„Chance des Momentums nicht genutzt“

24.11.2019

Die wiha Panthers Schwenningen kassieren eine bittere 70:81-Heimniederlage im Nord-Süd-Duell gegen die Rostock Seawolves. Vor 720 Zuschauern können die Schwenninger nur phasenweise das Spiel bestimmen und müssen sich einem insgesamt souveräner auftretenden Gegner geschlagen geben.

 

Rostock und Schwenningen trennen auf der Landkarte satte 950 Kilometer. Im deutschen Basketball stellt das die größte Distanz zwischen zwei Standorten dar. Entgegen der geographischen Entfernung wiesen beide Mannschaften vor dem Nord-Süd-Duell eine identische Bilanz auf von 3 Siegen aus den ersten zehn Spielen. Dementsprechend hoch war für beide Klubs der Stellenwert der Partie.

 

In einer holprigen Anfangsphase gelang es weder Schwenningen noch den Gästen aus Rostock sich entscheidend abzusetzen. Sieben Führungswechsel kennzeichneten das erste Viertel, bei dem auf Schwenninger Seite vor allem Jaren Lewis zu Gefallen wusste.

 

Im zweiten Viertel änderte sich dann der Rhythmus des Spiels. Die Mannschaft von Rostocks Trainer Milan Skobalj wirkte nun konzentrierter und nutzte eine längere Schwächephase der Gastgeber aus. Trotz früher Auszeit und deutlichen Worten von Panthers-Coach Alen Velcic fingen sich die wiha Panthers einen 15:0-Lauf ein, bei dem vor allem die Distanzwürfe der Gäste gut fielen. Mauricio Marin und Martin Bogdanonv, der in dieser Phase geschickt die Fäden im Seawolves-Angriff zog, verwandelten sicher von jenseits der 6,75 Meter. Nach über vier Minuten ohne Punkte erlöste Jaren Lewis die Schwenninger mit einem Korbleger. Die Panthers fanden nun wieder besser in die Partie. Es folgte ein wichtiger Dreier von Sergey Tsvetkov und ein atemberaubender Alley-Oop Dunk von Sprungwunder Junior Searcy. Dennoch vergrößerte sich der Rückstand auf Rostock bis zur Pause auf 16 Punkte (33:46).

 

In der Halbzeitpause muss Alen Velcic die richtigen Worte und taktischen Umstellungen gefunden haben. Die wiha Panthers agierten in der Defensive nun mit einer Zonenverteidigung und stabilisierten sich in der Offensive. Der zur Halbzeit punktlos gebliebenen Rasheed Moore kam langsam auf Temperatur und Neuzugang Ivan Mikulic setzte in der Offensive wichtige Impulse bei seinem Debüt für Schwenningen. Stück für Stück knabberten die Panthers den Rückstand ab und Yasin Kolo gelang Ende des 3. Viertels der langersehnte Ausgleich (56:56). Dank eines weiteren Dreiers von Marin konnte Rostock einen knappen Vorsprung behaupten (58:61).

 

Im Schlussabschnitt gewannen die Seawolves wieder Kontrolle über das Spiel. Binnen weniger Angriffe bauten die Gäste ihre Führung wieder aus und die Panthers mussten über vier Minuten auf den ersten erfolgreichen Feldkorb warten. Auch auf ein letztes Aufbäumen wussten die Hansestädter immer wieder eine passende Antwort zu finden und sicherten sich einen am Ende verdienten 70:81-Auswärtssieg.

 

Nach dem Spiel hob Seawolves-Coach Milan Skobalj vor allem die gute Verteidigungsleistung seiner Mannschaft: „Unsere Verteidigung hat das Spiel entschieden“, erklärte der 56-Jährige. „Wir haben nur 33 Punkte in der ersten Halbzeit zugelassen und ihre beiden besten Punktesammler bei null Zählern gehalten. Am Ende hatten Moore und Bacak zusammen acht Punkte. Im dritten Viertel haben wir es versäumt, offene Würfe gegen die Zonenverteidigung zu treffen. Danach haben wir nur zwölf Punkte zugelassen und den Sieg dank unserer Defensive errungen.“

 

Panthers-Trainer Alen Velcic zeigte sich sichtbar enttäuscht vom Auftritt seiner Mannschaft. „Ich bin ziemlich enttäuscht von unserer Leistung. Wir haben im 3. Viertel das Momentum auf unserer Seite gehabt und hätten das Spiel in dieser Phase eigentlich Zuhause drehen müssen. Das ist uns aber überhaupt nicht gelungen. Das Gegenteil war der Fall. Rostock hat seine Qualität abgerufen und wir haben keine Antworten gefunden. Wir hätten heute gewinnen können, haben aber die Chance des Momentums nicht genutzt und sind gegen einen Gegner, dem das Wasser bis zum Hals stand, kollabiert. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die nächsten Spiele gestalten und wieder Mittel finden, um Spiele zu gewinnen. Bis Weihnachten wollten wir 7 oder 8 Siege auf dem Konto haben und wir haben noch fünf Begegnungen. Jetzt gilt es das Spiel zu analysieren, die Ärmel hochzukrempeln und in Leverkusen einen Auswärtssieg zu holen!“

 

Für die wiha Panthers spielten: Yasin Kolo (12 Punkte), Ivan Mikulic (11 Punkte/5 Assists), David Dennis (9 Punkte/7 Assists), Jaren Lewis (9 Punkte/6 Rebounds), Leon Friederici (9), Bill Borekambi (6), Rasheed Moore (5 Punkte/6 Rebounds), Marko Bacak (3 Punkte/9 Rebounds), Junior Searcy (3), Sergay Tsvetkov (3), Filip Kukic.

 

Nicht eingesetzt wurde Kapitän Kosta Karamatskos, der verletzungsbedingt aussetzte.

 

Nach dem spielfreien Wochenende wartet auf die wiha Panthers eine „englische Woche“. Zuerst müssen die Schwenninger in Leverkusen am Sonntag, den 8.12., ran. Am folgenden Mittwoch (11.12., 20:30 Uhr) folgt das nächste Heimspiel gegen FC Schalke 04 Basketball.

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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