Auf dem richtigen Weg

26.01.2021

Beim Auswärtsspiel in Jena haben die wiha Panthers am vergangenen Samstag eigentlich viel richtig gemacht. Obwohl die Schwenninger die Partie bei Top-Team Science City Jena über weite Strecken kontrollieren, mussten sie sich am Ende dennoch mit 95:93 nach Verlängerung geschlagen geben.

 

Auch ein paar Tage später hört man die Enttäuschung bei Panthers-Trainer Alen Velcic durchklingen: „Wir waren die bessere Mannschaft und haben uns durch einige schlechte Entscheidungen am Ende um die Früchte unserer Arbeit gebracht. Wenn sich die Gelegenheit bietet, bei einem Team mit geschätzt fünffachem Etat siegen zu können, muss man am Ende souveräner auftreten.“

 

In einer spannenden Partie in der Jenaer Sparkassen-Arena mit insgesamt elf Führungswechseln lagen die Panthers den Großteil der Spielzeit in Führung. Dank hoher Treffsicherheit aus der Distanz und der geringen Anzahl von Ballverlusten stellten die Doppelstädter Jena immer wieder vor große Probleme. Zumeist war es der individuellen Klasse von Jenas Einzelspielern zu verdanken, dass die Gastgeber das Spiel lange offenhalten konnten.

 

Angeführt vom überragend aufspielenden Neuzugang Courtney Stockard (Topscorer mit 31 Punkten) befanden sich die wiha Panthers in der Schlussphase in einer guten Ausgangslage. Bei knapp dreieinhalb Minuten verbleibender Spielzeit gingen die Neckarstädter durch zwei verwandelte Freiwürfe von Felix Edwardsson mit fünf Zählern in Front (76:81). Science City glich mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf und getroffenen Freiwürfen von Kasey Hill aus. Während Jonas Niedermanner nur einen seiner beiden Freiwürfe einnetzen konnte, ging Jena durch einen Dreier von Haukohl in Führung (86:84). Nate Britt glich die Partie mit zwei Freiwürfen aus. Da die letzten beiden Angriffe von Jena gestoppt werden konnten, hatten die Schwenninger in der regulären Spielzeit gleich zweimal die Chance, in der Schlussminute in Führung zu gehen. Doch zuerst versuchte es Nate Britt auf eigene Faust mit einem Korbleger und scheiterte. Im letzten Angriff dauerte es viel zu lange, bis Britt den Ball nach vorne gebracht hatte, um noch eine gute Wurfchance herausspielen zu können. Beim Stand von 86:86 ging es folglich in die Verlängerung.

 

In die Overtime starteten die Schwenninger zunächst mit einem 5:1-Lauf. In den folgenden Angriffen ließen sich die Panthers viel Zeit, verpassten es aber gute Angriffe herauszuspielen. Nachdem Jena durch einen wichtigen Dreier von Julius Wolf und einem Korbleger von Marcus Tyus wieder in Führung ging, verloren die Panthers unnötig den Ball und fingen sich einen weiteren Dreier von Tyus ein. Zwar verkürzte Chris Frazier nochmal auf 95:93, doch im letzten Angriff vergab Courtney Stockard den siegbringenden Distanzwurf.

 

„Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, erklärt Alen Velcic. „Unsere Fehler haben sich am Ende summiert. Ich sage der Mannschaft immer wieder, dass es die vielen kleinen Dinge sind, die den Unterschied ausmachen, ob man ein knappes Spiel gewinnt oder am Ende der Saison auf Platz 5 oder 9 steht. In Jena waren wir 10-15 Punkte besser als der Gegner, aber haben uns das Leben selbst schwergemacht. Wir müssen in der Crunchtime einfach einen kühleren Kopf bewahren und mehr Vertrauen in unser Teamplay haben. Es hat mir nicht gefallen, dass wir uns zu oft 1-gegen-1-Situationen ausgesetzt haben.“

 

Nach Spielende war die Enttäuschung bei den wiha Panthers groß. Besonders zu Herzen hat sich Nate Britt die Niederlage genommen, der unmittelbar nach der Begegnung in der Kabine untröstlich über einige Fehler war. „Das zeigt mir auch, dass die Jungs voll bei der Sache sind und das Herz am richtigen Fleck haben“, kommentiert Velcic.

 

Trotz der unglücklichen Niederlage blicken die Doppelstädter optimistisch nach vorne. „Das ist alles Teil des Lernprozesses“, analysiert Velcic. „Wenn man bedenkt, dass wir viel besser als noch im Hinspiel (60:85-Niederlage) gegen Jena gespielt haben, dann wird deutlich, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Auch in der letzten Saison haben wir erst im Februar und März unseren besten Basketball gespielt.“

 

Auch Spielmacher Nate Britt sieht die Panthers auf dem richtigen Weg: „Es war eine harte Niederlage in Jena. Aber aus dem Spiel können wir viel lernen. Wir müssen am Ende einfach konstanter auftreten. Von der Leistung her befinden wir uns in einer guten Lernkurve, um am Ende der Saison dort stehen zu können, wo wir hinwollen.“

 

Am kommenden Samstag (18:00 Uhr) steht für die Panthers ein wichtiges Auswärtsspiel in Trier auf dem Programm. Gegen die punktgleichen Moselstädter musste man Ende Dezember eine unglückliche Heimniederlage (72:74) hinnehmen und will beim unmittelbaren Konkurrenten im Playoff-Rennen unbedingt siegen.

 

Text: Manuel Schust / FOTO: Michael Kienzler

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