Alles wieder offen! Panthers gewinnen Playoff-Krimi gegen Wedel

10.03.2019

2. Basketball Bundesliga ProB, Play Offs, Achtelfinale, Spiel 2: wiha Panthers Schwenningen – SC Rist-Wedel 69:61 (16:18, 20:19, 5:7, 28:17). Samstag Abend um kurz vor 22 Uhr auf dem Schwenninger Deutenberg: Die rund 1300 Zuschauer in der picke packe vollen jubeln ausgelassen und begeistert: Die Panthers haben die zweite Partie gegen die Gäste aus dem hohen Norden gewonnen und auf 1:1 gestellt.

 

Alles wieder offen, Entscheidung vertagt, nächsten Sonntag um 17 Uhr gibt es das dritte Duell. Danach steht fest, für welches Team die Saison gelaufen ist. Es waren emotionale zwei Stunden in einem Spiel, in dem es hin und her ging. Indem die Gastgeber dem Druck Stand hielten. Bei einer Niederlage wäre die Saison apruppt mit Katerstimmung beendet gewesen. Dies spürten die Fans über die ganze Spielzeit. Die Halle stand wie eine Felswand hinter den Hausherren, schrie, feuerte an was das Zeug hielt. Und legte in den kritischen Phasen immer noch unter lautem Getöse der Panthers-Trommler-Crew einen Zahn zu. Die Mannschaft indes hielt sich diesmal diszipliniert an den Masterplan von Trainer Alen Velcic. Kämpfte sich immer wieder ins Geschehen zurück.

 

Die vier zehnminütigen Abschnitte hatten alle ihre eigene Geschichte – mit einem Auf und Ab der Gefühlslage auf Schwenninger Seite:

 

1.Viertel: Nach rund zwei Minuten legten die Gastgber mit gutem Beginn ein 6:2 vor. Glanzlicht Nummer eins war ein Startdunking von Hannes Osterwalder, der zudem direkt 2 Blocks hinterherlegte und die Stimmung anfeuerte. Dann drehte Wedel auf, versenkte zwei Dreier und drehte die Partie auf 8:12 (4.). Bis zum Ende der ersten zehn Minuten ging es hin und her zum 16:18.

 

2. Viertel: Schwenningen drehte mächtig auf. Die Gäste trafen nichts mehr über fast sieben Minuten und so überrollte der Neckar-Express den SCW mit einem 13:0-Run  zur 29:18-Führung – der höchsten über die gesamte Spielzeit. Allerdings riss in den folgenden vier Minuten bis zur Pausensirene völlig der Faden. Die Gäste kamen wieder zurück ins Spiel. Das Panthers-Spiel verlor an Konsequenz und Konzentration. Folglich holte der Gast Punkt um Punkt auf, traf zu viele Distanzwürfe und drehte sieben Sekunden vor der Halbzeit das Spiel mit einem Dreier von Ryan Logan zum 36:37. Der starke US-Amerikaner erwies sich als sicherer Freiwerfer, legte neben seinen 19 Punkten als bester Gästeakteur mit 13 Rebounds ein Double-Double. Spielte 40 Minuten durch.

 

Übertroffen wurde er jedoch von den Schwenningern – erstmals in dieser Saison ballerte das Top-Trio der Panthers gemeinsam in einem wichtigen Spiel einen raus. Rasheed Moore und Bill Borekambi kamen auf ein Double-Double. Leon Friederici legte in nur 17 Minuten Spielzeit effektiv und effizient starke 19 Punkte. Und dies obwohl die Offense der Schwenninger weiter Probleme im Abschluss hat, nur auf 69 Punkte in eigener Halle kam. Dafür die Gäste zusehens ausbremste und vom eigenen Korb in der Zone weghalten konnte.

 

3. Viertel: Was sich allerdings beide Mannschaften im dritten Abschnitt leisteten zwischen Minute 21 und 30 verblüffte jeden in der Halle: In zehn Minuten gab es ein Rekord-Low-Scoring mit nur zwölf Punkten (5:7). Schwenningen traf hier nur einen Drier und zwei Freiwürfe. Rist-Wedels Fehlerquote war keinen Deut besser. So oft der Ball auf beiden Seiten vom Brett oder Ring wieder zurücksprang konnte man gar nicht mehr mitzählen. So bauten die Gäste ihren Vorsprung minimal auf 41:44 aus.

 

4. Viertel: Der letzte Durchgang forderte nun noch einmal alles an Energie. Rist-Wedel hatte den Vorteil des Momentums auf seiner Seite, konnte seine Führung allerdings weder ausbauen und nicht einmal mehr halten. Ab dem 52:52 in der 35. Minute begann die „Crunsh-Time“, in der diesmal die Gastgeber nicht nachließen. Schwenningen zog auf 57:52 weg, baute diesen Vorsprung von fünf Zählern Stück für Stück mit Freiwürfen auf sechs, sieben auf acht Punkte aus und ließ sich in den letzten 120 Sekunden die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

 

Scoring Schwenningen: Rasheed Moore (35 Minuten Spielzeit/20 Punkte/1 Assist/12 Rebounds), Leon Friederici (17/19/2/3), Bill Borekambi (35/11/1/11), Hannes Osterwalder (23/4/1/4), Abu Abaker (27/3/2/1), Darius Pakamanis (22/3/2/1), Kosta Karamatskos (15/2/0/3), Anell Alexis (10/3/2/2), Sergey Tsvetkov (6/2/0/1), Seid Hejric (5/2/0/0), Boyko Pangarov (5/0/0/0).

 

Beste Werfer SC Rist-Wedel: Ryan Logan (40/19/0/13), Malo Valerien (40/15/0/4), Lars Kamp (37/11/1/4), Adomaitis Aurimas (28/5/0/9), Osaro Igbineweka (35/6/4/5).

 

Team-Statistik (Panthers zuerst genannt): Dreier: 5:9 (18:39-Prozent), Freiwürfe: Panthers 16/22 (73 Prozent), Wedel 22/29 (76 Prozent), Rebound: 38:38, Steals: 10:8, Turnovers: 11:21, Fouls: 22:20, Höchste Führung: 11/8, Bester Rund: 13:0/0:8.

 

 

Stimmen zum Spiel:

 

Alen Velcic (Panthers-Trainer): „Vielen, vielen Dank an unser tolles Publikum, das uns heute sehr geholfen hat. Unser Sieg war verdient. Wir haben zwar weiterhin Probleme im Abschluss vorne, doch die Defense stand bombensicher, auch wenn mich am Anfang im ersten Viertel die vielen Dreier von Wedel geärgert haben. Aber mit zunehmender Dauer wurden wir immer besser. Jetzt haben wir zum 1:1 ausgeglichen und fahren am nächsten Sonntag ganz klar nach Rist-Wedel um das dritte Spiel zu gewinnen und ins Viertelfinale weiterzukommen. Die Saison ist für uns nicht zu Ende. Heute war es echtes Play Off-Feeling. Beide Mannschaften haben nicht aufgegeben, sich nichts geschenkt. Es war wie eine Straßenschlägerei, nur auf dem sportlichen Parkett.“

 

Felix Banobre (Trainer Rist-Wedel): „Das war heute ein intensives Spiel. Schwenningen hat am Ende verdient gewonnen, weil sie heute in den Kleinigkeiten im entscheidenden Moment besser waren. So wie wir vor einer Woche daheim. Wir hatten einen kleinen Kader mit nur acht Spielern, weil wir einen Akteur an die Hamburg Towers unseren Kooperationspartner in der ProA abgeben mussten und einen Ausfall hatten. Jetzt werden wir versuchen im dritten Spiel unsere Heimstärke auszuspielen und dort alles klarzumachen. Doch ich bin überzeugt, es wird gegen eine erfahrene Schwenninger Mannschaft ein enges und völlig offenes Spiel geben.“

 

Rasheed Moore (Panthers-Forward): „Ich bin froh und glücklich, dass wir es heute geschafft haben nach den vielen Niederlagen endlich wieder zu gewinnen. Noch dazu ein Endspiel. Die Saison geht weiter, jetzt ist alles wieder offen und wir fahren nochmals nach Hamburg. Diesmal aber um zu gewinnen.“

 

Kosta Karamatskos (Panthers-Kapitän): „Wir haben heute bis zum Schluss gekämpft. Vor allen Dingen am Ende waren wir auf der Höhe. Dies war ein wichtiges Zeichen. Jeder hat für das Team gearbeitet und seinen Teil dazu beigetragen, dass wir gewonnen haben.“

 

Holger Rohde (Panthers-Geschäftsstellenleiter): „Ich bin einfach nur glücklich, dass sich unsere Jungs endlich wieder einmal belohnt haben. Es war ein emotional intensives Spiel. Play offs sind was anderes, dies war eindeutig zu spüren. Wahnsinn war für mich das dritte Viertel – ich habe so etwas noch nie bei einem Basketballspiel erlebt mit so wenig Punkten in zehn Minuten auf beiden Seiten.“

 

Sergey Tsvetkov (Panthers-Forward): „Vielen Dank an unsere Fans für die wundervolle Unterstützung. Es macht Spaß und stolz vor solchen Zuschauern wie in Schwenningen spielen zu dürfen. Es war definitiv ein schweres Spiel. Wir können noch besser spielen.“

 

Ryan Logan (US-amerikanischer Rist-Wedel-Spieler): „Wir hatten heute unsere Chancen hier zu gewinnen und den Sack zuzumachen. Doch Schwenningen hat in der entscheidenden Phase die Würfe getroffen, die wir im ersten Spiel gesetzt haben und uns heute im vierten Viertel zu oft daneben gegangen sind. Jetzt gibt es den Show-Down auf den wir uns alle freuen.“

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