Dem Ruf als “Auswärtskiller” gerecht werden

26.04.2019

2. Basketball Bundesliga ProB, Halbfinale Spiel 3: WWU Baskets Münster – wiha Panthers Schwenningen (Samstag, 19.30 Uhr).

 

Auf zum Berg Fidel, Klappe die Dritte – das Ticket zum Finale winkt beiden Teams. Die Schwenninger wollen ihrem Ruf als „Auswärtskiller“ erneut gerecht werden.

 

Ritterlich: Die Panthers können ihre Krallen ausfahren und jede Festung einnehmen. 2019 gelang dies in den Play offs bei vier Gastspielen dreimal. Nun soll der nächste Coup in Münster gelingen. Es wäre eine echte Sensation mit dreimal 2:1-Siegen und dabei sechs Auswärtsspielen ins Endspiel einzuziehen. Oder einfach nur eine Frage der Qualität? Sicherlich die Mischung aus beidem. „Es wird ein tolles Spiel. Ein schweres Spiel. Ich habe einen Plan für unsere Jungs. Wir sind ohne Druck, der liegt bei Münster. Wir sind gut vorbereitet und werden es genießen. Unsere Spieler werden derzeit einfach von einer Welle der Begeisterung und vom Spaß getragen“, zeigt Trainer Alen Velcic nach dem 100:82 vom 1:1-Ausgleich-Sieg am letzten Wochenende auf. Den Gegner unterschätzt er natrlich nicht. „Münster hat eine brutale Qualität. Da spielen sie mit Intensität und werden von der Emotion getragen. Wir aber auch, dazu die Erfahrung und wie in den letzten Runden das Momentum auf unserer Seite. Das Heimteam hat immer mehr zu verlieren.“

 

Augenmerk: Es liegt wieder auf zwei Dingen. Beim Gastgeber die beiden Topscorer JoJo Cooper (16 und 21 Punkte) sowie Malcom Delpeche (16 und 22) in den Griff zu bekommen, die Drier von den Flügeln eindämmen und gut zu verteidigen. Zudem die eigene Dreierquote an den Gegner anzunähern, konzenriert und mit Bedacht zu spielen. Umstand zwei: Die zweite Reihe, die Rollenspieler. In jedem gewonnenen Play off-Spiel hatte auf Schwenninger Seite ein oder sogar weiterer anderer Akteur hinter den Leistungsträgern Bill Boekambi und Rasheed Moore einen Sahnetag. Die Unberechenbarkeit könnte den Ausschlag geben. Denn erreichen bei den Panthers vier bis fünf Spieler eine Galaform, dann könnte der Finaleinzug real werden.

 

Emotionen: Die werden sicherlich auf beiden Seiten imens hochkochen. Beim ersten Spiel in Münster jubelten 3000 Münsteraner bei jedem Treffer, als gäbe es kein Morgen mehr. Am Samstag auf dem Deutenberg bpeitschten die 1400 Fans ihr Team fast zwei Stunden ununterbrochen laut nach vorne. „Dies hat sicherlich eine Rolle gespielt“, zeigt Münsters Trainer Philipp Kappenstein auf. „Da waren wir wohl beeindruckt von den Zuschauern und dem einpeitschenden Hallensprecher. Zum Glück dreht sich dies bei uns daheim wieder“, glaubt der 39-Jährige fest an eine Wiederholung des 75:62-Heimsieges vom 13. April. Diese Atmosphäre haben die Schwenninger Spieler allerdings aufgesaugt. Auch die Pfiffe der Heimfans bei jedem Ballverlust und Fehlversuch der Panthers. „Ich habe damit kein Problem. Es spornt mich sogar an, wenn man auswärts mehr oder weniger ausgepfiffden wird.“ Doch dies dürfte diesmal in Münster etwas anders sein. Die Schwenninger bringen mit einem großen Fans-Bus rund 60 Anhänger mit nach Westfalen. „Die werden für Bambule sorgen“, ist sich Trainer Alen Velcic sicher. „Dies wird der Mannschaft helfen, wenn es ein enges Spiel wird.“ Die Unterstützung aus dem Schwarzwald dürfen sich die Panthers-Akteure also sicher sein. „Ja, der Bus war ganz schnell voll. Dies freut uns, dass viele die sowieso schon in Gießen und beim ersten Münster-Trip dabei waren, erneut mitfahren“, so Geschäftsstellenleiter Holger Rohde. „Wir werden dort Lärm machen, mit unseren Trommlern und Anfuerungsrufen. Da lassen wir uns was einfallen. Es gibt ein extra T-Shirt, ganz in Orange. Mit der Aufschrift: Play off-Reise 2019. Wedel-Gießen-Münster – wir haben noch lange nicht genug. Manchmal können 60 Leute mehr Stimmung machen als 600, was wir ja in Gießen erlebt haben. Wenn unsere Jungs auf dem Feld gut spielen, wird sich eins nach dem anderen ergeben. Wichtig ist aber für alle die mitfahren: Egal ob wir gewinnen oder verlieren – das Erlebnis zählt. Wir sind stolz auf unsere Mannschaft, was sie eine Saison lang als Aufsteiger leistet und deswegen haben sie die best möglichste Unterstützung in dem Hexenkessel verdient.“ Rohde selber wird am Samstag sogar seinen Fußballtrainerjob beim Frauen-Landesligisten FV Marbach für einen Tag ruhen lassen. „Ja meine Fußballerinnen können das vollauf verstehen. Einige schauen ja auch immer bei den Panthers zu. Zudem werden sie gegen Schönwald auch ohne mich gewinnen wie beim 7:0 in der Vorrunde“, schmunzelt er.

 

Livestream: Für die die nicht mitkönnen heißt es am Samstag Abend ab 19.30 Uhr daheim mitfiebern – es wird einen Livestream im Internet-TV geben. „Münster hat dies organisiert bei Sportdeutschland.TV. Eine tolle Sache“, freut sich Rohde. Sein Münsteraner Kollege Helge Stuckenholz ebenso: „Ja, ist doch toll für Basketball-Deutschland. Die Fans in Schwenningen, alle die sich neutral für ein solches entscheidendes Spiel interessieren und auch in Münster gibt es viele die zusehen werden.“ Der Grund: „Na wir hätten locker 5000 Tickets verkaufen können. Die 3000 sind wieder schnell weg gewesen.“

 

Finalplanungen: Derzeit laufen bei der Liga-Leitung in Köln die Planungen für die beiden Finalspiele. Hendrik Fronda, der Spielleiter, hat nun im Vorfeld das problem, dass Finalist 1, der TSV Bayer 04 Giants Leverkusen, am Samstag, 4. Mai zum zweiten Endspiel seine Ostermann-Arena nicht zur Verfügung stehen hat. Finale 1 wäre von der Terminierung her in Schwenningen oder Münster vorgsehen. Jetzt entsteht Schwenningen bei 500 Kilometern Anfahrt das Problem, dass man nicht unter der Woche spielen kann, etwa am Freitag Abend. Die Panthers haben ein halbes Dutzend berufstätige Akteure. Zudem ist dies alles sehr kurzfristig, auch die Heimspielorganisation muss planbar bleiben. Ein guter einfacher Vorschlag kam am vergangenen Wochenende zunächst aus Leverkusen selbst: Einfach das Heimrecht tauschen, also am 1. Mai in NRW spielen und am 4. Mai dann beim Gegner. Dann müste eben die Ligaleitung von Köln aus den etwas längeren Weg zur Medaillienübergabe in den Schwarzwald antreten. Fronda kennt den Weg ja inzwischen bereits gut. Und gefallen hat es ihm in Schwenningen auch. „Hier in der Halle hat es eine tolle Atmosphäre.“ Die längst Fahrt in Richtung ProA aufnimmt. „Wenn wir die Lizenz bekommen sollten, würden wir den Aufstieg stemmen, ihn wahrnehmen und auch hochgehen wollen“, sind sich alle Verantwortlichen in der Panthers-GmbH einig. Die Vorbereitungen laufen neben dem offiziellen Lizenzierungsverfahren an vielen Stellschräubchen längst schon im Hintergrund.

 

Vorbereitungen für Münster: Die Anreise erfolgt wie vor 14 Tagen. Abfahrt am heutigen Freitag um 10 Uhr am Deutenberg. Gleiche Strecke, gleiches Hotel. Die Spieler kennen die Abläufe. Trainieren am Freitag Abend um 20.30 Uhr und Samstag Morgen um 10.30 Uhr wieder zweimal in der Spielarena. „Da sind wir gut vorbereitet. Es ist nicht anders wie in Wedel. Au dem ersten Spiel haben wir Erkenntnisse, wir haben die Lehren gezogen und wir werden die Dinge alle ändern, die wir zu einem Sieg und dem Weiterkommen benötigen.“

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