Andreas Etter macht den Panthers Beine

08.07.2019

An einem Heimspieltag in der Deutenberghalle sind selbstverständlich alle Augen auf die Spieler und Trainer gerichtet. Vordergründig werden die Erfolgsgeschichten natürlich auf dem Parkett geschrieben. Doch ähnlich wie bei einer Filmproduktion, bei der meistens nur die Arbeit der Schauspieler in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, tragen auch abseits des Scheinwerferlichts viele Mitarbeiter und Helfer zum Erfolg der wiha Panthers Schwenningen bei.

In unserer neuen Rubrik „Das Team hinter dem Team“ wollen wir euch die Menschen vorstellen, die ihre Arbeit für die Panthers im Hintergrund verrichten, jedoch wichtig für den Erfolg der Mannschaft sind, auch wenn sie öffentlich kaum in Erscheinung treten. Im ersten Teil stellen wir mit Andreas Etter den erst jüngst zum Team gestoßenen Physiotherapeuten vor.

 

Einen besseren Einstieg hätte es für Andreas Etter eigentlich kaum geben können. Seinen ersten Einsatz als Physiotherapeut bei den wiha Panthers verzeichnete der 26-jährige ausgerechnet beim entscheidenden dritten Playoff-Achtelfinalspiel gegen Rist Wedel. „Ich hatte vorher nicht so viel mit Basketball zu tun. Ab und an habe ich BBL-Spiele im Fernsehen verfolgt. Aber gleich nach meinen ersten Einsätzen für die Panthers habe ich schnell Feuer gefangen und bin nun wirklich ein begeisterter Anhänger.“

 

Unter der Woche arbeitet Etter unter anderem in der Praxis des Schwenninger Physioteams Reisich & Neumann, durch die auch der Kontakt zu den wiha Panthers entstand. Der gebürtige Schwenninger erlebte den tiefen Playoff-Run in der ProB hautnah und war dabei gleich richtig gefordert: „Am Ende der langen Saison hatten einige Spieler mit teils hartnäckigen Blessuren zu kämpfen. Das ist bei den Belastungen aber völlig normal. Auch die langen Busfahrten waren da nicht gerade förderlich. Da machen die Beine schnell zu, wenn man dann nicht in Bewegung kommt.“

 

An einem gewöhnlichen Heimspieltag ist Andreas Etter üblicherweise etwa zwei Stunden vor dem Tip-Off in der Halle, baut sein Equipment auf und behandelt die Spieler. „Da gibt es ein breites Behandlungsspektrum, meistens sind es irgendwelche muskulären Probleme, die ich vor der Aufwärmphase behandle. Unmittelbar vor dem Spiel haben die meisten Profis dann ihre eigenen Routinen. Ich versuche, mich dann auch bewusst etwas zurückzuhalten und keinen in seinem individuellen Aufwärmprozess zu stören. Spieler, die mich brauchen, kommen dann auf mich zu.“

 

Intensiv zusammengearbeitet hat Etter vor allem mit dem letztjährigen Panthers-Spieler Anell Alexis. Dabei wusste der Physio anfangs gar nicht, dass Alexis durchaus gut deutsch spricht. „Ich habe wahrscheinlich als Einziger mit ihm die ganze Zeit Englisch gesprochen“, erinnert sich Etter schmunzelnd. „Als ich dann kurz vor dem letzten Saisonspiel zufällig mitbekommen habe, dass er zum Teil in Deutschland aufgewachsen ist und die Sprache gut spricht, haben wir beide viel gelacht. Anell meinte augenzwinkernd, dass es doch gut für mich gewesen wäre, mit ihm ein bisschen Englisch zu üben.“

 

Da aktuell noch Sommerpause ist und die meisten Spieler noch nicht in Schwenningen angekommen sind, hat auch der Physiotherapeut momentan nichts zu tun. Doch spätestens zum Trainingsauftakt am 17. August wird Etter wieder voll gefordert sein. Auch beim geplanten Trainingslager in der Türkei wird der 26-jährige mit dabei sein und den Spielern Beine machen: „Dann werde ich bestimmt nonstop im Einsatz sein! Aber ich freue mich schon darauf, dass ich diesmal die Saison von Anfang an miterleben kann.“

 

Tatsächlich wartet auf die wiha Panthers und Physiotherapeut Etter eine lange ProA-Saison. Seit vergangenem Freitag steht fest, dass die Nürnberg Falcons trotz sportlicher Qualifikation keine Bundesliga-Lizenz erhalten und daher erneut in der ProA starten werden. Damit wird die zweithöchste deutsche Spielklasse mit 17 Mannschaften an den Start gehen und jedes Team 32 Spiele in der Hauptrunde bestreiten. Andreas Etter hätte auch nichts dagegen, falls die Saison wieder mit einem tiefen Playoff-Run der Panthers enden sollte: „Wie man müde Beine von Basketballern wieder munter macht, weiß ich ja noch von der letzten Saison!“

 

 

TEXT: Manuel Schust / FOTO: wiha Panthers/Kübler

Laden Sie sich die Panthers App herunter! Ein muss für jeden Fan.