900 Zuschauer feiern den Panthers-Sieg gegen Würzburg

29.10.2018

BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Süd, 6. Spieltag: Wiha Panthers Schwenningen – TG s.Oliver Würzburg II 68:66 (7:17, 16:18, 26:17, 19:14).
Basketball-Herz was willst Du mehr: Was sich am Samstag Abend vor den rund 900 Zuschauern in der proppenvollen Deutenberghalle abspielte, war ein Nervenkrimi der seinesgleichen suchte. Der Aufsteiger sicherte sich im sechsten Saisonspiel den fünften Sieg und mischt als Überraschungsteam weiter an der Ligaspitze mit.

Gute Nerven brauchten die Panthers-Fans. Gute Nerven brauchte Allen Velcic. Gute Nerven brauchten die Spieler, vor allem eine Ruhe Hand. In den letzten Sekunden. Denn erst drohte die erste Heimniederlage, dann zumindest eine Verlängerung. Und dann, ja dann brachen alle Dämme. Weil Matchwinner Leon Friederici knapp drei Sekunden vor der Schlusssirene im Rückwärtsschritt von Außen den alle entscheidenden Ball zum 68:66 in den Korb setzte und die Zuschauer aus dem Häuschen waren. Kurz zuvor, exakt zehn Sekunden waren noch zu spielen, erstickte kurzzeitig Julian Albus die Gastgeber-Euphorie – er versenkte einen herrlichen Dreier zum 66:66. Bis dato hatte Schwenningen mit drei Zählern seine höchste Führung. Für die überhaupt erstmals Rasheed Moore in der 37. Minute zum 62:61 sorgte. Moore, er hatte einen brutal schweren Stand gegen die Defense der Franken. Machte dennoch 21 Punkte, allerdings alleine zwölf im Schlussakkord. Ein anderer hielt die Panthers im Spiel: Bill Borekambi. 28 Punkte gelangen ihm, nachdem ihn die Gäste in den ersten 15 Minuten noch zermürbt hatten und in der Korbzone mit zwei Mann regelrecht einquetschten. Ein Fehlwurf nach dem anderen prallten ihm so vom Korb zurück. „Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich dachte das gibt es doch nicht. Kein Ball geht rein“, schüttelte er immer und immer wieder in der Startphase den Kopf. In der zweiten Halbzeit drehte aber auch er auf.

Aber erst einmal der Reihe nach und ein Kameraschwenk zurück: Viele hatten nicht mehr an das Wunder einer Aufholjagd geglaubt, was sich zuvor abgespielt hatte und verzweifeln ließ. Würzburg kam mit seiner jungen Truppe in den Schwarzwald „um hier so zu spielen wie die Panthers daheim agieren. Aggressiv und mit Tempo, ein Pick and Role. Wir wollten hier gewinnen und haben aus meiner Sicht ein Klasse Spiel gemacht. Letztlich haben wir eben mehr Fehler produziert als Schwenningen“, haderte ein sichtlich geschaffter Gästetrainer Eric Detlev mit der Unerfahrenheit seines BBL-Farmteams, dem letztlich die Abgezocktheit fehlte. Was sein Team ablieferte, forderte besonders auch Panthers-Coach Alen Velcic im Laufe der Partie taktisch und emotional heraus. Zudem versenkten die Gäste neun Dreier, die Panthers hatten nur einen durch Moore. Dafür eine bärenstarke Freiwurfquote von 77 Prozent.

Der Start ging völlig daneben. Schwenningen war noch im Tiefschlaf, da stand es ruck zuck 0:6. Den Kaltstart beendete Leon Friederici mit den ersten Punkten – nach vier Minuten! Über ein 5:8 kletterte der Rückstand auf 5:14 und nach zehn Minuten auf 7:17. Nicht besser wurde es im zweiten Abschnitt. Die Wurfquote war eine Katastrophe, nahezu alles ging daneben, vom Back Court, Flügel unterm Korb. Die Folge: Würzburg marschierte mit einem 12:0-Lauf eiskalt durch Julian Albus (12 Punkte) und Dexter Sienko (16) sowie Philipp Hadenfeldt (12) auf 7:26 davon. 19 Punkte Rückstand in der 14. Minute, der höchste an diesem Abend. Sieben Minuten kein Feldtreffer der Panthers – und so schnell änderte sich an diesem Umstand nicht. Denn immer wenn die Hausherren erfolgreich waren, legten die Gäste einen Dreier nach. Und so rasselte die Anzeige über ein 11:29, 15:32 zwischen 17 und 18 Punkte herunter. Erst kurz vor der Pause flackerte das Panthers-Licht wieder etwas auf: Borekambi und Kosta Karamatskos mit zwei Freiwürfen verkürzten auf den 23:35-Halbzeitstand mit -12 Rückstand.

Die spannende Frage für den zweiten Durchgang: Kommen die Panthers schnell ins Spiel zurück? Sie kamen, und wie: Borekambi und Moore schalteten zwei Gänge hoch, ein 10:0-Run verkürzte plötzlich auf 33:35 (23.), begleitet von einem Dunking Borekambis. Und Schwenningens US-Amerikaner wiederum sammelte ein Double-Double mit sensationellen 13 Rebounds. So etwas wie ein Signal an die Halle – wir sind wieder oben. Doch noch waren die Würzburger nicht so leicht klein zu bekommen. Sie zogen viele Schwenninger Fouls (am Ende war Sergey Tsvetkov ausgefoult und und vier weitere hatten drei auf dem Konto).

Doch die Aufholjagd war längst gestartet – durch Wille und Moral im Kopf. Bis fünf Minuten vor dem Ende kämpften sich die Gastgeber auf 58:61 heran. Moore legte zwei weitere Treffer nach und sorgte mit dem 62:61 für die Wende, was die Stimmung in der Halle anheizte (37.). Der Rest war Nevenkrimi und Adrenalin pur.

Trainer Alen Velcic fand nach der Partie in seiner intensiven Analyse die passenden Worte: „Das ist Basketball. Darum waren die Leute heute da. Action und Spannung. Natürlich haben wir die ersten 15 Minuten eine Katastrophe gespielt. In der Offense. Die Defense war gut. Ich habe der Mannschaft aber gesagt: Wir schaffen es noch, wir können dieses Spiel gewinnen. Sie haben an sich geglaubt und dass der eine Ball von Leon am Ende noch reinfällt ist einfach wunderbar. Die tollen Fans haben uns angepeitscht und ihren Beitrag geleistet, dass wir den Rückstand noch drehen konnten.“

Statistik:

Bill Borekambi (28 Punkte/5 Rebounds/1 Assist), Rasheed Moore (21/0/13), Leon Friederici (9/2/2), Kosta Karamatskos (4/5/2), Sergey Tsvetkov (4/2/0), Seid Hajric (2/6/0), Hannes Osterwalder (2/2/0), Abu Abaker (0/1/0), Darius Pakamanis (0/1/0), Paul Owusu-Frimpong (0/1/0), Dion Braimoh (0/1/0).

Rebounds: 38:30. Fouls: 21:19, Steals: 10:8, Turnovers: 15:18, Freiwürfe: 77 Prozent (17/22) zu 59 (13/22), Dreier: 1:9. 2-Punkte: 24:13.

 

FOTO: Topscorer gegen Würzburg: Bill Borekambi mit 28 Punkten

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