Die Münchner Niederlage im Rückblick

05.11.2018

Die zweite Saisonniederlage der wiha Panthers Schwenningen mit 54:72 beim FC Bayern München II war eine kleine Lehrstunde. Trainer Alen Velcic hat in seiner ruhigen Analyse schnell den Knackpunkt ausgemacht.

Gründe für die Niederlage: Die hatte Trainer Alen Velcic ebenso ohne Umschweife parat wie die selbstkritischen Spieler: „Unsere Quote bei den Freiwürfen war katastrophal. Wenn man 19 Dinger liegen lässt und der Gegner 13 von 14 reinmacht, dann ist klar, woran es gelegen hat“, meinten neben dem Coach auch Leon Friederici und Kosta Karamatskos. Friederici, mit 18 Punkten noch bester Werfer, verballerte sieben von acht Versuchen. „Es war unglaublich, da wollte keiner rein gehen“, so der Kapitän der Panthers. Karamatskos ging sogar noch weiter: „Auch unsere einfachen Zweierwürfe waren nicht gut genug.“

Velcic erkannte in seinem guten Gespür jedoch noch andere kleine Stolperfallen. „Die haben mit dem Können und der Qualität unserer Spieler nichts zu tun. Es war eine Kopfsache. Vielleicht waren wir zu selbstgefällig. Viel zu sehr zufrieden, weil es in den ersten sechs Saisonspielen gut gelaufen ist. Doch dieses Spiel zeigte einmal mehr: Wir sind in der ProB angekommen. Knallhart. Jeder muss noch hungriger werden, in jedem Spiel. Und dies bedeutet konzentrierter. Unsere Eigenfehlerquote ist zu hoch. Ich habe die letzten vier Jahre als Trainer in Schwenningen kein Spiel erlebt, in dem wir so wenig Punkte gemacht haben.

Richtige Taktik: An der Spielausrichtung hatte es nicht gelegen. In den ersten elf Minuten lief das Spiel der Schwenninger. „Die Defense stand stark, wir waren im Rhythmus, was man ja an dem Start zum 7:0 und 13:5 gesehen hat“, so Velcic. „Wie wir die drei besten Münchner Topscorer komplett aus dem Spiel genommen haben war wirklich sehr gut. Aber wenn man am Ende auswärts nur 54 Punkte macht, obwohl die Schiedsrichter nur 14 Freiwürfe gegen und 31 für uns geben, dann kannst du nicht gewinnen.“

Fehlender Borekambi: Lag es vielleicht auch am Fehlen von Bill Borekambi? „Klar fehlt uns ein Spieler dieser Klasse. Aber wir hätten es trotzdem richten können“, stimmt dem Trainer auch Karamatskos zu. Der Forward muss übrigens aus Vorsichtsmaßnahmen zum MRT. „Wie lange er ausfällt wissen wir nicht. Ich hoffe natürlich, nicht zu lange“, so Velcic. Es wäre aus Sicht der Panthers-Verantwortlichen derweil zu einfach, die 18 Punkte, die Borekambi pro Partie macht, einfach hinzuzurechnen. Doch wenn aus dem Trio mit Friederici und Rasheed Moore (zusammen kommen sie auf rund 55 Punkte pro Begegnung) einer fehlt und einer nicht trifft, wie diesesmal der US-Amerikaner, dann können es die anderen Akteure ohne zweistellige Ausbeute nicht kompensieren. Der Unterschied zur Regionalliga war in der letzten Runde zudem, dass die Dreierquote bei konstant sieben bis neun Treffern lag. Diese ist ebenso zu niedrig. „Dann machst Du eben aus den Freiwürfen und ein paar Dreiern nicht die nötigen 20 bis 25 Punkte mehr, um so ein Spiel mit 75:72 zu gewinnen“, zeigt Geschäftsstellenleiter Holger Rohde auf.

Gegner clever: „Der FC Bayern hat sehr körperbetont verteidigt. Sie hatten eine unglaubliche Freiwurfquote. Ansonsten hatten wir sie im Griff, es stand nach 30 Minuten ja nur 50:46. Da war alles drin. Deswegen werde ich diese Woche viele Einzelgespräche führen. Wir brauchen wieder die Sicherheit im Abschluss. Die Spieler waren nach der Partie sehr geknickt und auf sich selber sauer“, zeigt der Trainer auf, dass es nicht sofort in München nach dem Schlusspfiff in den Bus auf die Heimfahrt ging, sondern das Gastspiel an die Isar insgesamt ein 15-Stunden-Tripp wurde. „Wir waren in München noch Essen und dann in der Nacht um 3 Uhr daheim. „Solche Spiele gibt es. Wichtig ist es, nichts schönzureden. Wir werden daraus lernen und ich verspreche den Fans, im Heimspiel gegen Erfurt, ein anderes Gesicht zeigen“, schauen Leon Friederici und seine Teamkollegen bereits wieder nach vorne. „Jetzt kommen zwei Heimspiele in Folge und beide wollen wir natürlich gewinnen“, soll die Bilanz von 5:2-Siegen und Platz vier in der Südstaffel gefestigt werden.“

Sonntagsauftritte: Geschäftsstellenleiter Holger Rohde weist schon jetzt darauf hin, „dass wir am 11. November und 18. November jeweils sonntags um 17.30 Uhr auf dem Deutenberg gegen die aufstrebenden Löwen Erfurt und dann im Topspiel gegen die Frankfurt Skyliners II mit etlichen Junioren-Nationalspielern zwei spannende Partien erwarten. Für jüngere Kinder und Familien ist der frühere Spielbeginn sicherlich auch mal interessant.“

 

FOTO:

Rund 50 mitgereiste Panthers-Fans feuerten das Team in München lautstark an und sorgten für eine Bombenstimmung – leider reichte es trotzdem nicht zum Sieg.

Laden Sie sich die Panthers App herunter! Ein muss für jeden Fan.