Auf der Zielgeraden im “Endspiel-Modus”

12.02.2019

Nach dem drittletzten Spieltag in der 2. Basketball Bundesliga ProB Süd hat der „Endspiel-Modus“ bereits vorzeitig begonnen: Die wiha Panthers Schwenningen sind immer noch auf dem zweiten Tabellenplatz, doch wird es auf der Zielgeraden richtig eng.

 

Die 55:59-Niederlage bei der Orange Academy in Ulm war unnötig und vermeidbar. Es waren wieder einmal die schlechten Wurfquoten in der Offensive, die die Panthers haben verzweifeln lassen. Topscorer Rasheed Moore kam auf nur elf Punkte und war weit von seinem Schnitt (21.1 pro Partie) entfernt. Damit hat ihn sein US-Landsmann Tucker Haymond (Köln/21.8) von Rang eins überholt. Bill Borekambi mit lediglich acht Zählern rutschte unter seinen 16er-Schnitt (15.9) ist aber immer noch in den Top10. Dieses Duo wird aber eben mit seinen im Schnitt 38 Punkten pro Spiel benötigt oder wenigstens einer der beiden mit einem hohen „Ausreißer“ von 25 bis 32 an einem guten Tag. Bester Werfer in Ulm war über seine 40 Minuten Durch-Spielzeit Leon Friederici (15). Haben alle drei einen Sahnetag, dann sind sie in der Lage ein Spiel mit zu entscheiden. Die zweitbeste Defense der Liga nach Ulm (zusammen mit Leverkusen) reicht nicht aus. „Da brauchen wir gar nicht lange darüber zu philosophieren, mit einer Quote wie in Ulm fliegen wir gleich in der ersten Runde raus, egal gegen wen“, so Trainer Alen Velcic.

 

Der Tank leert sich: Zum Ende einer Hauptrunde wird es stets richtungsweisend. Wer ergattert sich die besten Plätze in den Play Offs für entscheidende Heimrechte? Wer kommt für die Knockout-Phase in Topform, wenn von Spiel zu Spiel Ergebnisse der 22 Partien der regulären Saison nichts mehr zählen? Aufsteiger Schwenningen ist derzeit das beste Beispiel: Nach einer starken Vorrunde und bis Weihnachten in den ersten 14 Partien mit 10:4-Siegen setzten sich die Neckarstädter auf dem sensationellen zweiten Platz fest. Diesen verteidigen sie im Jahre 2019 von Woche zu Woche mit vehemenz. Dabei gelangen in den sechs Begegnungen in diesem Jahr nur noch zwei Erfolge (2:4). Warum sich der Tank für den Vollgasmodus vom Herbst langsam zu leeren scheint wirft Fragen auf. Fragen, die Trainer Alen Velcic schnell und präzise beantworten kann: „Wir haben die ganze Zeit seit dem Ausfall von Kosta Karamatskos immer zwei, teilweise sogar bis zu vier Spieler die verletzt oder krank sind. Mit dem kleinsten Kader der Liga ist da dann nicht mehr viel an Alternativen möglich, wenn man in ein Spiel mit acht, neun oder zehn Mann geht. In dieser Phase der Saison sind alle Spiele extrem schwer, weil die Gegner noch in die Play Offs kommen können.“

 

Am Willen der Spieler, am Können der Akteure, daran liegt es nicht. „Natürlich bin ich verärgert über die Niederlage in Ulm. Vorne treffen wir einfach den Korb nicht.“ Die Art und Weise ist es, die den Panthers-Trainer zur Weißglut bringt und in mancher Situation mitleidend zermürbt. „Wenn man eins gegen null zum gegnerischen Korb zieht und verwirft, dies ist für mich dann nicht mehr nachvollziehbar“, haben seine Jungs an der Donau beim 55:59 gut und gerne 15 bis 20 Punkte liegen lassen. Einfache Korbleger, die offenen Würfe aus der Dreierdistanz, zu viele Freiwürfe – sie alle fanden den Weg nichts ins Ziel. „Dann kannst Du nicht gewinnen, egal wie bärenstark die Defense gegen eines der besten Teams der Liga hinten steht.“

 

Blick nach vorne: Abhaken heißt es für die Schwenninger. Zwei Partien sind es noch. Zwei Topspiele. Zwei Partien mit Pre-Play Off-Charakter. Am Samstag geht es zum Verfolger Gießen 46ers Rackelors. Das Farnteam des BBL-Ligisten aus Hessen hat nach seiner 10:1-Serie (nur gegen Leverkusen verloren) seit dem Saisonfehlstart (2:7) das Feld von hinten aufgerollt und um seinen Ex-Nationalspieler Johannes Lischka eine Spitzenmannschaft geformt. Diese hat nun wie die Panthers 12:8-Siege. „In Gießen kommt es darauf an, dort wollen und müssen wir gewinnen, wenn wir Zweiter bleiben wollen“, so Velic. Es wäre bitter, wenn die Schwenninger, nachdem sie seit Dezember auf diesem Platz stehen, auf der Zielgeraden die bemerkenswert gute Position noch verspielen.

 

Dünnes Eis: Denn so gut die Tabelle sich derzeit liest, sie hat gewaltige Tücken und Fallgruben. Außer für Tabellenführer Bayer 04 Giants Leverkusen, der mit 19:1-Siegen einsam seine Kreise zieht.

 

Im Klartext: Rein theoretisch kann Schwenningen von Rang Zwei bis acht noch auf allen Plätzen landen. Theoretisch wohlgemerkt. Da es ein Hauen und Stechen gibt von den Verfolgern kann es durchaus sein, dass nach 22 Spieltagen vier bis fünf Mannschaften punktgleich sind. Dann muss der direkte Vergleich entscheiden. Die beste Lösung wären zwei Siege in Gießen und München – für Rang zwei. Eine Niederlage die geringer ausfällt als das 87:71-Hinspiel (+16) gegen die 46ers würde zumindest den direkten Vergleich noch sichern. Da Gießen am letzten Spieltag nach Elchingen muss, die mit 11:9-Erfolgen Gießen noch überholen können, öffnen sich hier ebenso wieder mehrere Türen. Bereits am kommenden Wochenende kann es passieren, dass kurzzeitig Elchingen, Frankfurt, Ulm, München und Erfurt mit 11:10-Siegen in den letzten Spieltag geben. Der dortige Panthers-Gegner FC Bayern München II hat derzeit eine starke Form und wird am letzten Spieltag für ein echtes „Endspiel“ auf dem Deutenberg sorgen. „Ab jetzt geht es in allen Partien um Alles oder Nichts“, für den Gegner oder uns“, zeigt Geschäftsstellenleiter Holger Rohde auf.

 

Vorverkaufsstellen: Geschäftsführer Markus Käshammer hat inzwischen mit Rohde zusammen zahlreiche Vorverkaufsstellen geplant, die ab dem morgigen Mittwoch bis Ende der Woche schon zum Bayern-München-Spiel und extra für die Play Offs eingerichtet werden sollen. „Es macht Sinn, da wir ab jetzt in allen Spielen mit immer mindestens 1000 Zuschauern rechnen“, so Käshammer. Neben dem Fanshop bei PIT Werbetechnik (Villingen) wird es dann im Mobilfunkgeschäft von Trainer Alen Velcic (Villingen, Brunnenstrasse nahe Färberstrasse), im Cafe Singer (Schwenningen), den vier Studios von Fitnesspartner CleverFit (Villingen, Bad Dürrheim, Schwenningen, Rottweil) sowie bei  sowie an weiteren Standorten in Villingen-Schwenningen und Tuttlingen Möglichkeiten geben. „Die geben wir dann entsprechend über unsere sozialen Medien in Facebook, der Homepage und der App jeweils bekannt.“

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