Das Spitzenspiel verloren – Anerkennung gewonnen!

03.02.2019

2. Basketball Bundesliga ProB Süd, 19. Spieltag: wiha Panthers Schwenningen – Bayer 04 Giants Leverkusen 61:75 (11:16, 11:19, 23:23, 16:17). Volle Hütte am Deutenberg, doch die erhoffte Überraschung blieb aus. Vor rund 1200 Zuschauern im Topspiel der ProB Süd setzte sich der Tabellenführer am Ende verdient und deutlich durch.

 

Als am Samstag Abend um etwa 21.30 Uhr die letzten 90 Sekunden anbrachen herrschte fast verkehrte Welt: Das Publikum in der Schwenninger Arena erhob sich von den Plätzen und sorgte mit Standing Ovations für ein stimmungsvolles und würdiges Bild im Schlagerspiel Zweiter gegen Erster. Die beiden besten Teams der Staffel duellierten sich. Zum einen feierten die Panthers-Fans ihr Team. Obwohl unterlegen und letztlich ohne Chance auf den Sieg, aber mit viel Kampfgeist und als Belohnung für eine bisher grandiose Saison des Aufsteigers. Auf der anderen Seite auch als Anerkennung für die Leverkusener. Die Giants sind mit 18:1-Siegen (36:2-Punkte) der würdige Spitzenreiter und Aufstiegsfavorit Nummer eins für die Play offs. Schwenningen bleibt mit 12:7-Siegen (24:14) weiterhin Zweiter, da Verfolger Frankfurt verlor und bei 11:8-Siegen (22:16) nun sogar von den punktgleichen Gießen 46ers überholt wurde.

 

Kameraschwenk auf das Spielfeld: Schwenningens Trainer hatte in der Schlussphase längst bemerkt, dass ein klarer Rückstand nicht mehr aufzuholen war, er schickte seine Ersatzleute von der Bank aufs Feld. Mo Braimoh und Boyko Pangarov durften aufspielen. Letzterer drehte sogar auf, versenkte in den letzten Sekunden zwei Dreier und Alen Velcic schmunzelte zufrieden – so sieht kein Verlierertrainer aus.

 

Die Panthers mussten sich nicht ärgern. Leverkusen war an diesem Abend einfach eine Nummer zu groß. Die Giants hatten einen Zwölf-Mann-Kader mit breiter Bank, viele Rotationsmöglichkeitem. Bei den Hausherren geriet das taktische Konzept am Freitag Abend mit der Knöchelverletzung von Abu Abaker etwas aus den Fugen. Kein etatmäßiger Pointguard, Umstellungen und so folglich Anlaufschwierigkeiten. Bayer nutzte dies gnadenlos aus. Schwenningen konnte kein einziges Mal in Führung gehen. Mit der Starting Five um Darius Pakamanis und Leon Friederici für den Spielaufbau, sowie Rasheed Moore, Bill Borekambi und Anell Alexis ging es in das Duell mit dem Favoriten. Ab dem 2:2 zum Start diktierte der Gast das Geschehen. Die Rheinländer hatten in ihrem „Riesen“ Dennis Heinzmann den überragenden Mann auf dem Parkett: Zwölf Punkte, vierzehn Rebounds – das Double-Double verdiente er sich mit seinen Bratpfannen-großen Händen unter den Körben. So stand es nach sechs Minuten bereits 4:16. Ehe die Panthers in den vier Minuten vor dem Ende des ersten Viertels ihre Defense verstärkten und durch einen 7:0-Lauf mit 11:16 wieder näher herangekommen sind.

 

Im zweiten Viertel schien das Velcic-Team sogar drauf und dran das Schwungrad in eine andere Richtung zu lenken: Mit drei Punkten von Pakamanis stand es in der 13. Minute plötzlich 16:18. Bis der Faden riss. Viele unnötige Abspielfehler verwertete Leverkusen mit einem 13:0-Rund Zug um Zug eiskalt zm 16:31. Das Spiel schien frühzeitig entschieden. War es irgendwie auch. Denn im weiteren Verlauf zeigte sich: Egal was die Panthers versuchten, immer wenn sie etwas näher herankamen, legte Bayer nach. So stand es zur Halbzeit nach 20 Minuten durch das 11:19 bereits 22:35 in einem „low-score-game“. Doch aufgeben wollten die Panthers längst noch nicht: Sekunde vor der Pausensirene tankte sich Rasheed Moore durch drei Gegner durch und weckte das Publikum mit einem krachenden Wut-Danking auf.

 

Diese hatten das Gespür auf der Tribüne, dass die zweite Halbzeit besser laufen könnte. Was sie tat: Beide Teams fabrizierten nun mehr Punkte, Schwenningen reduzierte seine Fehlerquote und kam in der 24. Minute zumindest mal auf acht Zähler heran (33:41). Enger wurde es nicht. Mit einem 23:23 in den dritten zehn Minuten hielt Leverkusen seinen 13-Punkte Abstand mit einem 45:58. Den 1200 Zuschauern war es egal. Sie freuten sich über einen starken Gast, der aufzeigte, was in den Play Offs zu erwarten ist und mit +19 (51:70) seine höchste Führung vorlegte. In den letzten zehn Minuten ging es jedoch auf Augenhöhe weiter. Zwar verlor Schwenningen diesen Abschnitt ebenfalls knapp (16:17), doch die deutlich stärkere zweite Halbzeit (39:40) sah eine ausgeglichenere Partie, in der die Hausherren nur an ihrer zu hohen Eigenfehlerquote scheiterten.

 

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Stimmen zum Spiel:

Alen Velcic (Trainer Panthers): „Wir haben heute verloren, weil wenn man in der ersten Halbzeit in in 20 Minuten gegen Leverkusen nur 22 Punkte macht und dheim insgesamt 61, dann kann man gegen den Tabellenführer nicht gewinnen. Ich bin aber keinem Spieler böse, wir haben weiterhin unsere Ziele vor Augen in Richtung der Play Offs und dort bin ich mir sicher, werden wir in Bestbesetzung einiges erreichen können. Der Ausfall von Abaker war nicht zu kompensieren, da mussten wir umstellen und konnten dies vorab natprlich nicht trainieren.“

 

Hansi Gnad (Trainer Giants): „Heute haben wir gewonnen, weil wir eine breitere Bank haben, in der ich immer wieder durchwechseln kann. Auch wenn bei uns mal ein Wurf daneben geht, bin ich immer Gelassen; weil wir haben so viele gute Schützen, da trifft einer immer in jedem Fall. Kompliment an Schwenningen, was sie diese Saison spielen. Und an dieses tolle Publikum. Es war ein würdiger Rahmen heute für das Topspiel. Vielleicht sehen wir uns in den Play Offs ja nochmal wieder. Ich würde am 1. Mai gerne wieder nach Schwenningen kommen.“

 

Leon Friederici (Panthers-Spieler): „Die Niederlage war verdient. Leverkusen hat ein starkes Team. Und wir haben einfach in der ersten Halbzeit zu viel daneben geworfen. Da kannst du dann nicht gewinnen. Trotzdem versuchen wir weiterhin den zweiten Platz zu verteidigen.“

 

Holger Rohde (Geschäftsstellenleiter Panthers): „Diese Niederlage tut gar nicht weh. Weil wir das beste Publikum der Liga haben, die das Team in jeder Sekunde anfeuern. So macht Basketball in VS Spaß. Wir hatten eine volle Halle und ich bin mir sicher, in den Play Offs explodiert die Hölle Deutenberg dann richtig.“

 

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Panthers-Statistik (Punkte/Assists/Rebounds/Spielzeit):

 

Rasheed Moore (15/0/2/36), Bill Borekambi (14/4/6/36), Darius Pakamanis (8/1/3/19), Hannes Osterwalder (6/0/7/22), Leon Friederici (6/5/2/32), Boyko Pangarov (6/0/0/3), Seid Hajric (4/1/4/17), Anell Alexis (2/2/4/22), Dion Braimoh (0/0/0/8), Sergey Tsvetkov (0/0/0/5).

 

Beste Scorer Leverkusen: Nick Hornsby (23/0/9/28), Tim Schönborn (13/1/1/23), Dennis Heinzmann (12/1/14/28).

 

Dreier: 4:7  (24:23-Prozent), Fouls: 24:16, Freiwürfe: 9/14 (64 Prozent) zu 18/23 78 Prozent), Rebounds: 33:42, Steals: 12:12, Turnovers: 21:19.

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