Bittere Niederlage für die Panthers im Müncher Audi Dom

04.11.2018

BASKETBALL BUNDESLIGA ProB, 7. Spieltag: FC Bayern München II – wiha Panthers Schwenningen 72:54 (17:20, 19:12, 14:14, 22:8). Bittere Niederlage und ein Lehrstück der Panthers beim Farmteam des amtierenden deutschen Meisters. Begleitet von rund 40 lautstarken Fans, die mit ihren Trommeln in der spärlich besetzten Audi-Dome-Arena der Bayern zumindest stimmungsmäßig die Fahrt in die bayrische Landeshauptstadt zu einem Heimspiel machten, durfte die Mannschaft von Trainer Alen Velcic drei Viertel lang von einem Auswärtssieg träumen.

Doch eine miserable Freiwurfquote mit sage und schreibe nur unterirdischen 42 Prozent Trefferquote mit nur 14 gelungenen Versuchen von 33 und 19 Fehlwürfen zermürbte am Ende das Nervenkostüm. Die kleinen Bayern versenkten hier 93 Prozent (13 von 14). Auch die Zweierquote mit 35 Prozent und nur 14 Treffern von 40 Abschlüssen war nicht besser.

Ohne den am Rücken verletzten Bill Borekambi, der gar nicht mit an die Isar gefahren ist und in der kommenden Woche ins MRT muss, und den angeschlagenen Kapitän Kosta Karamatskos, der dennoch wieder rund 25 Minuten spielte, reichte es so erst recht nicht nicht zum sechsten Sieg. Dabei stand es nach 30 Minuten noch 50:46. Zu diesem Vier-Punkte-Rückstand kam es, obwohl die Schwenninger bis dato eine in der Defense gute Partie ablieferten. Schwenningen begann organsiert, fand schnell in seinen Rhythmus und legte im ersten Abschnitt vor: 7:0, 10:2, 13:5 – die Gäste aus dem Schwarzwald führten vom Start weg. Bayern brauchte rund drei Minuten bis zu den ersten Punkten. Nach fünf Minuten hatten die Panthers ihre höchste Spielführung von acht Punkten. Zusehen kamen die Hausherren zwar heran und drehten mit einem 10:0-Run das Spiel zum 15:13. Die Panthers wiederum hielten dagegen und gewannen so die ersten zehn Minuten mit 20:17.

Im zweiten Viertel blieben sie zunächst am Drücker und lagen in der 21. Minute noch mit 24:19 vorne.

Doch dann riss erstmals der Faden. Und dies, obwohl die Gäste Bayerns Topscorer Nelson Weidemann, Viktor Frankl-Maus und Rijad Avdic komplett aus dem Spiel nahm. München verteidigte indes sehr intensiv. Und kaufen den Gästen zusehens den Schneid ab. Startete mit einem 8:0-Lauf zum 27:24 abermals durch (25.) und fortan blieben die Gastgeber stets in Führung. Bis zur Halbzeit durch das 19:12 mit 36:32 und in einem ausgeglichenen dritten Durchgang nach einem 14:14 mit 50:46. Alles drin für den letzten Abschnitt, Aufholjagd und Wende? Hoffte der Panthers-Fananhang auf ein ähnliches Finish wie gegen Würzburg. Doch dazu kam es nicht: Zu viele Turnovers (19:16) und zu wenig gewonnenen Rebounds (37:43) brachten München einen Vorsprung. Zudem fielen die Schwenninger Würfe nicht. Leon Friederici war mit 18 Punkten bester Werfer. Die Körbe von Borekambi fehlten ohnehin, Rasheed Moore erwischte mit nur elf Punkten in 26 Minuten Spielzeit keinen guten Tag. Obwohl die Bayern keinen überragenden Werfer hatten (Jannick Jebens 13, Bruno Vrcic 13,) reichte es gegen die Panthers im letzten Viertel locker zum klaren Sieg: Mit 22:8 wurden die Gäste überrollt. Die Würfe gingen reihenweise daneben, vor allem von der Freiwurflienie – weder Moore noch Friederici hatten eine ruhige Hand. Dadurch fielen keine wichtigen Treffer und der Abstand wuchs stetig an auf am Ende -18 Punkte Rückstand. Mit einer derart hohen Eigenfehlerquote und zudem in einer Partie mit von beiden Seiten wenigen Dreiern (Panthers 4/Bayern 5) war nichts zu holen.

 

 

Stimmen zum Spiel:

Alen Velcic (Trainer Panthers): „Wir haben im Vorfeld gut trainiert und sind gut ins Spiel gekommen, haben das Geschehen kontrolliert. Da hat alles so funktioniert was wir uns vorgenommen haben. Bayern kam nicht zur Entfaltung. Sie haben uns aber den Schneid abgekauft. Bis sechs Minuten vor dem Ende waren wir nur vier hinten. Dies waren alles Knackpunkte: Wenn man auswärts 33:14 Freiwurfquote zugesprochen bekommt, ist dies eine Einladung. Vielleicht waren wir zu selbstgefällig, zu sicher, zu zufrieden. Die Jungs waren selber geknickt über ihre schlechte Leistung und haben gemerkt, dass wir auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. Es gibt einiges zu besprechen, was wir in Ruhe anlysieren. Weil es definitiv nicht am Können liegt.“

Demond Green (Trainer FC Bayern II): „Wir kamen sehr schlecht ins Spiel. Schwenningen hatte den besseren Start. Danach haben wir ins gesteigert und im letzten Drittel verdient gewonnen. Mit entscheidend war sicherlich die schlechte Freiwurfquote der Gäste, während hier mein Team über 90 Prozent kam.“

Kosta Karamatskos (Panthers-Kapitän): „Eigentlich hätten wir dieses Spiel auch ohne Bill, der gefehlt hat, gewinnen können, ja sogar müssen. Es ging einfach wieder nichts rein. Das Schlimmste war unsere katastrophale Freiwurfquote – wir haben unterm Korb fast 20 Punkte liegen lassen. Da fehlen mir hinterher echt die Worte.“

Leon Friederici (Punktbester der Panthers): „Wir haben in der Offense nicht ins Spiel gefunden. Unsere Freiwurfquote geht gar nicht, so viele Versuche darfst du einfach nicht danebensetzen. Alles Jammern hilft nichts: Wir können eine Menge aus dieser Niederlage lernen. Und es gegen Erfurt wieder besser machen. Es gehört dazu mit solchen Spielen umzugehen und wieder an sich zu arbeiten.“

Hannes Osterwalder (Panthers-Spieler): „Unglaublich, was wir führ Fehler gemacht haben. Wir haben vorne einfach nichts mehr reingemacht und hinten dann ein paar Dinger zugelassen.“

Holger Rohde (Gechäftsstellenleiter): „Die Jungs waren sehr geknickt, aber noch in der Nacht sehr sehr selbstkritisch. Ich habe in den ersten Statements festgestellt, dass keiner was beschönigt und alle wissen, woran sie in der kommende Woche wieder arbeiten müssen. Mund abwischen, nach vorne schauen, jetzt haben wir zwei Heimspiele und die richtige Reaktion wird kommen.“

 

Statistik: (Punkte/Assists/Rebounds/Spielzeit):

Leon Friederici (18-1-3/35), Rasheed Moore (11-1-5/26), Sergey Tsvetkov (9-0-5/17), Hannes Osterwalder (8-0-7/27), Kosta Karamatskos (3-3-4/25), Seid Hajric (3-2-2/21), Abu Abaker (1-1-2/16), Paul Owusu-Frimpong (1-0-2/13), Darius Pakamanis (0-1-2/15), Dion Braimoh (0-0-0/5).

 

FOTOS:

Beeindruckend: Der Müncher Audi Dom – Während Kosta Karamatskos hier seinen Freiwurf verwertet, gingen 19 andere daneben – Neuzugang Paul Owusu-Frimpong bei den Aufwärmübungen.

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