Die Panthers erwartet schwere Aufgabe in Erfurt

07.12.2018

BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Süd, 12. Spieltag:

Löwen Erfurt – wiha Panthers Schwenningen (Sonntag, 15 Uhr).

 

Rückrundenstart in Thüringen: Die Panthers starten in die zweite Saisonhälfte in Erfurt bei einem Gegner, der noch alle Chancen hat, einen Play Off-Platz zu ergattern und derzeit auf dem siebten Platz steht (5:6-Siege).

Am Sonntag Morgen um 6.30 Uhr geht es mit dem Bus am Villinger Bahnhof früh los. Die Aufgabe wird eine echte Herausforderung, eine Herkulesaufgabe. Erfurt ist in der Liga so etwas wie „das Team der Stunde“. Von den letzten sechs Partien haben die Erfurter nach dem Fehlstart (0:5) fünf gewonnen, drei davon in Serie gegen Würzburg (91:81), beim FC Bayern II (85:74) und gegen Köln (86:76). Die einzige Niederlage gab es – am 11. November – ausgerechnet in Schwenningen. Zudem ist der Zuschauerbesuch sehr gut und die Fans machen eine Stimmung wie der Schwenninger Anhang am Deutenberg. Mit über 1000 Besuchern ist Erfurt vor den Panthers im Zuschauerranking an Nummer eins. Im Löwenkäfig an der Rietsporthalle erwartet die Gäste eine junge, hungrige Heimmannschaft um Trainer Florian Gut.

 

„Ich liebe es aber wirklich, wenn die Zuschauer bei den Auswärtsspielen ihr Team anfeuern. Mich motiviert sowas noch mehr, es gut zu machen“, zeigt zum Beispiel Leon Friederici unbeeindruckt auf, dass ihn dies nervlich nicht belastet. Viel mehr arbeitete er in dieser Trainingswoche wie seine Teamkollegen daran, die Schwachstellen zu beseitigen. Eine davon sind die offenen Würfe. Trainer Alen Velcic setzte Dreierübungen an. Trotz intensivem Arbeiten – der Spaß, das Lachen und die Lockerheit waren zu spüren. „Wir haben keinen Druck. Wir spielen nicht verbissen. Unsere Jungs machen es mit Spaß. Trotzdem sind sie fokussiert und konzentriert.“

 

Unweigerlich hat man zuletzt gesehen, dass die Schwenninger Mannschaft zum Ende der Vorrunde zusammengewachsen ist. „Jeder Spieler hat seinen Platz und seine Rolle in der Mannschaft. Wenn er dies verinnerlicht und ausfüllt, dann trägt er zum Mannschaftserfolg bei.“ So wie beim Show-Down gegen Ulm. „Ulm war für mich bisher der spielerisch beste Gegner in dieser Saison. Sogar besser als Leverkusen. Wir haben dabei gegen ein bärenstarkes Team, das bei uns sensationell getroffen hat, sehr gut gespielt“, lobte Velcic. Mit dem Hinweis: „In den entscheidenden Situation sieht man unsere Erfahrung, die Ruhe, die die Spieler haben.“ „Crunsh-Time“ nennt man dies im Basketball. Und was am heimischen Deutenberg zu einer Festung führt, soll nun auswärts wieder zum Erfolg führen. 8:3-Siege waren es in der Vorrunde, 6:0 daheim, 2:3 auswärts. Vom Trainer einkalkuliert. „Denn immerhin sind wir Aufsteiger, haben den kleinsten Etat der Liga. Dafür jedoch vielleicht das größte Herz und die größte Leidenschaft.“

 

Längst haben die Schwenninger gelernt, ihren kleinen Kader bei Ausfällen taktisch so umzustellen, dass daraus dennoch Erfolg wächst. Vor drei Wochen beim 78:76-Heimerfolg gegen Erfurt, als die Panthers die Löwen in der Verlängerung niederkämpften und zeitweise mit -19 Punkten in der regulären Spielzeit im Rückstand lagen, da fehlte Bill Borekambi. Der kommt immer besser in Fahrt. „Meinem Rücken geht es gut. Es ist noch nicht bei 100 Prozent, aber es passt“, schmunzelt der ruhige, in sich gekehrte Berliner bescheiden. Lockere Sprüche sind seine Welt nicht. Schon eher bei Rasheed Moore. „Ich freue mich, dass wir als Team so erfolgreich spielen. Wer die Punkte macht ist letztlich egal“, war der Topscorer keineswegs geknickt, ob seiner nur zehn Punkte gegen Ulm. Wie auch Trainer Alen Velcic unterstreicht: „Es ist doch phantastisch, dass wir nicht immer 25 bis 30 Punkte von Rasheed brauchen, weil vier, fünf andere Spieler ebenfalls zweistellig punkten können“, erinnert er sich dennoch gerne an die 38-Punkte-Gala des Amerikaners im Hinspiel. Dies braucht es auch in Erfurt. Die breite Qualität.

 

Körperlich vor allen Dingen. Denn wie Velcic längst ausgemacht hat: Unsere Mannschaft von vor drei Wochen hat mir der am Sonntag in Erfurt nichts mehr zu tun. Damals fehlte Bill und Hannes Osterwalder. Kosta Karamatskos spielte verletzt und einen Anell Alexis hatten wir noch nicht. Sergey Tsvetkov und Seid Hajric sind inzwischen in noch besserer Form. Und wir hatten nur vier Lokal Player zur Verfügung. Der Schlüssel diesmal wird wieder der zweite Ball sein – die Rebounds fischten sich die Schwenninger (55:38) in deutlicher Überzahl. Neuzugang Alexis indes wird immer besser integriert. „Wir haben viele Spielformen und Rotationen im Training probiert. Er braucht seine Eingewöhnungszeit. Das dauert eine Weile, dann wird er für uns aber mit Sicherheit noch ganz wertvoll werden. Die Saison dauert noch drei bis vier Monate lang.“

 

Die Löwen Erfurt haben einige markante Spieler: Angeführt vom 37-jährigen US-Amerikaner Robert Franklin, mit 11.1. drittbester Rebounder der Südstaffel. Gegen Bayern (19-15), Schwenningen (20-16) , Coburg (24-15) hatte er zum Beispiel schon dreimal auswärts ein beindruckenes Double-Double (Punkte-Rebounds). Die meisten Punkte macht jedoch David Taylor (17.5). Zudem ist Tobias Bode ein Top10-Blocker und starker Rebounder der Landeshauptstädter.

 

FOTO (Michael Kienzler):

Abu Abaker in Hinspiel gegen Erfurt.

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