyliners Juniors, Sonntag, 24. März: Baskets Münster – FC Bayern München II, Gießen 46ers Rackelos – wiha Panthers Schwenningen, Dienstag, 26. März: TSV Bayer 04 Giants Leverkusen – Baskets Oldenburg Juniors.

 

Urvertrauen: Auf Seiten der Schwarzwälder wächst bei vielen Fans das Vertrauen in die Entspanntheit von Trainer Alen Velcic immer mehr. Der nach dem Abrutschen auf den sechsten Rang dennoch zuversichtlich blieb. „Weil wir Leverkusen und dem ALBA Berlin-Farmteam aus Bernau aus dem Weg gehen wollten und ich überzeugt bin, dass wir gegen jedes andere Team bestehen können.“ Einziger Wehrmutstropfen ist, dass die Panthers immer nur ein Heimspiel haben werden, egal ob im Viertelfinale Endstation ist oder gar das Halbfinale erreicht wird. „Natürlich hätten wir uns da immer zwei Partien gewünscht und die Halle ist jedes Mal voll. Aber trotzdem sind wir alle sehr stolz über das Weiterkommen und die Leistung“, zeigt Geschäftsführer Markus Käshammer auf. Er fieberte daheim im Brigachtal mit, „und es wurde vor dem TV im Wohnzimmer in der Schlussphase sehr laut, ich habe es beinahe nicht mehr ausgehalten.“ Nicht anders erging es Geschäftsstellenleiter und Hallensprecher Holger Rohde. „Ich habe bei den Heimspielen zuletzt sicherlich ohnehin schon einen hohen Puls gehabt, der im Grenzbereich lag, doch die letzte Minute mit alle den Aktionen die passiert sind, waren nicht ohne. Jeder Wurf hätte es in die oder die Richtung noch entscheiden können. Ich war mir sicher dass wir weiterkommen. Weil ich bei unseren Spielern schon nach dem ersten Spiel immer diese Spannung und Konzentration in jedem Gespräche gespürt habe. Was jetzt noch kommt in dieser Saison ist einfach Zugabe. Ich bin aber auch da sicher und überzeugt, dass die Saison noch bis weit in den April weiterlaufen könnte“, birgt seine Zuversicht und der Optimismus ein gewisses Schmunzeln in sich.

 

Vorverkauf: Schon direkt nach dem Schlusspfiff in Wedel wurden die Fans aktiv – egal ob beim Trainer, den Geschäftsführern, der Geschäftsstelle: Überall kamen via whats app bereits Kartenanfragen für den 30. März. „Das Spiel wird der Knaller werden. Jetzt haben die Leute Lunte gerochen. Die 1250 gegen Wedel werden wir nochmals übertreffen, da bin ich mir sicher“, bereiten Käshammer und Rohde Anfang dieser Woche den Vorverkauf vor. Dieser wird die kommenden Tage auf Facebook und Instagram bekannt gegeben. Die bekannten Vorverkaufsstellen werden noch mehr Tickets als im Achtelfinale vorbereiten: Panthers-Fanshop bei PIT Werbetechnik in Villingen-Haslach, O2-Shop Alen Velcic in Villingen-City Brunnenstrasse, Salinencafe Frank Singer in Schwenningen, Lohnbuchhaltung/Steuerberatung Michael Krivanek in der Rietenstrasse in Schwenningen, die CleverFit Studios in Schwenningen, Rottweil und Villingen beim SBK-Klinikum.

 

Fans-Bus nach Gießen: Nachdem die 800 Kilometer weite Fahrt für die Panthers-Fans wegen beruflicher Pflichten am Montag Morgen und für Familien mit schulpflichtigen Kindern unmöglich zu stemmen war, dürfte dies nach Gießen in Hessen am 24. März kein Problem sein. Nördlich von Frankfurt ist man auch am Sonntag Abend mit dem Bus in weniger als vier Stunden. „Es ist dann schon ein Unterschied ob man Nachts um kurz vor 1 Uhr wieder daheim ist oder elf Stunden quer durch Deutschland über die Autobahnen jodelt“, so Rohde. Die Schwenninger werden umgehend versuchen mitreisefiebrige Fans per Bus zu den 46ers zu lotsten. „Privat werden schon viele mit dem Auto so anreisen, wie ich mitbekommen habe. Auf alle Fälle wird die Mannschaft durch die räumliche Nähe in der Halle diesmal mehr Unterstützung bekommen können.“

 

Livestream: Dies war gegen Rist-Wedel zumindest moralisch bei der Live-Übertragung des Spiels beim Sportkanal sportdeutschland.tv bereits der Fall. In vielen Wohnzimmern in VS und Umgebung wurde am Großbildfernseher, Laptop, Tablet oder zumindest unterwegs am Handy gezittert, gebangt und gejubelt. Eine vierstellige Userzahl sorgte da auf Seiten vom SCW für einen neuen Zuschauer-Rekord. Wer die Panthers in Gießen sehen möchte, der sollte in jedem Fall mit nach Hessen kommen, denn für das Farmteam des BBL-Ligisten gab es bisher keinen Livestream im Internet.

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